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26. Juli 2013

Energieausweis: Mehr Transparenz bei Energie- effizienz von Gebäuden

Energiesparen beim Wohnen leicht gemacht – mit dem Energieausweis für Gebäude | Bild: dena

Energiesparen beim Wohnen leicht gemacht – mit dem Energieausweis für Gebäude | Bild: dena

Viele Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Geschirrspüler sind bereits durch Energielabels gekennzeichnet, die dem Verbraucher Auskunft über die Energieeffizienz des jeweiligen Geräts (Energieeffizienzklassen A+++ bis G) geben. Das soll die Kaufentscheidung erleichtern und die Energiebilanz verbessern.

Auch in der Immobilienwelt rückt das Thema Energieeffizienz immer mehr in den Vordergrund. Energiebedarf und -verbrauch bestehender Wohn- und Gewerbegebäude müssen eindeutig dokumentiert werden. Dazu rief die Bundesregierung den Energieausweis ins Leben. Verkäufer oder Vermieter stehen seit 2009 in der Pflicht, allen Interessenten diesen Pass vorzuzeigen. So können potentielle Mieter oder Käufer Vergleiche zu ähnlichen Gebäuden ziehen und besser einschätzen, wie hoch die künftigen Energiekosten bei einem Einzug sein werden.

Welche Daten vermittelt der Energieausweis?

Der Energieausweis führt alle wesentlichen Gebäudedaten auf, die etwas über die Energieeffizienz aussagen, wie beispielsweise der Zustand der Bausubstanz, Fenster-, Dach- und Wanddämmungen, die Heizungsanlage, Lüftung, Klima- oder Solaranlage und die Warmwasserbereitung. Auf einer Farbskala von Rot bis Grün kann bequem abgelesen werden, wie gut es um den energetischen Aspekt des Gebäudes steht. Des Weiteren werden auf dem Energieausweis Vergleichswerte angegeben, die über den Durchschnittsverbrauch von diversen Gebäudetypen (Altbau, Fachwerkhaus, Passivhaus etc.) informieren. Gebäudebesitzer erhalten außerdem Empfehlungen für energetische Sanierungen.

Was kann der Energieausweis? Alle Leistungen auf einen Blick | Bild: dena

Was kann der Energieausweis? Alle Leistungen auf einen Blick | Bild: dena

Gibt es mehrere Varianten des Ausweises?

Es gibt zwei Arten des Ausweises: Der bedarfsorientierte Ausweis basiert auf dem energetischen Zustand des Gebäudes in Hinsicht auf Bausubstanz und Heizungsanlage. Dazu wird die Energiemenge berechnet, die für Heizung, Lüftung, Klimaanlage und Warmwasserbereitung benötigt wird – bei durchschnittlicher Nutzung. Der verbrauchsorientierte Ausweis hat den erfassten Energieverbrauch als Grundlage, zum Beispiel anhand der Heizkostenabrechnung. Er gibt den Energieverbrauch der Bewohner der letzten drei Jahre an. Die Werte hängen dabei von dem individuellen Heizverhalten der Bewohner ab.

Wie lange ist ein Energieausweis gültig?

Ab Ausstellung gilt ein Energieausweis zehn Jahre lang. Danach muss ein neues Dokument ausgestellt werden.

Was passiert, wenn kein Energieausweis vorgelegt werden kann?

Dem Vermieter oder Verkäufer des Gebäudes drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro. Vorsicht ist geboten vor unseriösen Energiepässen aus dem Internet, die nicht den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) entsprechen. Die Bundesregierung will ab 2014 Stichprobenkontrollen für Energieausweise durchführen.

Wer kann den Energieausweis ausstellen?

Berechtigt sind zum Beispiel Architekten, Ingenieure, qualifizierte Handwerker oder Techniker. In einer Datenbank der Deutschen Energie-Agentur (dena) sind alle Aussteller deutschlandweit aufgeführt.

Ein Blick auf den Energieausweis lohnt sich als Immobilieninteressent also in jedem Fall, denn so kann künftig beim Wohnen oder Arbeiten kräftig an Energiekosten gespart und gleichzeitig die Umwelt geschont werden. Mehr Infos zum Thema Energieausweis bietet die Deutsche Energie-Agentur (dena) oder das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie