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Es werde Licht - auch ohne die 60-Watt-Glühbirne | Bild: photocase / BeneA
Es werde Licht - auch ohne die 60-Watt-Glühbirne | Bild: photocase / BeneA
5. September 2011

EU verbietet Glühbirnen – das sind die besten Alternativen

Bald werden wir sie nie wieder in unseren Einkaufskorb legen können, die 60-Watt-Glühbirne. Seit dem 1. September 2011 ist ihre Produktion endgültig gestoppt. Denn die EU hat vor knapp drei Jahren beschlossen, die Glühbirne abzuschaffen. Sie verbraucht einfach zu viel Strom: Nur rund 5 Prozent der Energie werden tatsächlich in Licht umgewandelt. Hier gibt es also noch enormes Energiesparpotenzial. Und es ist ja nicht so, als müssten wir dann im Dunkeln sitzen. Es gibt viele Alternativen. Aber was ist eigentlich der beste Ersatz für die gute alte 60-Watt-Glühbirne?

Welche Lampenarten gibt es?

Rund 70 Prozent der privaten Haushalte nutzen noch die klassische Glühbirne. Dabei ist die Auswahl groß und attraktiv: Die Energiesparlampe braucht 75 Prozent weniger Energie für dieselbe Helligkeit. Sie brennt fünf Mal länger als eine Glühbirne. Die sichtbaren Nachteile: Sie braucht einige Minuten, um vollständig zu leuchten. Für Treppenhäuser ist das zum Beispiel nicht die richtige Lösung. Und das Licht ist einfach nicht so schön warm wie bei Glühbirnen.

Die LED-Lampen haben sogar noch einen geringeren Stromverbrauch und auch eine lange Lebensdauer. Die Leuchtdiode (LED) ist ein Halbleiter-Kristall, der durch einen Stromfluss zum Leuchten gebracht wird. Die Lampen sind allerdings nach wie vor sehr teuer und lohnen sich nur bei Dauereinsatz, zum Beispiel in Hotelfluren. Die Entwicklung geht aber weiter, und bald schon könnte LED die Energiesparlampe ablösen.

Die Halogenlampen sind immerhin 50 Prozent sparsamer als Glühbirnen und kommen deren Licht am nächsten. Sie funktionieren auch ähnlich wie Glühbirnen. Nur enthalten die Lampen zusätzlich Halogen im Glaskolben. Das sorgt durch chemische Bindung dafür, dass der dünne Glühdraht nicht so schnell verbraucht wird. Dadurch halten Halogenlampen länger als Glühbirnen. Zwar schön, aber Energiesparer sind es trotzdem nicht – sie brauchen drei Mal mehr Strom als Energiesparlampen.

Weitere Entwicklungen sind OLED-Lampen und Hybrid-Lampen. Die organischen Leuchtdioden (OLED) bestehen aus einer organischen halbleitenden Schicht, die in Verbindung mit Strom leuchtet. Die Hybrid-Lampen verbinden Eigenschaften von Halogenstrahlern und Energiesparlampen. Sie werden momentan in den USA und in Kanada getestet, bevor sie zu uns kommen.

Eine ganz andere Alternative findet man in Manila. Da werden normale Plastikflaschen gefüllt mit Wasser zu einer funktionsfähigen Beleuchtung umfunktioniert.

Lumen ersetzt Watt

Sobald die Glühbirne weg ist, sagt Watt nichts mehr darüber aus, wie hell eine Lampe ist. Für die Helligkeit steht in Zukunft die Einheit „Lumen“ (lm) auf der Packung. Die benennt den Lichtstrom, also wie viel des eingesetzten Stroms tatsächlich in Licht umgewandelt wird. Je mehr Lumen pro Watt, desto effizienter ist die Lampe. Eine Glühbirne kommt auf rund 10-12 Lumen pro Watt. Eine Energiesparleuchte bringt es zum Teil auf bis zu 60 Lumen pro Watt. Sie braucht also weniger Strom für dieselbe Helligkeit. Aber was muss man jetzt kaufen, wenn man die alte 60- oder 100-Watt-Glühbirne ersetzen will? Hier ein Überblick für Glühbirnen und Energiesparlampen:

Lumen Glühbirne (Watt) Energiesparlampe (Watt)
200 25 5
400 40 7
600 11
700 60
900 75 15
1400 100
1500 23

 

 

 

 

 

 

Lieber kaltes oder warmes Licht?

Ob Licht als gemütlich oder grell empfunden wird, hängt von der Lichtfarbe ab. Aber wie kann man das erkennen, solange die Lampe noch in der Packung steckt? Hierfür gibt es die Einheit „Kelvin“ (K). Je niedriger der Wert ist, umso wärmer ist die Lichtfarbe. Die wird in drei Stufen unterteilt: „Warmweiß“ fürs Wohnzimmer sind 2.700 bis 3.200 K, „neutralweiß“ mit 3.300 bis 5.300 K für die Küche oder das Büro und das sachliche „tageslichtweiß“ mit 5.300 K oder mehr für Arbeitsplätze oder Geschäfte, die z.B. auch viel Tageslicht haben.

Die neue 60-Watt-Glühbirne

Was ist jetzt also der beste Ersatz für eine 60-Watt-Glühbirne? Natürlich gibt es mehrere Möglichkeiten, aber die energieeffizienteste ist eine 15-W-Energiesparlampe mit 2.700 Kelvin. Sie braucht für die Erzeugung derselben Helligkeit 75 Prozent weniger Strom. Und hält im Durchschnitt zehn Mal so lange. Das kann schon – auf die gesamte Lebensdauer betrachtet – rund 80-100 Euro Kostenersparnis ausmachen.

Allerdings gehören Energiesparlampen wegen ihres geringen Anteils an Quecksilber nicht in den Hausmüll, sondern in den Sondermüll.

Für Nostalgiker

Für alle unter uns, die den Verlust der Glühbirne nur schwer verkraften gibt es einen Ersatz: Der Designer Uwe Hecker funktioniert die Rarität zu Blumenvasen um, zu „Blühbirnen“. Weitere Hommagen an die Glühbirne werden garantiert in nächster Zeit folgen – solange der Vorrat reicht.

 

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie