E-Lifestyle  

20. November 2014

Chauffeure im Battle: Herkömmliches Taxi vs. Elektroauto CITY eTAXI

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Bisher nur ein Modell. Bis 2016 soll die kleine Flotte auf 30 echte E-Taxis anwachsen | Bild: ACM / Kerp &Heinicke

Wer gewinnt? Ein herkömmliches Taxi, 5 Meter lang, fast 2 Tonnen schwer, Höchstgeschwindigkeit 200 km/h. Oder ein kleines elektrisches Fahrzeug, 3,30 Meter lang und nur 550 Kilo schwer, mit einer Höchstgeschwindigkeit von nur 80 km/h.

Paul Leibold würde wohl auf das CITY eTAXI wetten. Er findet, ein Taxi muss nicht mehr Platz bieten als für Fahrer, zwei Kunden und ihr Gepäck. Der Entwickler und Mitarbeiter des Ingenieurbüros Vispiron startete das Gemeinschaftsprojekt Adaptive City Mobility (ACM). Gemeinsam mit dem Münchner Designprofessor Peter Naumann und dem bayerischen Kleinserienhersteller Roding entwarf er einen umweltfreundlichen E-Däumling, ein elektrobetriebenes Leichtbaufahrzeug.

Akku-Transporter oder Akku-Wechselstationen versorgen die E-Taxi-Flotte mit neuen, vollgeladenen Akkus | Bild: ACM / Kerp & Heinicke

Akku-Transporter oder Akku-Wechselstationen versorgen die E-Taxi-Flotte mit neuen, vollgeladenen Akkus | Bild: ACM / Kerp & Heinicke

Der Kompakteste unter den Elektrofahrzeugen

Das weitgehend aus Kunststoff gefertigte Auto bringt zarte 550 Kilo auf die Waage (Zum Vergleich: 2.108 Kilogramm wiegt das Tesla Modell S). Durch die Zulassung als Leichtkraftwagen in der Kategorie L7E entfallen einige Crash-Anforderungen, was die Karosserie noch leichter macht.

Und: Wenn ein E-Fahrzeug – wie die meisten anderen – mit Lithium-Ionen-Akku unterwegs ist, benötigt es ein schwerwiegendes Sicherheitssystem. Nicht nötig im CITY eTAXI.

Hier spielen Niedrigvolt-Akkus mit ihren Muskeln

Dem CITY eTAXI soll ein 20 PS starker Elektromotor genügen. (653 PS schafft das Alpha-Tier der Branche, die QUANT e-Sportlimousine). Acht Pakete an Niedrigvolt-Akkus ermöglichen eine Reichweite von 120 Kilometern. Nicht viel, aber die durchschnittliche Tagesstrecke liegt sowieso nur bei circa 200 Kilometer pro Stadttaxi. Außerdem gibt es Reserve-Akkus. Die können einfach per Muskelkraft oder mit einem speziellen Werkzeug ausgetauscht werden. Nach Betriebsschluss können dann alle Akkus wieder Strom laden. Das dauert im Schnitt viereinhalb Stunden.

Intelligent und vernetzt: Dank einer Smartphone-App findet das CITY eTAXI seinen Fahrgast fast von alleine | Bild: ACM / Kerp & Heinicke

Intelligent und vernetzt: Dank einer Smartphone-App findet das CITY eTAXI seinen Fahrgast fast von alleine | Bild: ACM / Kerp & Heinicke

E-Autos verbreiten sich flotter in der Flotte

Besonders spannend wird das CITY eTAXI in der Masse: nicht der Verkauf einzelner Fahrzeuge ist geplant, sondern ganzer E-Flotten. Durch Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie soll im kommenden Jahr ein Prototyp des CITY eTAXIS gebaut werden und schon im Sommer 2016 sollen die ersten Fahrzeuge in München fahren.

Andere E-Fahrzeuge wie der Nissan Leaf bieten sich auch als Taximodell an. Die integrierte Soft- und Hardware des Leichtfahrzeuges eröffnet sogar erweiterte Einsatzmöglichkeiten. Es kann zum Beispiel Standorte und Wege aufzeichnen. So könnten Kundenprofile erstellt werden, um dann nach persönlichen Interessen – noch während der Fahrt – Produkte anzubieten. Neuer Diskussionsstoff für Datenschützer. Doch in Stockholm erfahren Touristen zum Beispiel durch diese Technik, wo die Hotspots versteckt sind, die in keinem Reiseführer stehen.

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