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29. November 2013

Erhöhung der EEG-Umlage in 2014 – Daten und Fakten

Der Fall „Ökostrom“ neu aufgerollt: So sieht die EEG-Umlage in 2014 aus | Bild: glückimwinkl / photocase.com

Der Fall „Ökostrom“ neu aufgerollt: So sieht die EEG-Umlage in 2014 aus | Bild: glückimwinkl / photocase.com

Die EEG-Umlage, also die Umlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zur Förderung der erneuerbaren Energien, steigt zum Jahreswechsel erneut. Von 5,28 Cent auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde. So hat es die Bundesregierung beschlossen. Die Höhe haben die vier deutschen Netzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und transnetBW errechnet.

Die Hintergründe des EEGs

Die Energiewende soll vorangetrieben werden. Aktuelles Ziel ist es, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamtstromerzeugung auf 35 Prozent zu erhöhen, bis 2050 gar auf 80 Prozent. Bis 2022 sollen außerdem alle verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz gehen. Folglich muss mehr Ökostrom produziert und an die Verbraucher – private und gewerbliche Stromkunden – verteilt werden.

Um das zu erreichen, rief die Bundesregierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz ins Leben – die ursprüngliche Fassung übrigens schon im Jahr 2000. Das Gesetz soll die Stromgewinnung aus Biomasse, Wind, Wasser, Sonne und Geothermie fördern. Den Anlagenbetreibern wurde eine feste Vergütung für den ins Stromnetz eingespeisten Ökostrom zugesichert. Diese Einspeisevergütung erhalten die Anlagenbetreiber direkt von den Netzbetreibern, die den gekauften Ökostrom wiederum an der Strombörse verkaufen. Die Differenz beider Preise macht die EEG-Umlage aus, die auf alle Stromkunden in Deutschland umgelegt wird. Im Jahr 2014 müssen über diese Umlage 23,6 Milliarden Euro eingenommen werden.

Warum die erneute Erhöhung der EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage steigt im nächsten Jahr erneut, damit der kontinuierliche Ausbau der Solar- und Windanlagen etc. weiterhin bezahlt werden kann. Außerdem muss 2014 das nachgezahlt werden, was 2013 nicht durch die EEG-Umlage abgedeckt werden konnte. Aber auch der gesunkene Preis an der Strombörse, der die Preisdifferenz zur festen Einspeisevergütung vergrößert, spielt eine Rolle. Und nicht zu vergessen, die zahlreichen Industrie-Rabatte, die ebenfalls für die Erhöhung der Ökostrom-Umlage verantwortlich sind. Derzeit sind nämlich energieintensive Industriezweige von der Umlage befreit oder privilegiert.

Strompreisbremse im neuen Koalitionsvertrag: Ist ein Ende der Erhöhung in Sicht?

Dies ist zumindest geplant, denn die Koalitionspartner finden das Tempo der Umlage-Erhöhung in den letzten Jahren nicht hinnehmbar. Daher wurde im neuen Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU/CSU eine grundlegende EEG-Reform beschlossen, die bis Sommer 2014 verabschiedet sein soll: Die Energiewende soll besser geplant, die Ausnahmen für Großverbraucher genauer überprüft und „weitgehend gestrichen werden“. Zum Beispiel sollen folgende Branchen nicht mehr von der EEG-Umlage befreit werden: Braun- und Steinkohlebergbau, Gewinnung von Steinen und Erden, Zement, Ziegel, Recycling sowie Nahrungs- und Futtermittel. Der Bund der Energieverbraucher e.V. fordert aber eine völlige Streichung aller Ausnahmeregelungen.

Durch verschiedene Maßnahmen sollen letztlich die Strompreise für die Endkunden auf lange Sicht stabil bleiben. Fraglich ist allerdings, ob Großunternehmen, denen die EEG-Befreiung oder -Rabatte gestrichen werden, ihre Produktion nicht ins Ausland verlagern oder ob sie die zusätzlichen Kosten an anderer Stelle einsparen, beispielsweise durch die Erhöhung der eigenen Preise. Dies würde im Endeffekt wieder auf den Verbraucher und die mittelständischen Unternehmen zurückfallen. Wie sich der EEG-Knoten bis Sommer tatsächlich lösen lässt, ist also noch nicht eindeutig definiert.

Mein Stromanbieter erhöht die Preise? Was kann ich tun?

Bis die EEG-Reform verabschiedet ist, hat faktisch keiner der Energieanbieter Einfluss auf die Höhe der gesetzlichen EEG-Umlage. Die Umlage wird also erst einmal eins zu eins an die Verbraucher weitergegeben. Die Nettogrundpreise der jeweiligen Stromtarife bestimmt aber jeder Stromanbieter individuell. So können die Strompreise bei günstigen Anbietern trotz EEG-Umlage wesentlich niedriger sein als beim aktuellen Stromanbieter. Preisvergleiche und Testergebnisse aus Studien können Klarheit schaffen und einen individuell sinnvollen Stromanbieterwechsel aufzeigen.

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