E-Lifestyle  

30. Oktober 2014

Brems an einem anderen Tag: Erstes QUANT e-Auto mit Flusszellenbatterie

In 2,8 Sekunden auf Tempo 100, geräuschlos wie eine Raubkatze auf der Jagd – eine Szene wie aus dem nächsten James Bond-Film: Hauptdarsteller könnte die QUANT e-Sportlimousine des Herstellers nanoFLOWCELL AG® sein. Der Prototyp hat diesen Sommer vom TÜV die Straßenzulassung erhalten. Zum ersten Mal fährt ein Auto voll elektrisch mit Flusszelle auf Deutschlands Straßen.

5,25 Meter lang und rund 2,3 Tonnen schwer. 2900 Newtonmeter katapultieren den QUANT e in 2,8 Sekunden  auf 100 Stundenkilometer. Markantestes Merkmal: die schwingenden Flügeltüren | Bild: nanoFLOWCELL AG®

5,25 Meter lang und rund 2,3 Tonnen schwer. 2900 Newtonmeter katapultieren den QUANT e in 2,8 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Markantestes Merkmal: die schwingenden Flügeltüren | Bild: nanoFLOWCELL AG®

Bonds Haus-und-Hof-Erfinder Q hätte sich das kaum verrückter ausdenken können: ein ultraflinker Sportwagen, getankt mit Salzwasser bis unter die Flügeltüren. Eine Vollblut-e-Sportlimousine mit einer Höchstgeschwindigkeit von 350km/h, gleich vier Elektromotoren und 653 PS (480 kW), in der Spitze sogar 925 PS (680kW).

Sportliches Design bis in die Sitzheizung. Auch innen ein schicker Flitzer | Bild: nanoFLOWCELL AG®

Sportliches Design bis in die Sitzheizung. Auch innen ein schicker Flitzer | Bild: nanoFLOWCELL AG®

Salzwasser im Tank: Die sportlichste Nasszelle, die es je gab

Optisch ist QUANT eine Mischung aus dem BMW i8 und dem Tesla Model S. Unter der Motorhaube lässt er sich allerdings mit keinem Wagen vergleichen. Er ist ein Prototyp, das Patent der Liechtensteiner Firma nanoFLOWCELL AG®.

Unter der Motorhaube: eine Flussbatterie oder auch genannt Redox-Flow-Batterie (RFB), Flüssigbatterie oder Nasszelle. Sie speichert elektrische Energie in einer chemischen Verbindung, in Form von flüssigen Elektrolyten (kurz gesagt: Salzwasser). Zwei verschiedene Flüssigkeiten werden durch die Zelle gepumpt, fein säuberlich getrennt durch eine Membran, ähnlich einer festen Haushaltsfolie; eine Elektrolyt-Flüssigkeit Richtung Anode, eine zu einer Kathode. Zwischen diesen plattenförmigen Plus- und Minuspolen wird Energie übertragen.

Einst speicherte die Redox-Batterie Energie für die amerikanische Raumfahrt. Längst liegen die Patente offen | Bild: Flickr / PNNL

Einst speicherte die Redox-Batterie Energie für die amerikanische Raumfahrt. Längst liegen die Patente offen | Bild: Flickr / PNNL

Als Pufferbatterie für Windkraftanlagen oder als Energiespeicher für Solarstrom ist die Flusszelle dem Prinzip nach schon länger im Einsatz. Die Basis dafür lieferte ein Patent der NASA von 1976.

Gitarrist, Sänger, Doktor – dem Erfinder der QUANT e-Sportlimousine, Nunzio La Vecchia, eilt ein schillernder Ruf voraus. Sein letztes Elektro-Solarfahrzeug hielten viele Kollegen aber für einen Bluff | Bild: nanoFLOWCELL AG®

Gitarrist, Sänger, Doktor – dem Erfinder der QUANT e-Sportlimousine, Nunzio La Vecchia, eilt ein schillernder Ruf voraus. Sein letztes Elektro-Solarfahrzeug hielten viele Kollegen aber für einen Bluff | Bild: nanoFLOWCELL AG®

Verblüffend neu: die fünffach gesteigerte Energiedichte

Mit viel weniger Flüssigkeit kann die nanoFLOWCELL®einen viel höheren Energieertrag erreichen, nämlich 600 Wattstunden pro Liter. In zahlreichen Versuchen hat die Simulations-Abteilung der nanoFLOWCELL AG, dem nanoFLOWCELL DigiLab in Zürich, die Zusammensetzungen der Elektrolyt-Flüssigkeiten überarbeitet. Laut Hersteller gibt es fast keine bewegten Teile, wenig Abwärme und dadurch einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent.

Jetzt will der technische Leiter Nunzio La Vecchia, der vielen bis vor Kurzem noch als Hochstapler erschien, gemeinsam mit Bosch Engineering die Serienfertigung in die Gänge bringen.

Bessere Reichweite als die Konkurrenz der E-Autos

200 Liter kann der Prototyp der QUANT e-Sportlimousine in seine Tanks aufnehmen. Das reicht dem E-Flitzer bei gemäßigter Fahrweise für 600 Kilometer, also in etwa einer Fahrt von Hannover nach München. Diese Reichweite überflügelt die Konkurrenz und sie kann es sogar mit der eines Benziners aufnehmen. Und noch ein Punkt geht an das E-Mobil mit eingebauter Nasszelle: Ein Liter der Elektrolyt-Flüssigkeit soll sehr viel billiger sein als ein Liter Benzin. Kraftfahrzeug-Tankstellen könnten damit bald der Vergangenheit angehören. Nur gibt es bislang natürlich noch keine öffentlichen Elektrolyt-Tankstellen, eine entsprechende Infrastruktur muss erst noch geschaffen werden. Wie schwierig das ist, weiß die stromtankende Konkurrenz.

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