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28. Mai 2015

Emissionsfreier Affenzahn: der Motorsport mit Formel E

Nick Heidfeld fährt in der Formula E emissionsfrei im Team Venturi. Das Rennen in Berlin war sein Heimspiel | Bild: FIA Formula E

Nick Heidfeld fährt in der Formula E emissionsfrei im Team Venturi. Das Rennen in Berlin war sein Heimspiel | Bild: FIA Formula E

Als hätte jemand den Ton abgestellt. Die Abgase auch. Geradezu unwirklich schnurren die Wagen der FIA Formel E Meisterschaft auf ihrer Rennstrecke in Berlin Tempelhof. Wie leise Kätzchen. Dabei rasen sie an den Tribünen vorbei wie ausgewachsene Leoparden.

Seit dem letzten Jahr messen sich zum ersten Mal zehn Motorsport-Teams in der Klasse der Elektroautos. Spannend waren die knapp einstündigen Großstadtrennen allemal. Im Normalfall – wenige Ausnahmen bestätigen diese Regel – lassen die Elektrofahrzeuge Sportlichkeit und Fahrfreude eher vermissen. Die FIA Formel E Meisterschaft beweist dagegen, dass „E“ nicht nur für eine elektrische Antriebsart steht, sondern auch für große Emotionen. Keine Frage: Die neue Rennserie ePrix ist überaus positiv fürs Image der Elektroautos. Und wenn selbst Profis wie Nick Heidfeld auf die E-Variante umsteigen, warum nicht auch demnächst Otto Normalverbraucher?


Alle zehn Teams fahren mit dem gleichen Autotyp: dem Spark Renault SRT. Hier beim e Prix in Monte Carlo | Bild: flickr / Motori Italia

Alle zehn Teams fahren mit dem gleichen Autotyp: dem Spark Renault SRT. Hier beim e Prix in Monte Carlo | Bild: flickr / Motori Italia

Zehn Teams, ein Rennwagen: Der Spark-Renault SRT_01 E

Jedes Team besteht aus zwei Fahrern und vier Autos. Und zwar für alle der gleiche Autotyp, der Spark-Renault SRT_01 E. Während bei den bereits bekannten Formel-Rennen die Autos beim Boxenstopp nachgetankt werden, würde ein Nachladen hier zu lange dauern. Die Rennwagen werden daher einfach gewechselt. Leistung und Höchstgeschwindigkeit sind während der Rennen übrigens begrenzt: auf 272 Pferdestärken und 225 Kilometer pro Stunde. Auch das tut dem Nervenkitzel keinen Abbruch. Die gedämpften Fahrgeräusche der Rennwagen wirken, als würden sie dem Asphalt etwas zuflüstern; verglichen mit den aufheulenden Motoren der Formel 1. Gerade mal 80 Dezibel wird der Renault Spark SRT laut, das entspricht etwa der Lautstärke eines klingelnden Telefons.

E wie erstaunlich. Die E-Flitzer in Zahlen

Abgase entstehen während der Fahrt gar keine. Der Akku liefert eine maximale Energie von 28 Kilowattstunden und bringt 200 Kilogramm auf die Waage. Zum Ausgleich fährt das Hochleistungselektroauto mit einem ultraleichten Fahrwerk aus Kohlefasern und Aluminium. Der Elektromotor bringt eine maximale Leistung von 200 Kilowattstunden. Damit kriegt der insgesamt 800 Kilogramm schwere Spark genug Energie, um selbst eingefleischte Fans von Verbrennungsmotoren glücklich zu machen.

Elektromobilität auf der Überholspur

Insgesamt ist die FIA Formula E Championship in eine gute, erste Saison gestartet. Und ab dem nächsten Jahr wird es noch spannender: Acht Hersteller entwickeln unterschiedliche Komponenten für die Antriebseinheit. Die Tests der Hersteller laufen bereits auf Hochtouren und bringen spannende Modelle hervor. Die Akkus der Rennwagen aus der vergangenen Saison können sicher noch wichtige Zwecke erfüllen, beispielsweise als Zwischenspeicher für erneuerbare Energien. Alles in allem wird die Formula E die Akzeptanz von Elektromobilität weitervoran bringen. Vollgas für E wie Emotionen!

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