Zukunft Energie  

17. Mai 2011

Der NPE-Bericht und ein Regierungsprogramm, das mit der Elektromobilität ernst macht

Wer wird E-Millionär? | Foto: Shutterstock, BrunoSINNAH

Wer wird E-Millionär? | Foto: Shutterstock, BrunoSINNAH

 

Eine Million Elektroautos wollen Bundesregierung und Autoindustrie bis 2020 auf die Straßen bringen. Ende 2010 waren es unter 3.000. Aber die Elektrowende verspricht 30.000 Jobs. Gestern bekam die Bundeskanzlerin Angela Merkel von der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) den zweiten Bericht zum Stand der Elektroauto-Entwicklung in Deutschland. Die NPE – ein Zusammenschluss von Vertretern aus Industrie, Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Gesellschaft – spricht der Bundesregierung darin Empfehlungen für ihre künftige Politik im Bereich Elektromobilität aus. Die NPE plädiert ganz deutlich für einen erhöhten finanziellen Einsatz der Regierung, um die Zielvorgabe „eine Million Elektroautos“ zu erreichen. Kritiker haben Bedenken, dass es der Industrie weniger um die Umwelt gehe als um eine Finanzspritze fürs eigene Geschäft. So kritisiert auch der WWF den NPE-Bericht als Farce.

Die Regierung steht aber hinter dem NPE und antwortet mit dem „Regierungsprogramm Elektromobilität“. Darin ist unter anderem geplant, die Forschungsgelder bis 2013 um eine Milliarde Euro anzuheben, Sonderfahrspuren und Sonderparkzonen für E-Autos einzurichten und eine zehnjährige Befreiung von der Kfz-Steuer zu gewähren. Außerdem soll die Besteuerung so geändert werden, dass sich für Firmen die Anschaffung von Stromautos rechnet.

Auf welchem Stand sind die Elektroantriebe in Deutschland?

Die Batterien werden immer leistungsfähiger und die Hersteller integrieren sie immer fantasievoller ins Fahrwerk: Beim Nissan Leaf, der 2011 in Serie geht, sitzt man leicht erhöht auf einem Berg von Lithium-Ionen-Batterien. Insgesamt 48 Module mit jeweils vier Zellen sind im Wagenboden versteckt. Der hundertprozentige Elektro-Nissan hat damit eine Kapazität von 24 Kilowattstunden. Nach etwa 175 Kilometer muss der Nissan wieder an die Steckdose. Mit Starkstrom füllen sie 80 Prozent des Akkus in weniger als einer halben Stunde. Und das Laden funktioniert sogar an einer ganz normalen Steckdose – in acht Stunden, sozusagen über Nacht. Auf der New Yorker Motor Show Messe sah man den Nissan Leaf dann zum einzigen Mal mit rauchendem Auspuff: auf einem Riesenposter.

Alle Hersteller verbessern die Modelle und kommen bald damit auf den Markt: Mercedes, BMW, Volkswagen und Opel werden ab 2013 Modelle mit Elektromotor aus der Großserienfertigung anbieten. Auf der Opel-Homepage kann man sich gegen eine Anzahlung von 150 Euro schon einen Opel Ampera zurücklegen lassen.

Rechnet die NPE richtig? Lohnt sich das E-Auto?

Sogar für den Fall, dass Strom in Zukunft teurer werden sollte, weil die Ressourcen knapper werden: Das Elektroauto bleibt günstiger als ein herkömmlicher Wagen. Grund dafür ist die hohe Energieausbeute: Über 90 Prozent der Energie können mit dem Elektromotor in Bewegung umgesetzt werden, beim Verbrennungsmotor sind es weniger als 35 Prozent.

Reicht der Strom für 1 Million Elektrofahrzeuge?

Das ist doch alles ganz einfach: Man nimmt schnell nachwachsende Pflanzen, verarbeitet sie zu einer praktikablen Form von Treibstoff, verbrennt diesen im Kraftwerk, und das dabei freigesetzte CO2 wird von den nachwachsenden Pflanzen benötigt, um neue Biomasse aufzubauen, die dann wieder der Energieversorgung dient. So erklärt es jedenfalls Helmut Junge im Journalistenblog ruhrbarone.

Was wir der Regierung mit auf den Weg geben können, hat der Fotograf Florian Reischauer (aus seiner Reihe „PIECES OF BERLIN“) schön abgelichtet: Berlin – alles ist möglich. Wir müssen nur wollen, wir müssen nur wollen …

Dem Ziel Elektromobil-Millionär steht also fast nichts mehr im Wege. Oder was soll da noch kommen?

Video-Podcast von Angela Merkel

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