Globales Denken  

Fans unter Strom – auch die Jüngsten fiebern mit| designritter / photocase.de
Fans unter Strom – auch die Jüngsten fiebern mit| designritter / photocase.de
27. Juni 2016

„Aus, aus, aus – Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister“

Die Vorrunde der Fußball Europameisterschaft ist beendet. Wie immer im Fußball ging es um siegen und verlieren, ausgelassene Stimmung und spannende Momente. Aber wie wirkt sich Fußball auf die Umwelt und den Wasserverbrauch aus?Und was bedeuten spannende Elfmeter für Spieler und Zuschauer? Dies und einiges mehr ist Thema unseres zweiten Artikels über Fußball und Energie.

Wahrzeichen – und Siegesglitzern 

Am Austragungsort des Eröffnungs- und Endspiels, in der französischen Hauptstadt Paris, steht das wohl bekannteste Wahrzeichen Frankreichs, der Eiffelturm. Er wird im Rahmen der EM sicherlich etliche Male über den Bildschirm flimmern – um ihn zu beleuchten werden allein 336 Scheinwerfer benötigt. Jeder einzelne hat eine Leistung von 600 Watt. Das berühmte Glitzern des Turms wird von 20.000 Lampen erzeugt. Neben mehreren Snackshops, einer Panorama-Bar und einem Restaurant verfügt der Eiffelturm über fünf Aufzüge und verbraucht so 7,7 Millionen Kilowatt Strom im Jahr. Die Beleuchtung verbraucht 580.000 Kilowatt Strom jährlich.

Energiezehrende Regeländerungen

Kaum zu glauben, aber bis 1968 gab es noch den Losentscheid bei einem Unentschieden nach Verlängerung. Nur einmal wurde diese Regel angewandt, als Italien Losglück gegen die Sowjetunion hatte. 1976 wurde dann das Elfmeterschießen eingeführt, das im Finale desselben Jahres auch sofort angewandt wurde. Seit 2008 gelten die aktuellen Regeln nach denen ein Finale bei Gleichstand durch zweimal 15 Minuten Verlängerung und gegebenenfalls Elfmeterschießen entschieden wird – wie energiezehrend dies für TV-Zuschauer sein kann zeigt der Kalorien-Verbrauch: Während bei relativ uninteressanten Spielen der Zuschauer in 90 Minuten lediglich 120 Kalorien verbrennt, sieht es bei spannenden Spielen und Elfmeterschießen ganz anders aus. Springt der Zuschauer häufig aus seinem Sessel und fiebert mit, kann der Verbrauch bis zu 300 Kalorien betragen!

Königsdisziplin Elfmeter – Spieler und Zuschauer unter Strom

Bei einem Elfmeter entstehen Schussgeschwindigkeiten von 110 km/h. Das heißt, für die elf Meter bis zum Tor benötigt der Ball gut 0,3 Sekunden. In diesem extrem kurzen Zeitraum muss ein Torwart also versuchen den Ball zu halten. Nach rein physikalischen Gesetzmäßigkeiten hat ein Torwart kaum Chancen, einen gut platzierten, schnell geschossenen Elfmeter zu parieren. Doch was ist das Geheimnis von Manuel Neuer, der mehr als 30 Prozent aller Elfmeter hält? Und warum wird im Durchschnitt trotzdem jeder vierte bis fünfte Elfmeter gehalten? Ganz einfach: Die Spieler vertrauen auf ihre Intuition und sind hochkonzentriert. Das ist sicherlich auch eine der Fähigkeiten die der deutschen Mannschaft oft zu Siegen verholfen hat, denn das Nationaltrikot der deutschen Mannschaft zählt bereits vier Sterne.

Ein Stadionbesuch ohne kühle Getränke – Kaum vorstellbar 

Natürlich gehört zu einem Besuch im Stadion auch der Genuss eines kühlen Getränks, oft aus Einwegbechern. In der Bundesliga-Saison 2015/16  war die Menge an Plastikabfall durch Getränkebecher so hoch wie noch nie – elf Millionen Einwegbecher wurden in den Stadien der ersten und zweiten Bundesliga benutzt. Um sich diese enorme Menge einmal bildlich vorzustellen: Aneinandergelegt ergäbe dies eine Plastikabfall-Schlange von Berlin bis nach Athen. Die Bundesligisten Borussia Dortmund und Bayern München verbrauchten 1,4 Millionen  bzw. 1,3 Millionen Wegwerfbecher und sind damit die größten Umweltsünder im deutschen Profifußball. Auf einer Sportgroßveranstaltung fallen im Durchschnitt 19 Tonnen Abfall an – das sind etwa 200 Gramm pro Besucher, neben dem hohen Stromverbrauch bei einem Fußballspiel, ein weiterer wichtiger Punkt, der in Zukunft auf jeden Fall verbessert werden sollte.

Spülanalyse – Wohin auch der König zu Fuß geht 

Auch Zuhause gehören kühle Getränke zum Fußballschauen dazu. Besonders in der Halbzeitpause neigt der Zuschauer dazu, das stille Örtchen aufzusuchen – interessanterweise lässt sich dies durch den Wasserverbrauch nachweisen. Zur WM 2014 konnte in vielen Städten ein direkter Zusammenhang zwischen Spielverlauf und Wasserverbrauch nachgewiesen werden, so zum Beispiel in den Wasserwerken von Hamburg und München. Dort stieg der Wasserverbrauch während der Halbzeitpause an. Zusätzliches Wasser wird deshalb zu diesen außergewöhnlichen Versorgungssituationen per Hand mit ergänzenden Pumpen zur Verfügung gestellt. In den Viertel-, Halb- und Finalspielen stieg der Wasserverbrauch in Köln etwa um 150 Prozent. Zur Europameisterschaft veröffentlichen die Berliner Wasserwerke eine aktuelle „Spülanalyse“. Je weiter das deutsche Team bei einem Turnier kommt, desto höher ist auch der Wasserverbrauch in den Halbzeitpausen. Na dann – Wasser marsch!

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie