Globales Denken  

23. Juli 2015

Einmal Ökostrom to go: Mobiler Solarkiosk für Afrika

Viele Frauen verkaufen den Strom aus dem Solarkiosk, um mit den Umsätzen ihre Familien finanziell zu unterstützen | Bild: Henri Nyakarundi

Viele Frauen verkaufen den Strom aus dem Solarkiosk, um mit den Umsätzen ihre Familien finanziell zu unterstützen | Bild: Henri Nyakarundi

Während man in Europa darüber nachdenkt, wie man beim Kochen oder im Garten Strom sparen kann, haben viele Millionen Menschen auf der Erde gar keinen Zugang zur Energieversorgung. Allein südlich der Sahara leben Schätzungen zufolge mindestens 590 Millionen Menschen ohne die Option, auf Knopfdruck Strom beziehen zu können.

Am Solarkiosk können – dank der vielen verschiedenen Anschlüsse – praktisch alle handelsüblichen Mobilgeräte aufgeladen werden | Bild: Henri Nyakarundi

Am Solarkiosk können – dank der vielen verschiedenen Anschlüsse – praktisch alle handelsüblichen Mobilgeräte aufgeladen werden | Bild: Henri Nyakarundi

Steppe, Sonne, Solarkiosk

Henri Nyakarundi, ein Ingenieur aus Burundi, Afrika, wollte genau das ändern und entwickelte einen „mobilen Solarkiosk“, der das Aussehen einer Mini-Zapfsäule auf einem Dreirad hat. Insgesamt 40 Solarzellen sind auf dem Dach montiert und fangen das Sonnenlicht, das es in Afrika zur Genüge gibt, ein. Eine große Batterie speichert den erzeugten Strom über der Nacht und wolkige Tage hinweg. Einmal den Akku aufladen kostet den Kunden dann 100 Ruanda-Franken, was umgerechnet 13 Euro-Cent entspricht. Schon bald soll der Solarkiosk über Wi-Fi verfügen und damit auch Zugang zum Internet herstellen.

Für 100 Ruanda-Franken können hier Handys wieder aufgeladen werden | Bild: Henri Nyakarundi

Für 100 Ruanda-Franken können hier Handys wieder aufgeladen werden | Bild: Henri Nyakarundi

Strom für wichtige Marktinfos und Geldgeschäfte

Der Bedarf nach Strom südlich der Sahara wächst immer weiter. Ein Grund dafür ist die hohe Dichte von Mobiltelefonen in Afrika. Während dort vor 15 Jahren nur zwei von 100 Menschen ein Handy besaßen, sind es heute etwa 60 Prozent der Bevölkerung. Dabei dienen die Mobiltelefone nicht nur der privaten Kommunikation. Mit den Handys checken deren Besitzer Wetterberichte sowie aktuelle Marktpreise ihrer Waren, wickeln Geschäfte ab und regeln ihre Gesundheitsversorgung. Umso wichtiger, dass diese Informationsmedien ihren Nutzern bestenfalls immer und überall zur Verfügung stehen und einen vollen Akku haben. Unter anderem deshalb fordert das African Progress Panel, bestehend aus zehn hochrangingen Persönlichkeiten, den weiteren Ausbau der Energieinfrastruktur in Afrika mit der Bevorzugung nachhaltiger Energiegewinnung.

Daher konzipierte Nyakarundi begleitend zu seinem Solarkiosk ein Franchise-Modell und gründete die Firma African Renewable Energy Distrbutor (ARED), für dessen Expansion er jetzt Investoren sucht. Mehr Infos in folgendem Video:

Stichwörter: , , , , , , , , , , , , , ,

Kategorisiert in:

Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie