Zukunft Energie  

15. Mai 2015

Alte Batterien aus E-Autos stabilisieren unser Stromnetz

BU: Vom Oldtimer zum E-Auto: Ein langer Weg, der noch nicht zu Ende ist! Die effizienteste Nutzung der Akkus steht gerade im Fokus | Bild: flickr / Kreuzfahrtfan

Früher war ein Auto am Ende seines Lebens nur ein hübscher Haufen Schrott. Heute werfen Elektroautos dieses Denken über Bord | Bild: flickr / Kreuzfahrtfan

Eine Lithium-Ionen-Batterie treibt ein Elektrofahrzeug an, bis eines Tages das Fahrzeug den Löffel abgibt. Ist das Ende eines Elektrofahrzeugs gekommen, haben die Lithium-Ionen-Akkus in der Regel noch immer eine hohe Speicherkapazität von häufig über 80 Prozent der ursprünglichen Leistung. Sie gleich mit zu entsorgen, wäre eine unglaubliche Verschwendung!
Beim Nissan Leaf beispielsweise sitzt man ja auf einem ganzen Berg von Lithium-Ionen-Akkus.


Gute Chancen auf ein langes Leben: Die Lithium-Ionen-Akkus unter der Haube des Nissan Leaf | Bild: flickr / mariordo59

Gute Chancen auf ein langes Leben: Die Lithium-Ionen-Akkus unter der Haube des Nissan Leaf | Bild: flickr / mariordo59

Dabei gibt es einige Möglichkeiten, die alten Batterien weiter zu verwenden. Als stationäre Pufferspeicher für regenerative Energien lassen sie sich zum Beispiel noch über viele Jahre effizient nutzen.

Bis ins hohe Alter: Als Pufferspeicher für ein stabiles Stromnetz und als Lithium-Lieferanten geben die Lithium-Ionen-Batterien aus Elektrofahrzeugen nochmal richtig Gas | Bild: Photocase / ZWEISAM

Bis ins hohe Alter: Als Pufferspeicher für ein stabiles Stromnetz und als Lithium-Lieferanten geben die Lithium-Ionen-Batterien aus Elektrofahrzeugen nochmal richtig Gas | Bild: Photocase / ZWEISAM

Als Riesenakku zur Zwischenspeicherung von Strom

Dazu werden sie unter anderem zu Batterieparks zusammengeschlossen. Im norddeutschen Ort Braderup speichert beispielsweise ein Batteriepaket in der Größe einer Turnhalle den Strom aus einem Windpark. Auch das Effizienzhaus-Plus in Berlin wurde mit gebrauchten Batterien aus den Testflotten Mini E bestückt, zur Pufferspeicherung von Solarenergie.

Das Effizienzhaus-Plus in der Berliner Fasanenstraße erzeugt doppelt so viel Energie wie es benötigt. Batterien aus dem Mini E speichern den Strom der Solaranlage | Bild: flickr / greenkultur

Das Effizienzhaus-Plus in der Berliner Fasanenstraße erzeugt doppelt so viel Energie wie es benötigt. Batterien aus dem Mini E speichern den Strom der Solaranlage | Bild: flickr / greenkultur

Als stationäre Speicher können die ausrangierten Elektroauto-Batterien also das Stromnetz stabilisieren und der Energiewende weiterhin Starthilfe geben.
Abgesehen davon: Elektromobilität wird erst richtig rund, wenn der gesamte Materialkreislauf zu Ende gedacht ist. Herstellung der Batteriezellen, Einsetzen in die Batteriepakete, den Einbau ins Fahrzeug und schließlich die Wiedergewinnung des wertvollen Rohmaterials Lithium zur Weiterverwendung.

Zweite Chance: Die Elektrofahrzeugbatterie als Lithiumlieferant

Gerade durch die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wird die Wiedergewinnung von Lithium immer wichtiger und die Nachfrage nach einem Batterie-Recycling dringlicher.

Rockwood Lithium betreibt in Langelsheim eine der weltweit ersten Anlagen zur Rückgewinnung von Lithium aus Fahrzeugbatterien. In einem komplexen Zusammenspiel von mehr als 60 Apparaten und Reaktoren, 2,5 Kilometern Rohrleitungen und 15 Kilometern Kabel, die unter anderem ein Netzwerk von 400 Mess- und Regeleinheiten verbinden, werden Lithium und andere notwendige Stoffe aus dem Batterieschrott extrahiert, um damit neue Batterien herstellen zu können. Damit bekommen die Lithium-Batterien nicht nur eine zweite Chance, sondern ganz und gar ein zweites Leben.

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie