Zukunft Energie  

10. Oktober 2012

EEBus – wie sich intelligente Elektrogeräte auf Energieeffizienz verständigen

Science-Kitchen. In Zukunft kommunizieren unsere Haushaltsgeräte miteinander und sorgen so für sinkende Energiepreise. | Bild: Photocase / knallgrün

Science-Kitchen. In Zukunft kommunizieren unsere Haushaltsgeräte miteinander und sorgen so für sinkende Energiepreise. | Bild: Photocase / knallgrün

„Sagt der Ofen zum Wäschetrockner…“ Was wie ein schlechter Witz anfängt, könnte schon bald zur Realität werden: Denn im Rahmen der Energiewende lernen viele unserer Häuser und Wohnungen das Sprechen. Sie werden schlau. Der Kühlschrank informiert seinen Mitbewohner, wie viel Strom er zur Zeit braucht und das Elektroauto tankt an sonnigen Tagen einfach mal selbst auf. Hört sich nach Zukunftsmusik an, kann aber bald wahr werden.

Elektronische Sprachprobleme

Bislang scheiterte der Ansatz immer daran, dass es einfach keinen einheitlichen  Kommunikationsstandard gab. Beispielsweise verfügte der Prototyp eines neuen Kühlschranks über eine intelligente Steuersoftware, diese war aber nicht mit dem Standard der Solaranlage auf dem Dach kompatibel. Abhilfe schafft nun ein mittelständisches Unternehmen aus Köln und präsentiert den EEBus.

Barrierefrei im Haushalt mit dem EEBus

Den EEBus könnte man als Dolmetscher der Energiewende bezeichnen. Das System versteht so gut wie alle bestehenden Standards, zum Beispiel KNX, und kann diese in eine einheitliche Sprache übersetzen. In der Praxis sieht das so aus: Ein zentrales Gerät im Haushalt, das den gesamten Energieverbrauch kontrolliert, kann dank des EEBus mit anderen Geräten kommunizieren. Dadurch geben Kühlschrank, Backofen und Mikrowelle ihren aktuellen Strombedarf an die Zentrale, die wiederum exakt die gewünschte Energiemenge zur Verfügung stellt.

Möge der Strom mit Dir sein

Welche Vorteile ziehen moderne Haushalte aus intelligenten Elektronikgeräten? Ganz einfach: Verlinkte Haushaltsgeräte kommunizieren miteinander und regulieren ihren Strombedarf je nach äußeren Umständen. Kühlschränke drosseln während der heißen Sommertage die eigene Stromzufuhr und Elektro-Autos laden sich genau dann auf, wenn die eigene Solaranlage besonders viel Strom produziert. Im Klartext heißt das: Durch den EEBus verbrauchen intelligente Geräte nur noch soviel Energie, wie sie wirklich benötigen. Damit schonen die „plappernden“ Haushaltsgeräte nicht nur Geldbeutel und Umwelt, sie gestalten auch die Energiewende an sich günstiger und effizienter. Benutzer dieser intelligenten Haushalte könnten dann mit günstigeren Versorgungstarifen belohnt werden. Denn wer seinen Verbrauch individuell regelt, entlastet das Stromnetz. Das Potenzial wird vom VDE auf über acht Gigawatt für Haushalte und Gewerbe geschätzt. Gegengerechnet wären dazu mehr als ein Dutzend Gas-Großkraftwerke notwendig.

Was denkt Ihr: Könnt Ihr Euch einen intelligenten Haushalt für zu Hause vorstellen oder ist das für Euch einfach nur Science-Fiction?

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie