Zukunft Energie  

13. März 2013

Die Strassenlaterne als Stromtankstelle für E-Autos

Volltanken an jeder Ecke. In Zukunft lässt sich jede Straßenlaterne zur Zapfsäule umfunktionieren. | Bild: Photocase / nurmalso

Volltanken an jeder Ecke. In Zukunft lässt sich jede Straßenlaterne zur Zapfsäule umfunktionieren. | Bild: Photocase / nurmalso

 

Derzeit gibt es in Deutschland 2.821 Stromtankstellen zur Aufladung von Elektrofahrzeugen. Viel zu wenige für eine angemessene Versorgung der umweltfreundlichen Elektroflitzer, schließlich schaffen diese mit einer „Tankfüllung“ gerade einmal zwischen 100 und 200 Kilometern. Die Investition in die Ladestationen ist derzeit allerdings mit großem Aufwand und hohen Kosten verbunden. Diese Situation will das Startup-Unternehmen „Ubitricity“ jetzt ändern. Der Name setzt sich aus den Worten ubiquitär (lat. überall, allgegenwärtig) und electricity (engl. für Elektrizität) zusammen und beschreibt damit genau das, was die Jungunternehmer erreichen wollen: eine flächendeckende Stromversorgung für Elektroautobesitzer. Ein mobiler Stromzähler soll dabei als Lösung für eine kostengünstige E-Mobility-Infrastruktur eingesetzt werden.

Mobiler Zähler: Elektrofahrzeuge flexibel laden

Das Prinzip ist einfach: Straßenlaternen, die ja bereits die Straßen säumen, sollen als Energietankstellen dienen. Ausgestattet mit Systemsteckdosen, die über die Wartungsklappe integriert werden, kann hier ein Zugriff auf das öffentliche Stromnetz erfolgen. Die Elektronik zum Messen und Zählen des abgezapften Stroms hingegen ist in einem intelligenten Ladekabel enthalten, das der Verbraucher selbst dabei hat. Dieses entriegelt den Ladepunkt, autorisiert den Ladevorgang, erfasst die Messdaten und leitet die Transaktion ein. Ein mobiles Smart Metering also. So kann der Nutzer sein Auto beispielsweise mit einer Laterne neben seinem Parkplatz verbinden und den Akku ähnlich wie bei einem Handy aufladen. Die Bezahlung erfolgt über eine monatliche Abrechnung durch den eigenen Stromanbieter. Der „Zähler-to-go“ soll nicht nur Flexibilität beim Aufladen ermöglichen, sondern auch eine bezahlbare Alternative zu bestehenden Modellen darstellen und so den Ausbau der Infrastruktur vor allem in Ballungsgebieten vorantreiben. Derzeit ist die Metering-Technologie in jeder Ladestation integriert, was diese wesentlich teurer macht. Eine solche Stromtankstelle kostet mehrere 1.000 Euro. Für das intelligente Ladekabel hingegen ist ein Anschaffungspreis von maximal 100 Euro geplant. Der Nachteil: Diese Kosten tragen nun die Fahrzeugbesitzer statt wie zuvor die Inhaber der Ladestation.

 

E-Mobility-System konzipiert für deutsche Städte

Neben umweltbewussten Arbeitgebern und Parkhäusern sollen vor allem Kommunen in die neue Technologie investieren. Als gutes Beispiel geht Berlin voran: hier ist das Ziel, die Zahl der öffentlichen Aufladestationen bis zum Jahr 2015 von 110 auf 800 zu erhöhen. Die Entwicklung eines entsprechenden Konzepts hat die Stadt europaweit ausgeschrieben. Ubitricity nimmt mit seinen Laternentankstellen am Wettbewerb teil und hofft spätestens Anfang des Jahres 2014 in Serienproduktion gehen zu können. Wenn es klappt, tankt man in Berlin also bald an der Straßenlaterne.

Stichwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Kategorisiert in:

Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie