Zukunft Energie  

11. Dezember 2014

DHL drohnt über Juist: Ein Paketkopter mit Elektromotor beliefert Inselbewohner mit Medikamenten

Solar-Drohnen von Google sollen schnellen Internetzugang für die ganze Welt ermöglichen, Amazon hat vor, seine Kunden mit Päckchen über den Luftweg zu versorgen. Viele Pilotprojekte bringen das Forschungsgebiet rund um die kleinen unbemannten Luftfahrzeuge als alternative Transportform immer weiter nach vorne. Gerade wenn es um die Notfallversorgung für schwer erreichbare Gebiete wie beispielsweise Inseln geht, sind neue Lösungen dringend gefordert. Mit Transportdrohnen, die ist nicht von festen Fähr- oder Flugverbindungen abhängig sind, könnte so ein Quantensprung gelingen, der einen großen Mehrwert für die Gesellschaft mit sich bringt.

Seit ein paar Monaten testet die Deutsche Post-Tochter DHL die Warenbelieferung mit einem eigenen Transportkopter unter realen Bedingungen. Mit diesem Gemeinschaftsprojekt, das DHL zusammen mit dem Institut für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen und der Firma Microdrones realisiert, können wertvolle Erkenntnisse zu Flugverhalten, Zuverlässigkeit und Eignung der Drohnen gewonnen werden.

Je nach Wetterlage ist die DHL-Drohne bis zu 18 Meter pro Sekunde schnell | Bild: Deutsche Post DHL

Je nach Wetterlage ist die DHL-Drohne bis zu 18 Meter pro Sekunde schnell | Bild: Deutsche Post DHL

Elektrischer Antrieb befördert die quietschgelbe Drohne ans andere Ufer

Die jeweiligen Drohnen-Flüge starten an verschiedenen Wochentagen – auch am Wochenende, bei Wind und Wetter und zu jeder Uhrzeit. Schauplatz ist die Stadt Norden in Ostfriesland. Dort wird der robuste Karbonbehälter, der an der Unterseite des Paketkopters angebracht ist, mit Eil- und Notfallmedikamenten beladen. Sicher verschlossen geht es dann per Luftlinie in Richtung Nordseeinsel Juist und dort auf den speziell eingerichteten Landeplatz. Die Flugzeit dauert circa 15 Minuten. Ein DHL-Mitarbeiter entnimmt dann die Ware, tauscht den Akku aus und liefert die Fracht an die Insel-Apotheke vor Ort aus. Da Juist komplett autofrei ist und die Gezeiten die Belieferung auf normalem Wege zusätzlich erschweren, ist die Insel der ideale Versuchsstandort für ein solches Projekt.

Auf dem Landeplatz auf Juist entnimmt dann ein Mitarbeiter die dringend benötigten Medikamente | Bild: Deutsche Post DHL

Auf dem Landeplatz auf Juist entnimmt dann ein Mitarbeiter die dringend benötigten Medikamente | Bild: Deutsche Post DHL

Gelbes Fliegengewicht: Weniger als 5 Kilogramm bringt der Kopter auf die Waage

Mit Hilfe des eingebauten Elektromotors kann die Transport-Drohne mindestens 12 Kilometer weit fliegen beziehungsweise bis zu 45 Minuten lang, je nach Windgeschwindigkeit und Nutzlastgewicht. Regen, Schnee und Staub sind dabei kein Hindernis. Das Fliegengewicht wiegt weniger als 5 Kilogramm und kann bis zu 1,2 Kilogramm Last transportieren. Auf eine Entfernung von 50 Metern ist der DHL-Kopter nicht lauter als ein sprechender Mensch. Vier Rotoren geben dem sogenannten Quadrokopter Auftrieb. Dank eines Autopilots funktioniert der Flug von Start bis Landung völlig automatisch. Die Drohne muss daher nicht permanent in Sichtweite sein. Eine Datenverbindung zwischen Kopter und Bodenstation sorgt jedoch für die nötige Sicherheit. Im Notfall wird in den Flug eingegriffen.

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