Globales Denken  

7. Mai 2015

Energiewende auf dem Ozean – Ein energieeffizientes Frachtschiff, das segelt

Die VindskipTM. Das windströmungsoptimierte Frachtschiffmodell des norwegischen Ingenieurs Terje Lade zieht seine Energie aus dem Wind | Bild: Lade AS

Die VindskipTM. Das windströmungsoptimierte Frachtschiffmodell des norwegischen Ingenieurs Terje Lade zieht seine Energie aus dem Wind | Bild: Lade AS

Allerortens wird über Energiesparen im Verkehr gebrütet: Fahrzeuge mit energieeffizienten Antrieben und innovative Infrastrukturkonzepte werden getestet. Lediglich die internationale Frachtschifffahrt hat sich bisher noch weitgehend an einer Versorgung durch Öko-Energie vorbeimanövriert.

Die eingesetzten Frachter werden zumeist noch mit Schweröl angetrieben – mit hohem Energieverbrauch und vielen Abgasen. Dabei haben auch die Reedereien Zielvorgaben zur Reduzierung von Emissionen. Aus Norwegen kommt ein Cargo-Schiff,das die Energiewende auf den Ozeanen beflügeln könnte.

Die VindskipTM – ein energiesparender Ozeanriese

Das patentierte Frachtschiff des norwegischen Ingenieurs Terje Lade verzichtet auf Schweröl und nutzt als Energiequellen Wind und Gas.

Die strömungsoptimierte VindskipTM ragt wie ein riesiges Dampfbügeleisen aus dem Wasser. Ihr Rumpf treibt den Frachter vorwärts wie ein überdimensionales Segel. Mit dieser Technik will Terje Lade 60 Prozent des Kraftstoffverbrauchs und 80 Prozent der herkömmlichen Emissionen einsparen. Doch dafür muss die VindskipTM auf jeder Route im günstigsten Winkel zum Wind fahren. Deutsche Forscher des Fraunhofer CML haben eine Software programmiert, die die Route entsprechend der Wetterdaten optimiert.

Kraft ohne Ende durch flüssiges Erdgas

Kommt der aerodynamische Antrieb an seine Grenzen, zum Beispiel bei unzureichendem Wind, hilft Flüssig-Erdgas, genannt LNG (Liquefied Natural Gas). Es entsteht, wenn man Erdgas herunterkühlt. Das Gas wird dadurch flüssig und nimmt nur noch ein Sechshundertstel des Volumens ein. Gegenüber Diesel oder Schweröl hat es gleich mehrere Vorzüge: Eine saubere Verbrennung, weniger Kohlendioxid-Emissionen, weniger Motorlärm, geringere Treibstoffkosten.

Rund 7.000 Autos passen in das derzeitige Modell des Frachters. Die Erfinder sehen in puncto Ladekapazität aber noch Luft nach oben – bei gleicher | Bild: Lade AS

Rund 7.000 Autos passen in das derzeitige Modell des Frachters. Die Erfinder sehen in puncto Ladekapazität aber noch Luft nach oben – bei gleicher | Bild: Lade AS

Massenhaft Pläne für eine effizientere Schifffahrt

Für größere Frachter gleicher Art, sogenannte Massengutfrachter sucht der Erfinder momentan noch Partner. „Ich glaube, dass wir in drei bis vier Jahren das erste Schiff bauen“, sagte der Ingenieur Lade dazu in einem Interview und fügte hinzu: „Zu Beginn haben sie dort gedacht, dass das eine verrückte Idee ist. Aber nachdem sie sich den Entwurf genauer angesehen und ein paar Berechnungen durchgeführt hatten, hielten sie es für sehr clever.“

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