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In der Lausitz kannst Du den Landschaftswandel live miterleben. | Bildquelle: photocase.de, owik2
In der Lausitz kannst Du den Landschaftswandel live miterleben. | Bildquelle: photocase.de, owik2
11. April 2018

Aus Tagebauen wird Deutschlands viertgrößtes Seengebiet

Noch keine Pläne für den Sommerurlaub? Dann haben wir vielleicht genau das Richtige für Dich. Manchmal muss man für ein schönes Reiseziel nämlich gar nicht in der Ferne schweifen und entdeckt quasi vor der Haustür ein spektakuläres Badeparadies.

Riesiges Renaturierungsprojekt

In der Lausitz, an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg, entsteht seit mehreren Jahren das Lausitzer Seenland. Gelegen in einem Dreieck zwischen Luckau, Cottbus und Görlitz läuft hier ein Renaturierungsprojekt von gigantischen Ausmaßen.

Braunkohlestandort in der DDR

Bis zur Wende und teilweise darüber hinaus wurde hier kräftig Braunkohle abgebaut. In der DDR war das ein beliebter Energieträger. Nach dem Mauerfall wurden dann in kurzer Zeit so viele Gruben stillgelegt wie wohl in keiner anderen Region.

Flutung mit Flusswasser

Dort entsteht nun aus bzw. auf den stillgelegten Tagebauen eine Seenlandschaft, die sich sehen lassen kann. Ganz allein durch Grundwasser und Regen geht das jedoch nicht. Ohne die Flutung mit Wasser aus den angrenzenden Flüssen Neiße, Spree und Schwarze Elster hätte es bis zu 100 Jahre gedauert, um die Tagebauen mit Wasser zu füllen. Und so lange wirst Du wohl kaum auf den nächsten Urlaub warten wollen! Die Renaturierung der Tagebauen seit Mitte der 90er Jahre war allerdings nicht ganz unkompliziert. In Jahren, in denen das Wetter nicht mitspielte und es zu trocken war, wurde weniger geflutet. Dazu kommt, dass sich beim Kontakt des Seewassers mit Bergbau-Rückständen wie Pyrit Schwefelsäure bildete, die erst mit Kalk neutralisiert werden musste, damit eine Wasserqualität erreicht wird, die Badehungrige lockt.

Zwölf Badeseen warten auf Gäste

Doch allmählich geht das Großprojekt auf die Zielgerade: Ende letzten Jahres waren bereits 85 Prozent der benötigten Wassermenge in den Lausitzer Seen. 16 künstliche Gewässer sind bereits aufgefüllt, in zwölf von ihnen kannst Du auch schon baden. Im Zentrum der Seenplatte zwischen Senftenberg und Hoyerswerda liegen mit der sogenannten Seenkette durch Kanäle verbundene 7.000 Hektar Wasserfläche, die auch schiffbar sind. Die gesamte Wasseroberfläche der einzelnen Seen beträgt momentan etwa 130 Quadratkilometer (13.000 ha). Bis zur endgültigen Fertigstellung, wenn auch die letzten Seen vollständig geflutet sind, wird es noch einige Jahre dauern. Dann sollen es insgesamt 144 Quadratkilometer sein. Damit würde die Region zu Deutschlands viertgrößtem Seengebiet und gleichzeitig die größte künstlich angelegte Wasserlandschaft Europas.

Kaum von natürlichen Seen zu unterscheiden

Dabei sieht hier wenig künstlich aus. Die neuen Seen verschmelzen zunehmend mit anderen, älteren Gewässern, die teilweise schon im Mittelalter entstanden sind und heute oft zur Fischzucht genutzt werden. Oberflächlich sind die künstlichen Seen fast nur noch durch die enorme Größe von den natürlichen Gewässern zu unterscheiden. Die riesige Wasserwelt lockt bereits zahlreiche Touristen an und lädt zum Bleiben ein. Dort kannst Du Sport treiben oder lesen.

Landschaftswandel beobachten

Braunkohle wird in der Lausitz zwar noch immer gefördert, aber nur noch in vier Gruben. Die ganze Region, die jahrzehntelang vom Rohkohleabbau bestimmt wurde, gibt heute ein neues Landschaftsbild ab. Noch ist dieser Wandel nicht abgeschlossen. Und Du kannst live dabei sein und beobachten, wie aus alten Tagebaulöchern attraktive Badeseen werden. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen!

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie