Globales Denken  

Hochspannung im Stadion – Fans voller Energie| complize / photocase.de
Hochspannung im Stadion – Fans voller Energie| complize / photocase.de
10. Juni 2016

Das Runde muss ins Eckige

Der Ball muss ins Tor, ein Spiel dauert 90 Minuten und Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift. Den meisten Fußballfans sollten diese Floskeln bestens bekannt sein. Wie sieht es allerdings hinter den Kulissen dieses sportlichen Großevents aus? Wie funktioniert die Energieversorgung der Stadien? Wie viel Energie verbrennt ein Spieler und wie sieht es bei den Fans aus? Wir haben einige spannende und überraschende Fakten rund um die Themen Energie, Nachhaltigkeit und Fußball zusammengestellt.

Fußball-EM – ein organisatorisches Mammutprojekt
Jeder einzelne Bereich der Turnier-Organisation in Frankreich (darunter Transport, Logistik, Beleuchtung, Verpflegung, Merchandising und Broadcasting) wirkt sich auf direkte oder indirekte Weise auf die Umwelt aus, sei es hinsichtlich der Luftverschmutzung, des Verbrauchs natürlicher Ressourcen oder des Beitrags zum Klimawandel. Bei der diesjährigen EM hat die UEFA einen eigenen Ökorechner entwickelt um aufzuzeigen, wie die eigene Anreise zum Turnier den Treibhausgasausstoß beeinflusst. Die Fahrt mit dem Auto von Berlin nach Paris verbraucht demnach schätzungsweise 0,41 Tonnen CO2, genug um 24.332 Fußbälle zu befüllen. Ein Flug von Berlin nach Paris verbraucht 0,51 Tonnen CO2, dies entspräche 30.267 gefüllten Fußbällen. Eine Anreise mit dem Zug hingegen verursacht nur rund 0,03 Tonnen CO2 – dies sind nur 1.780 gefüllte Fußbälle.

Die Austragungsorte – Nachhaltige Energieversorgung
Zum Eröffnungsspiel am 10. Juni um 21 Uhr wird Gastgeber Frankreich gegen Rumänien im Nationalstadion Stade de France antreten. Die meisten der diesjährigen Austragungsorte beziehen ihre Energie auch über erneuerbare Energiequellen, wie zum Beispiel Solarpaneele. Im Stadion in Marseille, dem Stade Vélodrome, wird Strom zusätzlich über eine Kleinwindanlage gewonnen. Außerdem wurde eine Abwasserwärmenutzungsanlage zur Rückgewinnung von Wärme installiert. Das effiziente Wassermanagement im Stadion ist vor allem das Ergebnis intelligenter Infrastrukturentscheidungen. Beispielsweise stammt ein Großteil des verwendeten Wassers (zur Spielfeldbewässerung und in den sanitären Einrichtungen) aus Regenwassersammelanlagen. Sie sind in sieben der zehn EM-Stadien eingebaut. Bei der WM in Brasilien 2014 tendierte der Trend bereits zur verstärkten Nutzung von neuen Energien. Auch bei den Planungen zur WM 2018 in Russland spielen Überlegungen zu einem ressourcen- und umweltschonenden Energiekonzept eine Rolle.

Fußball spielen auf Topniveau – eine energetische Höchstleistung
Fußball spielen auf Eliteniveau ist eine energetische Höchstleistung. Ein Feldspieler legt in einem Spiel durchschnittlich zehn bis dreizehn Kilometer zurück, was Fußball zum Ausdauersport macht. Dennoch sind die Anforderungen deutlich hoher, da mehr als 600 Meter davon gesprintet und etwa 2,4 Kilometer in hohem Tempo absolviert werden. Über die gesamte Spieldauer liegt die Herzfrequenz bei etwa 85 Prozent der maximalen Leistung und der Sauerstoffbedarf liegt bei etwa 70 Prozent der maximalen Aufnahmekapazität. Damit liegt der totale Energieverbrauch eines Normalspielers mit einem Körpergewicht von 75 Kilogramm bei ungefähr 1.600 Kilokalorien.

Deutschland – im Fußballfieber
Auch diejenigen, die sich nicht auf den Weg nach Frankreich begeben, sind im Fußballfieber. Rund um das „Fan sein“ ist mittlerweile eine ganze Industrie von schwarz-rot-goldenen T-Shirts, Fahnen, Auto- und Fahrrad-Dekoartikel….. die Möglichkeiten seine Liebe auszudrücken sind mittlerweile grenzenlos. Besonders beliebt ist bei vielen Fans das Sammeln von Fußballbildern. Die Mitarbeiter der Firma Panini, die Sammelbilder zur EM herstellt, beschäftigt im Schichtbetrieb zu Zeiten einer Meisterschaft bis zu 70 Mitarbeiter an sechs Tagen die Woche, 21 Stunden pro Tag.  Generell ist die Herstellung von Papier eine ganz schön aufwändige Angelegenheit: Um ein Blatt Papier herzustellen werden rund zehn Liter Wasser benötigt. Ganz schön energieintensiv! Panini produziert täglich rund sieben bis acht Millionen Tüten der kleinen Fußballbildchen. Die Bilder werden übrigens mit einigem Vorlauf zur EM produziert, der endgültige EM-Kader ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Ob die Deutschen nach 1972, 1980 und 1996 dieses Jahr wieder über einen Europameister Titel jubeln können? Und wie werden in diesem Jahr die Fans ihre Leidenschaft zeigen? Es bleibt auf jeden Fall spannend!

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie