Zukunft Energie  

6. März 2013

Angepumpt – Speicherkraftwerke als Batterie der erneuerbaren Energien

Wasser marsch! Mit herabrauschendem Wasser aus Staumauern Energie gewinnen und speichern. | Bild: Photocase / Stephen Rees

Wasser marsch! Mit herabrauschendem Wasser aus Staumauern Energie gewinnen und speichern. | Bild: Photocase / Stephen Rees

 

In der heutigen Zeit, wo Solarenergie, Wind- und Wasserkraft nicht mehr wegzudenken sind, ist es möglich, ausreichend Strom zu produzieren, um uns zu einem großen Teil mit der Menge Elektrizität zu versorgen, die wir im täglichen Leben benötigen. Gleichzeitig tragen wir damit zum Umweltschutz bei: Mit dem Umstieg auf Ökostrom konnten allein im letzten Jahr 127 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Doch noch geht es nicht ganz ohne fossile Energien. Vor allem in den Wintermonaten ist die Angst vor einem Blackout groß und immer öfter kommt die Frage auf, was wir tun würden, wenn die Sonne einmal nicht scheinen sollte oder der Wind nicht stark genug weht. Pumpspeicherkraftwerke könnten eine Lösung sein.

Wasser pumpen, Energie speichern

Das Prinzip des Pumpspeicherkraftwerks ist denkbar einfach: Eine Turbine treibt den Generator im Kraftwerk an und produziert damit elektrischen Strom. Antrieb ist dabei das Wasser, das von einem Oberbecken ins Unterbecken fließt. Besteht ein Überschuss an Strom, wird eine Pumpe vom Generator betrieben und pumpt das Wasser aus dem Unter- wieder in das Oberbecken. So speichert das Wasser die Energie und es kann bei Bedarf erneut abgelassen und in Strom umgewandelt werden. Es gibt aber auch Nachteile dieser Art der Energiespeicherung. Zum einen wird durch den Bau der Speicherkraftwerke in die Ökologie und Landschaft eingegriffen, der einen natürlichen Bewuchs unmöglich macht. Zum anderen stellen potentielle Dammbrüche eine Überschwemmungsgefahr dar. Außerdem kann bei diesem Vorgang die Energie nicht zu 100 Prozent gespeichert werden. Ein geringer Anteil geht also immer verloren.

Oberirdisch, unterirdisch und unterseeisch

In Deutschland gibt es derzeit 30 größere und kleinere Pumpspeicherkraftwerke. Sie sind ein gutes Mittel, um bei Bedarf schnell Energie zur Verfügung zu stellen. Bei der oberirdischen Form bilden sowohl natürliche Seen sowie künstlich erzeugte Stauseen oder Staumauern die Speicherbecken. Unterirdische Becken gibt es zwar noch nicht, aber sie könnten beispielsweise in alten Bergwerken gebaut werden. Seit 2011 wird über unterseeische Pumpspeicherkraftwerke geforscht. Dabei sollen riesige Betonhohlkugeln auf den Meeresboden herabgelassen und bei Bedarf geflutet werden, sodass die integrierten Turbinen Energie erzeugen. Die Erforschung dieser und anderer Speichermöglichkeiten stellt eine besondere Herausforderung dar, da Energie nur schwer zu speichern ist. Es ist aber unerlässlich, wenn wir in Zukunft allein von erneuerbaren Energien leben wollen.

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