Globales Denken  

19. Juni 2013

EU-Gipfel 2013 in Brüssel: Wie steht es um unsere Energiepolitik?

Durchwachsene Aussichten nach dem EU-Gipfeltreffen 2013 | Bild: photocase/thomasfuer

Durchwachsene Aussichten nach dem EU-Gipfeltreffen 2013 | Bild: photocase/thomasfuer

Ende Mai trafen sich Europas Staats- und Regierungschefs, um zum zweiten Mal seit Februar 2012 unter anderem über die Zukunft der Energiepolitik zu diskutieren. Im Fokus des Treffens standen die Senkung der Energiekosten und die Wettbewerbssteigerung der europäischen Wirtschaft. Großes Thema war in diesem Zusammenhang die umstrittene Methode der Erdgasförderung, das sogenannte Fracking.

Zauberwort Energieeeffizienz

Um die Kosten zu senken, stehen laut Ratspräsident Herman van Rompuy die effiziente Nutzung von Energie, die Vollendung des europäischen Energie-Binnenmarktes und die kostenorientierte Investition in erneuerbare Energien an erster Stelle. Das bedeute für die Endverbraucher, zwischen unterschiedlichen Strom- und Gasanbietern mit fairen Preisen wählen zu können. Dazu müssten vor allem die Netze weiter ausgebaut werden, um auch Kleinstunternehmen die Möglichkeit zu geben, sich am Markt zu etablieren. Für Industrieunternehmen heißt das steigende Preise für CO2-Emissionsrechte. Wie die Förderung der regenerativen Energien kostenorientiert ausgerichtet werden soll, ohne den Ausbau selbiger zu stoppen, bleibt allerdings offen.

Keine konkreten Energie-Pläne

Wie die EU-Staats- und Regierungschefs die Preise für Strom und Gas  letztlich senken wollen, ist nicht bekannt. Bis Ende des Jahres soll zunächst eine Analyse über die Preistreiber des Energiesektors vorgelegt werden. Ob es sich dabei vielleicht um die EEG-Umlage oder die Stromsteuer handelt, wurde nicht gesagt. Klar ist aber, dass Energieeffizienz und Klimaschutz dabei zweitrangig sind. Ginge es nach EU-Kommissar Oettinger und anderen Politikern, könnte Fracking eine Möglichkeit zur Kosteneindämmung sein. Doch der Einsatz von giftigen Chemikalien bei den Bohrungen nach Erdgas schädigt das Grundwasser und die Umwelt. Ein Vorgang, der gut überlegt sein sollte.

Fazit: Klimaschutz von unten angehen

Konkrete Lösungsansätze gab es also bei dem diesjährigen EU-Gipfeltreffen nicht. Auch welche Schritte nach der Analyse der Preistreiber unternommen werden sollen, bleibt offen. Spätestens zum Weltklimagipfel 2015 müssen die EU-Politiker aber deutlich machen, welche Ziele sie verfolgen und wie sie diese umsetzen wollen. Das kam jetzt beim „Petersberger Klimadialog“ mit Kanzlerin Merkel, Umweltminister Altmaier und Vertretern 35 anderer Staaten heraus.

Was kann aber jeder Einzelne von uns tun, bis es so weit ist? Um in einem ersten Schritt die eigenen Energiekosten zu senken, kann der Wechsel zu einem günstigeren Energieanbieter helfen. Wer zu Ökostrom und Ökogas wechselt, leistet sogar noch ein aktiven Beitrag zum Umweltschutz. Auch das Auswechseln von Stromfressern im Haushalt und der Umstieg auf energieeffiziente Haushaltsgeräte kann den Energieverbrauch senken.

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