Globales Denken  

22. Mai 2014

Elektromobilität 2.0: Werden Brennstoffzellen-Autos jetzt alltagstauglich?

Schnittig und umweltfreundlich: Gelingt nun die Verbreitung der Brennstoffzellen-Autos? | Bild: Toyota

Schnittig und umweltfreundlich: Gelingt nun die Verbreitung der Brennstoffzellen-Autos? | Bild: Toyota

Grüne Kraftstoffalternativen wie Biosprit, Ökostrom und umweltfreundliches Erdgas (zum Beispiel LNG) sind längst keine Neuheit mehr, sondern fester Bestandteil bei der grünen Fortbewegung.

Teamwork – Brennstoffzelle und Elektromotor

Auch der Antrieb von Brennstoffzellen-Autos durch Wasserstoff ist eine solche Alternative. Das Prinzip dieser Brennstoffzellen-Autos ist wie folgt: Anstelle eines Verbrennungsmotors fahren die Wagen mithilfe einer Brennstoffzelle und eines Elektromotors. In der Zelle reagieren Wasser- und Sauerstoff zu Wasser. Dabei wird elektrische Energie freigesetzt, die zum Antrieb des Elektromotors genutzt wird. Klarer Vorteil dieser Technik ist, dass die Fahrzeuge keine Schadstoffe, sondern lediglich warmen Wasserdampf ausstoßen.

Wunde Punkte: Kosten und Reichweite

Dennoch wurde diese Art des Antriebs bisher noch kontrovers diskutiert. Grund hierfür sind vor allem die hohen Kosten für die Fahrzeuge aufgrund der Brennstoffzellen-Systeme und ihre geringe Reichweite. Der Preis setzt sich vor allem aus dem Platinanteil in den Zellen und den aufwändigen Produktionsprozessen zusammen. Doch Autohersteller wie Toyota feilen weiter an der Technologie und konnten bereits erste Erfolge verzeichnen, zum Beispiel mit dem Wasserstoffauto FCV, das 2015 serienmäßig auf den Markt kommt.

Wirkungsgrad: FCV kann mit Benzinern mithalten

Der Autohersteller Toyota ist mit seinem neuen Modell herkömmlichen Brennstoffzellen-Autos einen Schritt voraus: Die Leistungsdichte der Brennstoffzellen des FCV ist um 50 Prozent höher als bei bisherigen Brennstoffzellen-Autos. Das entspricht einer Steigerung um etwa 20 bis 30 Kilowattstunden. In ihnen wird der Wasserstoff besser verarbeitet, so dass die Brennstoffzellen letztlich effizienter sind. So kann mit weniger Wasserstoff mehr Energie produziert werden. Im Endeffekt reduziert sich die Anzahl der Wasserstofftanks auf zwei Stück. Da die Tanks zudem noch gut gekühlt werden, passen bis zu 20 Prozent mehr Wasserstoff hinein. Denn: In gekühltem Zustand ist Wasserstoff platzsparender. So kann leicht eine Reichweite von 500 Kilometern erreicht werden. Und auch der Preis für das umweltfreundliche Gefährt ist mit 80.000 Euro günstiger als vergleichbare Modelle, die bei 100.000 Euro oder mehr liegen.



Optimierung der Tankstelleninfrastruktur

Ein Schwachpunkt, der allerdings nach wie vor für alle grünen Wasserstoff-Fahrzeuge besteht, ist das schlecht ausgebaute Wasserstoff-Tankstellennetz – gerade einmal 168 Zapfsäulen gibt es derzeit in Deutschland. Doch genau das wollen Automobilhersteller, Wasserstoffanbieter und international tätige Energieberatungen jetzt angehen und haben das Projekt „Hy Five“ ins Leben gerufen. Mit einem Budget von fast 40 Millionen Euro soll das Netz ausgebaut und die Brennstoffzellen-Technik unterstützt werden.

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