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25. Oktober 2012

Energiehunger im Haushalt: Die Stromkiller des Internetzeitalters

Einfach mal abschalten! Wenn WLAN-Router, PC und Co. zu unersättlichen Stromfressern mutieren. | Bild: Photocase / Maria Vaorin

Einfach mal abschalten! Wenn WLAN-Router, PC und Co. zu unersättlichen Stromfressern mutieren. | Bild: Photocase / Maria Vaorin

 

Ende der Neunzigerjahre war Internetnutzung noch Luxus. Jede Stunde im Netz kostete ein paar Mark, als Signal für das Kostenbewusstsein diente das quälende Geräusch des sich einwählenden Modems. Mails wurden offline geschrieben und im günstigen Verbund mit weiteren elektronischen Nachrichten später online verschickt. Das ist heute nur noch eine Erinnerung an die digitale Steinzeit.
Seit der Einführung kostengünstiger Internetflatrates haben wir uns daran gewöhnt, dass das Internet als ständiger Begleiter einfach nebenher mitläuft. Mit seiner gesamten Infrastruktur frisst das weltweite Netz allein in Deutschland mittlerweile mehr als 30 Milliarden Kilowattstunden Strom. Zu PC und WLAN-Router gesellten sich in jüngster Zeit unter anderem Smartphone und IPTV, also Fernseh- und Radioempfang via Internet, hinzu. Und diese technischen Neuheiten möchten am liebsten dauerhaft auf Web und Stromnetz zugreifen. Die dazugehörigen Geräte sind nicht selten Stromfresser, die selbst im Standby-Modus einen großen Energiehunger aufweisen.

Der Dauerlauf-Klassiker: WLAN-Router

Der WLAN-Router, das durchgehend funkende und drahtlose Zugangstor zum Internet, läuft in den meisten deutschen Haushalten 24 Stunden am Tag. Auch nachts, wenn die gesamte Familie schläft und das Gerät problemlos in den wohlverdienten Feierabend wechseln könnte, wird kräftig weitergefunkt. Der Grund ist nachvollziehbar: Das Abschalten und Hochfahren ist mit Aufwand verbunden, vor allem wenn man schnell ins Netz will und warten muss bis endlich die Verbindung steht. Dennoch gibt es hier Stromspar-Möglichkeiten. Denn Router ist nicht gleich Router, man sollte beim Kauf den Verbrauch der Geräte vergleichen und darauf achten, dass sie einen möglichst geringen Energiehunger aufweisen. Dieser schwankt mit 5 bis 20 Watt von Gerät zu Gerät relativ stark. Einige Router lassen sich zudem auf ein selbstständiges Abschalten zu festen Zeiten programmieren. Darüber hinaus sollte man sich durchaus die Frage stellen, ob man selbst auf der Gästetoilette im Keller drahtlosen Internetzugang haben muss und dann die Sendeleistung des Geräts so einstellen, dass nur Räume „befunkt“ werden, in denen dies auch wirklich nötig ist.

David gegen Goliath: PC und Laptop im Stromverschwender-Duell

Auf dem PC von Otto Normalverbraucher laufen mittlerweile so viele internetabhängige Programme dauerhaft im Hintergrund mit, dass der automatische Bildschirmschoner bei einigen Mitbürgern den Ausschaltknopf ersetzt. Es könnte ja sein, dass man mitten in der Nacht von einem entfernten Bekannten aus dem Kaukasus „angeskypt“ wird. Aber Vorsicht: Ein Durchschnitts-PC frisst 250 Watt. Daher gilt auch hier: Ist der Computer nicht in Gebrauch, sollte man ihn vollständig herunterfahren. Und der Umstieg auf einen Laptop kann sich lohnen, denn dieser verbraucht im Schnitt weniger als die Hälfte der Energie des sperrigen PCs. Dadurch lassen sich gut und gerne 100 Euro pro Jahr einsparen. Doch selbst beim kleinen Bruder des PCs lauern Stromverschwender-Fallen. Das Ladegerät in der Steckdose frisst auch dann Strom, wenn der Laptop ausgeschaltet ist – selbst wenn es ganz alleine am Stromnetz hängt. Also: Stecker raus!

TV via Internet: Die Neuvorstellung unter den Stromkillern

Der Anblick von Antennenskulpturen und Satellitenschüsseln auf deutschen Dächern scheint rein ästhetisch zum Glück bald Geschichte zu sein. In Zeiten des Highspeed-Internets wird es immer selbstverständlicher, Fernseh- und Radioprogramme via Internet zu konsumieren. An sich eine prima Sache, wäre nicht ein Receiver als Stromfresser zwischengeschaltet. Da das Hochfahren dieser Geräte meist eine gefühlte Ewigkeit dauert und nachts die neueste US-Sitcom aufgenommen werden soll, laufen sie rund um die Uhr – wenigstens im Standby-Modus. Doch diesen gilt es möglichst zu vermeiden und das Gerät abzuschalten, selbst wenn das Hochfahren am nächsten Tag etwas dauert. Die Wartezeit lässt sich mit einem festen Ritual oder kleinen Erledigungen im Haushalt überbrücken. Wer dann nach „Beckmann“ zu müde ist, alle Geräte einzeln auszuschalten, sollte – neben dem Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter – den Feind aller Stromfresser benutzen: die Mehrfachsteckleiste mit ihrem rot leuchtenden Ausschaltknopf. Eine tolle Erfindung aus der digitalen Steinzeit.

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie