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26. Januar 2012

Deutschland im Ausbau: Warum das Gasnetz unser Stromnetz retten könnte

Gut vernetzt ist gut versorgt

Gut vernetzt ist gut versorgt | Bild: Photocase / nena2112

Zum Glück gibt es auf viele komplizierte Fragen ganz einfache Antworten. So könnte man auf die Frage „Woher kommt denn mein Strom?“ kurz und knackig mit „Aus der Steckdose natürlich“ antworten. Könnte man, machen wir aber nicht. Denn so leicht ist das Ganze nicht: Um Strom oder Gas von den Kraftwerken in die Haushalte zu befördern, braucht man nämlich ein riesiges, gut ausgebautes Versorgungsnetz. In Deutschland umfasst beispielsweise allein das Stromnetz aktuell rund 1,78 Millionen Kilometer oder anders gesagt: 2.225-mal von München nach Hamburg. Da ungefähr 70 Prozent dieser Leitungen unterirdisch verlaufen, bekommt davon jedoch kaum jemand etwas mit. Außerdem haben unterirdische Netze den Vorteil, dass sie weniger Platz brauchen und vor Umwelteinflüssen besser geschützt sind.

Ein Riesen-Kuchen, viele kleine Stücke: Das Versorgungsnetz teilt sich in Netzgebiete

Genau wie das deutsche Stromnetz kann man sich auch das Gasnetz als einen ganz großen Kuchen mit vielen kleinen Stücken vorstellen. Diese unterschiedlich großen Kuchenstücke sind die einzelnen regionalen Netzgebiete, die nach Städten oder Gemeinden aufgegliedert sind und die sich meist verschiedene Energieversorger teilen. Deshalb können Verbraucher in ihren Haushalten Strom und Gas von unterschiedlichen Anbietern beziehen. Diese müssen gewährleisten, dass stets genug Energie verfügbar ist, so dass niemand im Dunkeln sitzt oder frieren muss.

Um bundesweit Menschen mit Strom und Gas versorgen zu können, muss ein Anbieter also in möglichst vielen Netzgebieten verfügbar sein. Ein Beispiel: Aktuell ist 123energie mit seinen Gasprodukten in 197 Netzgebieten vertreten und kann damit rund 80 Prozent aller bundesdeutschen Haushalte erreichen. Ob es die Produkte von 123energie auch in der eigenen Stadt oder Gemeinde gibt, erfahren Interessenten, wenn sie ihre Postleitzahl in den Tarifrechner auf der Website eingeben.

Das Gasnetz als Stromspeicher: Die Lösung des Ökostrom-Problems?

Da das Stromnetz häufig mit den produzierten Mengen an Ökostrom schlichtweg überlastet ist, verpuffen jährlich große Mengen an grünem Strom einfach. Doch statt aufwendig das aktuelle Stromnetz auszubauen, könnte man auch auf einen Speicher zurückgreifen, der bereits existiert – das Gasnetz.

Die Lösung für das Problem wurde von Fachleuten „Power to Gasgetauft und funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Aus dem überschüssigen Ökostrom könnte per Elektrolyse Wasserstoff gewonnen werden, der sich wiederum ins Erdgasnetz einspeisen lässt. In Gaskraftwerken könnte letztlich das Gas wieder in Strom umgewandelt werden.

So weit, so gut. Allerdings ist bisher noch nicht geklärt, wie umsetzbar diese Idee, die in der Energiebranche zu einem regelrechten Hype geführt hat, wirklich ist. Unstrittig ist jedoch, dass man echte Innovationen braucht, um mit dem produzierten Ökostrom effektiver umgehen zu können. Im vergangenen Jahr gingen nach Informationen der Bundesnetzagentur rund 127 Gigawattstunden Windstrom im Wert von rund 30 Millionen Euro verloren. Diese Menge an ungenutztem Ökostrom hätte ausgereicht, um eine Kleinstadt mit etwa 30.000 Einwohnern ein ganzes Jahr lang zu versorgen. Die „Gretchen-Frage“ der Energiewende lautet also: Wie speichert man überschüssigen Ökostrom? Und „Power to Gas“ ist eine erste Antwort darauf.

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie