Zukunft Energie  

13. November 2014

Diskussion um Sigmar Gabriels Strommarkt-Reform

Damit auch bei wenig Sonne ein Licht aufgeht: Ideen zur Strommarkt-Reform sind ein Versuch | Bild: flickr / Moyan Brenn

Damit auch bei wenig Sonne ein Licht aufgeht: Ideen zur Strommarkt-Reform sind ein Versuch | Bild: flickr / Moyan Brenn

Ökostrom ist allgegenwärtig, überall fließt erneuerbare Energie im großen Stil. Eine positive Entwicklung für die geplante Energiewende.

Infolgedessen rechnet sich der Neubau konventioneller Kraftwerke wie Kohlekraftwerke immer weniger. Alte fossile Kraftwerke sollen teilweise vom Netz gehen. Was die Atomkraftwerke betrifft, so sollen diese bis 2022 komplett abgeschaltet werden.

Doch noch können die größten Ausbaumaßnahmen bei den Erneuerbaren die konventionellen Kraftwerke vorerst nicht ganz ersetzen, da diese immer dann einspringen müssen, wenn die Sonne einmal nicht scheint und der Wind einmal nicht weht. Sonst würde schnell die Versorgungssicherheit ins Schleudern geraten.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat jetzt Vorschläge erarbeitet, wie beides gelingen kann: Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung und gleichzeitig Versorgungsicherheit. Er rief Ideen zur  Strommarkt-Reform ins Leben.

Strommarkt-Reform von Sigmar Gabriel legt Ideen auf den Tisch

Zwei Modelle stehen dabei zur Diskussion: Ein Kapazitätsmarkt, bei dem die Betreiber fossiler Kraftwerke zusätzliche Einnahmen generieren können, weil sie immer eine gesicherte Stromleistung (Kapazität) anbieten können. Oder eine Weiterführung des bisherigen Marktes, bei dem lediglich für produzierte Energie gezahlt würde – vor allem in Phasen, in denen Strom aus Wind und Sonne knapp ist.

Gabriel plant wohl kein „Hartz IV“ für unrentable Kraftwerke. Das begrüßen Umweltschützer und sammeln unterdessen Unterschriften für den Kohleausstieg. Andere Stimmen wie die von Sigmar Gabriels Parteikollegin Hannelore Kraft werden den kompletten Kohleausstieg nicht so schnell unterschreiben: Sie stellte klar, Arbeitsplätze und bezahlbare Energie seien ihr wichtiger als die Energiewende.

Neue Jobs im Bereich der erneuerbaren Energien

Beschäftigung durch erneuerbare Energien in Deutschland | Bild: Dritter Bericht zur Bruttobeschäftigung / © BMWi

Beschäftigung durch erneuerbare Energien in Deutschland | Bild: Dritter Bericht zur Bruttobeschäftigung / © BMWi

Zum Glück bringt die Produktion von Ökostrom aber auch viele neue Jobs mit sich.

Laut dem aktuellsten Bericht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie arbeiten inzwischen über 370.000 Menschen in Deutschland im Bereich der erneuerbaren Energien. Grüne Start-ups liefern weitere neue Perspektiven und es gibt sogar ganz neue Berufsbilder und bisher kaum erklommene Karriereleitern.

Nichtsdestotrotz: Wie es mit dem Strommarkt weitergehen soll, wird noch viele Diskussionen hervorufen. Bis März 2015 werden Vorschläge gesammelt. Wir halten Euch über Neuigkeiten auf dem Laufenden.

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