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Das Dorf der Zukunft | EFFEKT
Das Dorf der Zukunft | EFFEKT
11. Januar 2017

Das Dorf der Zukunft

Eine rasant wachsende Weltbevölkerung, Verstädterung, Ressourcenknappheit, die globale Ernährungskrise und ein viel zu hoher CO2-Ausstoß sind nur einige der Herausforderungen, denen wir uns in Zukunft stellen müssen. Der holländische Projektentwickler ReGen Villages hat mit dem dänischen Architekturbüro EFFEKT ein Dorf der Zukunft entworfen, das diesen Problemen entgegentreten kann. Bewohner bauen hier ihr eigenes Gemüse an, züchten Tiere und erzeugen eigenen Strom aus erneuerbaren Energien.  Der Fokus im ReGen Dorf liegt auf dem Leben in der autarken Gemeinschaft.

Fischzucht kombiniert mit Gemüseanbau | EFFEKT

Fischzucht kombiniert mit Gemüseanbau | EFFEKT

In Almere in den Niederlanden entsteht seit Sommer 2016 auf 15.000 Quadratmetern das erste ReGen Dorf. Bereits 2018 soll es nach nur 18 Monaten Bauzeit bezugsfertig sein. Bis zu 100 Bewohner können dort in 25 Häusern leben. Das Dorf soll vollkommen autark sein: Von der alternativen Energieerzeugung über die Lebensmittelproduktion bis zur Müllverwertung können die Bewohner ihr Leben unabhängig von externen Unternehmen gestalten. Energie, Nahrung und Recycling bilden einen Kreislauf. Nicht kompostierbarer Müll wird zur Energieerzeugung verbrannt, der restliche Energiebedarf wird durch Solar- und Biogasanlagen abgedeckt. Regenwasser wird ungefiltert zur Bewässerung genutzt, gefiltert dient es als Trinkwasser.

„Stadtbewohner auf der ganzen Welt arbeiten hart um die Ausgaben für ihre Häuser zu bezahlen ­– Hypotheken, Energie, Wasser und Wärme, Klimaanlagen und Lebensmittel. Wir stellen uns Häuser vor, die für die Bewohner arbeiten. Sie erzeugen saubere Energie, Wasser und Nahrung außerhalb von regulären Versorgungsnetzen und das auf Flächen mit erschwinglichen Landpreisen außerhalb unserer Großstädte,“ erklärt Sinus Lynge, Mitbegründer von EFFEKT.

Salat – aus dem Wintergarten auf den Tisch| EFFEKT

Salat – aus dem Wintergarten auf den Tisch| EFFEKT

Das Dorf verbindet viele innovative Technologien: Positivenergie-Häuser, erneuerbare Energien, Energiespeicher, biologischer Anbau von Lebensmitteln und vertikale Gärten mit Aquaponik-System. Das System kombiniert Fischzucht und Pflanzenanbau miteinander. Ergänzend werden Fliegen gezüchtet, mit denen die Fische gefüttert werden. Neben der Fischzucht werden in ReGen Villages auch Ziegen und andere kleinere Nutztiere gehalten.

Der Kreislauf des Selbstversorger-Dorfs | EFFEKT

Der Kreislauf des Selbstversorger-Dorfs | EFFEKT

Die Nachfrage nach einem Platz im ersten ReGen Dorf in Almere ist riesig, es gibt bereits Wartelisten. Anfang November 2016 wurde mit der Stadt Lund in Schweden eine Vereinbarung über den Bau eines weiteren Dorfs geschlossen. Weitere Projekte sind bereits in Norwegen, Dänemark und auch in Deutschland geplant. Den Entwicklern schwebt neben europäischen Ländern aber eigentlich eine andere Zielgruppe vor: „Wir bauen unseren Prototyp in Almere, Holland, wo es ein großes Obere-Mittelschicht-Potential für unser Projekt gibt. Das größte Potential für ReGen Villages liegt jedoch in Entwicklungsländern, wo Millionen sich aus ländlichen Gebieten zurückziehen, auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen“, erklärt Sinus Lynge, einer der Gründer von EFFEKT.

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie