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Blumen, die aus dem Fernseher wachsen? 3-D-Technologien machen es möglich | Bild: Samsung
7. September 2011

Die Elektronik-Trends der IFA 2011: Wie smarte Technologien unser Leben verändern

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Blumen, die aus dem Fernseher wachsen? 3-D-Technologien machen es möglich | Bild: Samsung

130.000 Besucher hielten bei der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin vor Begeisterung den Atem an: So einen verrückten Kasten, der Töne und Musik ausspuckt, hatten sie noch nie zuvor gesehen. Der Name des Hightech-Wunders: Röhren-Radio-Apparat. Das war im Jahr 1924, als die IFA erstmals ihre Tore für Aussteller und Besucher öffnete. Überlagerungsempfänger und Zug-Telefone sind 3D-Fernsehern und immer dünneren Tablets gewichen, die offenen Münder und großen Augen sind jedoch geblieben. Denn Technik begeistert. Daran hat sich in den letzten 87 Jahren nichts geändert.

Heimkino 2.0: 3-D-Technologie und Apps für den Fernseher

Nicht wenige Experten hielten die neu aufkeimende Begeisterung für die 3-D-Technologie für einen vorübergehenden Hype. Auf der IFA 2011 werden sie jedoch eines Besseren belehrt: Denn dreidimensionales Fernsehen ist allgegenwärtig. Die Zeiten der grün-roten Pappbrille sind jedoch längst vorbei. Heute dominiert die Shutter-Technik, deren Weiterentwicklung Philips „3D Max“ taufte und in Berlin präsentierte.

Uns so funktioniert das Prinzip: Eine akku-betriebene Brille und der Fernseher sind synchron geschaltet. Das Bild wird abwechselnd nur für das rechte oder linke Auge in einer so hohen Frequenz angezeigt, dass das Gehirn ausgetrickst wird und nur ein Bild wahrnimmt. Für Videospiel-Fans haben die Brillen von Philips einen besonderen Vorteil: Über einen Gaming-Schalter erhalten zwei Spieler nur das jeweils für sie bestimmte Bild, obwohl sie auf dem gleichen Bildschirm spielen. Der nervige Splitscreen ist also bald Geschichte.

Eigentlich sind auch die Brillen heute schon überflüssig. Mit dem 55ZL2G stellt Toshiba auf der IFA einen Fernseher vor, der auch ohne Brille aus neun Perspektiven dreidimensionale Bilder zeigt. Der 3-D-Effekt wird in diesem Fall über eine spezielle Beschichtung erzeugt, jedoch ist er nicht so stark wie bei der Shutter-Technik und sehr von der Sitzposition abhängig. Wer sich trotzdem für diese hypermoderne Fernsehvariante entscheidet, muss knapp 8000 Euro investieren.

Egal, ob in 2- oder 3-D: Mit dem Fernseher der Zukunft kann man weit mehr, als bloß sonntags Tatort schauen. Denn bereits seit Jahren liefern sich die Hersteller ein heißes Rennen um die Einführung von Apps für ihre Fernseher. Auf der IFA 2011 konnten nun die ersten sehenswerten Ergebnisse präsentiert werden: Skypen, Googeln, Twittern – all das wird künftig mit einem Smart-TV von der Couch aus auf einem Großbildschirm möglich sein. Bei YouTube hat man längst auf diese Entwicklung mit der Einführung des 3-D-Channels reagiert. Natürlich sehr zur Freude der ersten stolzen Besitzer von internetfähigen 3-D-Fernsehern.

Stromsparen als IFA-Dauerbrenner und das Märchen vom hölzernen iPad

Weil Stromsparen bei den Deutschen zu einem Volkssport geworden ist, setzen fast alle Aussteller bei der IFA auf die grüne Karte. Wirklich neu ist jedoch das wenigste, das in den letzten Tagen in Berlin präsentiert wurde. Häufig wurde Bewährtes verbessert. So gibt es Mineralien, die beim Geschirrspülen Strom sparen, Spezial-Schaum, der Wäsche auch bei niedrigen Temperaturen reinigt und Trockner, die mit Solarwärme betrieben werden.

Nicht nur Handys oder TV-Geräte dürfen sich „smart“ nennen, auch Waschmaschinen und andere Haushaltsgeräte werden immer schlauer. Dank der Smart-Grid-Technologie können die Geräte erkennen, wann der Strom am billigsten ist und schalten sich dann automatisch ein. So kann auch die Nachfrage reguliert werden, wenn mehr Wind- und Solarstrom ins Netz eingespeist wird.

Ebenfalls stark im Kommen und auf der IFA überall zu sehen: Elektronik-Gehäuse aus Holz. „Smart Cover“ werden die neuen nachhaltigen Oberflächen und Schutzhüllen genannt, die natürlich bestens recyclebar sind. Aber das Material hat seine natürlichen Grenzen: Das musste auch Ashley McDowell aus der US-amerikanischen Kleinstadt Spartanburg erfahren. Für einen unglaublichen Schnäppchenpreis von nur 180 US-Dollar hatte sie ein iPad, das „vollkommen aus Holz“ besteht, erstanden. Wie sie kurz darauf feststellen musste, hatten ihr jedoch zwei Trickbetrüger statt eines vollfunktionsfähigen iPads ein vollkommen elektronikfreies Holzbrett angedreht. Deshalb glich ihr Gemütszustand auch bald dem Logo des berühmten Tablet-Herstellers: Ganz schön angefressen!

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