E-Lifestyle  

21. September 2011

Ein Rundgang auf der IAA 2011: Welche Elektroautos den Massenmarkt erobern werden

Foto: privat

Heute schauen, morgen fahren: Besucher auf der IAA bestaunen die neuesten Modelle der Hersteller wie Opel | Foto: privat

„Zukunft serienmäßig“ – so lautet das diesjährige Motto der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Viele Hersteller scheinen sich diesen Slogan in Sachen Elektromobilität tatsächlich zu Herzen genommen zu haben. Heißt im Klartext: Statt spektakulären, aber teuren Fahrzeugen, die wahrscheinlich nie in Serienproduktion gehen, präsentieren Hersteller wie Opel, VW und Audi ihre Elektromodelle für Jedermann.

Was passiert, wenn man Motorroller, Kleinwagen, Sportflitzer und Flugzeug kreuzt? Eine Frage, drei Antworten

Die neuen Elektroflitzer haben vieles gemeinsam: Sie sind leicht, klein, günstig. Und damit speziell für die Bedürfnisse des modernen Großstädters ausgelegt. Die Automobilkonzerne wetteifern diesmal also nicht um hubraumstarke Luxus-Limousinen im Premium-Segment, sondern um Mobilitäts-Lösungen für einen grüneren Stadtverkehr.

Audis „Urban Concept“: Der Düsenjet für den Stadtverkehr

Eine schlaue Frage und eine noch schlauere Antwort: „Wie viel Auto ist nötig, um Fahrspaß und urbane Mobilität auf ganz neue Weise zu realisieren?“ Das war die Aufgabenstellung, mit der sich eine Gruppe von Designern und Entwicklern bei Audi auseinandersetzen sollten. Ihr neues Stadtauto trägt den Namen Urban Concept“ und feiert jetzt auf der IAA seine Weltpremiere. Audis neuestes Elektroauto erinnert stark an eine futuristische Seifenkiste und bietet Platz für zwei Personen, die hintereinander sitzen. Besonderes Highlight: Wie bei einem Düsenjäger schieben sich die Türen nach hinten auf.

Weltpremiere auf der IAA: Audis Urban Concept | Foto: Audi

Weltpremiere auf der IAA: Audis Urban Concept | Foto: Audi

Sperriger Name, aber spektakulärer Preis: „My first e-Opel“

Auch bei Opel versucht man, eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen. Die Rüsselsheimer setzen bei ihrem Modell mit dem etwas sperrigen Namen My first e-Opel“ auf einen besonders günstigen Kaufpreis. Während Elektroautofans für den Ampera aktuell noch stattliche 43.000 Euro hinblättern müssen, soll es das neuste rein elektrische Leichtbau-Modell bereits ab 8.000 Euro geben. Mit gerade einmal 380 Kilo bringt der Elektroknirps nur ein Drittel des Gewichts eines herkömmlichen Kleinwagens auf die Waage. Ebenfalls ein Preisknüller: 100 Kilometer in dem E-Mobil sollen nicht mehr als einen Euro kosten!

Verzückte die Kanzlerin bei ihrem Besuch am Opel-Stand: "My first e-Opel"

Verzückte die Kanzlerin bei ihrem Besuch am Opel-Stand: "My first e-Opel" |Foto: Opel

Zahlengenie: Der kleine Nils von VW will mal hoch hinaus

Nils heißt das Ein-Personen-Elektroauto von Volkswagen, das bald der neue beste Freund aller Pendler werden soll. Natürlich überlasst man beim Wolfsburger Autokonzern nichts dem Zufall. Dass Nils ein Hit wird, ist sogar statistisch verbürgt: Denn in einer Studie fand VW heraus, dass 74 Prozent der Pendler maximal 25 Kilometer zur Arbeit zurücklegen, von diesen wiederum 60 Prozent das Auto nutzen, wovon 90 Prozent alleine fahren. Die Lösung? Einfachste Mathematik: Das Elektroauto für eine Person mit einer Reichweite von 65 Kilometern.

Interessierte Besucher inspizieren VWs neuestes Elektroauto Nils | Foto: Privat

Interessierte Besucher inspizieren VWs neuestes Elektroauto Nils | Foto: Privat

Tanken mit dem Smartphone und das Ende der nervigen Parkplatzsuche

Endlich ist sie vorbei, die nervenaufreibende Suche nach einem freien Parkplatz! Das verspricht zumindest BMW´s interaktive Parkplatz-Plattform mit dem freundlichen Titel „Parkatmyhouse“. Und so funktioniert das Konzept, das auf der IAA präsentiert wird: Garagen- oder Stellplatz-Besitzer ohne Auto können ihre Parkplätze stunden- oder tageweise auf der Internetseite anbieten. Autofahrer können per App dann beispielsweise vor ihrem Einkaufsbummel die Parkmöglichkeiten checken und sparen dabei nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Denn günstiger als die Parkhaus-Tarife sind die gemieteten Privatparkplätze auf jeden Fall.

Neben BMW zeigen in Frankfurt vor allem auch Daimler und Toyota, wie sich ihre Elektromodelle auf intelligente Weise mit Smartphones vernetzen lassen. Über sein Handy erfährt der Fahrer künftig, wo genau sich die nächste Elektrotankstelle befindet und ob diese auch frei ist. Dabei lässt sich auch gleich der aktuelle Tarif prüfen: Denn ist die Netzauslastung gering, kann der Stromer besonders günstig aufgeladen werden. Gesteuert wird der Ladevorgang natürlich auch per Smartphone.

Wie „serienmäßig“ diese „Zukunft“ tatsächlich wird, entscheiden nicht nur die Automobilkonzerne, sondern auch die Verbraucher selbst. Ob potentielle Käufer auf die Elektrowinzlinge abfahren werden, steht noch in den Sternen, auch wenn die Resonanz bisher positiv war. Ob man sich aber für Nils oder für einen SUV wie den 470 PS-starken Grand Cherokee SRT8, der auch auf der IAA posierte, entscheidet, ist schließlich eine Frage des Geschmacks. Oder etwa doch des Gewissens?

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