Zukunft Energie  

6. Mai 2011

Europas Firmen im CO2-Ranking

Ist Deutschland Klima-Sünder Nummer 1? | Bild: Shutterstock / B.Stefanov

Ist Deutschland Klima-Sünder Nummer 1? | Bild: Shutterstock / B.Stefanov

 

Gelungenes Klima-Sünder-Ranking?

Ein neues Ranking ist da – und: Deutschlands Unternehmen schneiden nicht besonders gut ab. Dabei liegt Deutschland weltweit auf Platz 2 bei Investitionen in erneuerbare Energien. Und im jährlichen Klimaschutz-Index (KSE) belegt Deutschland Platz 7.

Quelle: Germanwatch

Quelle: Germanwatch

Trotzdem kann laut aktueller Studie der britischen Environmental Investment Organisation (EIO) nur die Deutsche Bank die Ehre des Landes retten – mit einem Platz unter die saubersten Zehn.

Wie kommt’s? Der 42 Seiten starke Bericht mit dem Titel „Environmental Tracking Europe 300“ vergleicht die sogenannte CO2-Intensität der 300 größten Firmen Europas. Soweit scheint das Ranking noch stichhaltig. Immerhin gibt es zur Unternehmensgröße eindeutige Kennzahlen. Aber dann wird das Eis schon dünner, auf dem die EIO ihre Berechnungen anstellt: Die Studie berechnet die CO2-Intensität aus der Menge an ausgestoßenem Treibhausgas im Verhältnis zum Umsatz. Eine einseitige Betrachtung, finden viele. Die Kommentare zu einem Artikel auf Spiegel online lassen kein gutes Haar an der Studie. Bei manchem – wie Jens Berger – büßt gleich der ganze Spiegel einen gehörigen Teil seiner Glaubwürdigkeit mit der Präsentation der Studie ein. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, so lautet zusammengefasst der Hauptvorwurf. Finanzdienstleister schneiden erheblich besser ab, als Unternehmen, die reale Güter produzieren. Das wäre so, als würde man die CO2-Fußabdrücke von „Hochofenarbeitern“ mit denen von „Kindergärtnerinnen“ vergleichen, wird in einem Forum gewettert.

CO2 Footprint

Die Experten der EIO hatten es aber auch nicht ganz leicht. Schon die Datenbasis scheint schwammig: Nur 43 Prozent der Firmen hätten ihre Emissionen öffentlich gemacht und durch unabhängige Organisationen verifizieren lassen. 29 Prozent hätten ungeprüfte Daten veröffentlicht, 13 Prozent überhaupt nichts über ihre Emissionen verraten. Man lässt sich also ungern in die Karten gucken. Darum, sagt Sam Gill, geschäftsführender EIO-Direktor, ist der Bericht ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ein Gradanzeiger der Offenheit und eine brauchbare Grundlage für Börsen-Indizes – im Kampf gegen den Klimawandel. Aber Moment: Auch der ist umstritten.

Klimawandel-Lüge oder Angst vor einer Öko-Diktatur

Der Klimawandel ist menschengemacht. Schuld daran sind die hohen Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid. Doch das sehen einige Menschen anders. Wissenschaftler rund um den dänischen Physiker Henrik Svensmark beispielsweise behaupten, der Klimawandel habe natürliche Ursachen. Er sei größtenteils auf die Wolken zurückzuführen. Svensmarks neue Klimatheorie passt auch mit den Aussagen von Wissenschaftlern wie David Evans zusammen. Seiner Einschätzung nach ist der Effekt von Kohlendioxid aufs Weltklima unbedeutend gering. Fakt ist, dass „CO2“ offensichtlich immer mächtiger wird. Länder, Gemeinden, Unternehmen – ja sogar die Olympischen Spiele müssen sich an ihrem CO2-Fußabdruck messen lassen. Für 2012 hat London bereits einen Bericht abgegeben. Darum befürchtet mancher eine Öko-Diktatur. Selbst Günter Grass warnte unlängst davor.
Aber die Praxis sieht vermutlich anders aus. Die Abkommen, die das Kyoto-Protokoll den Industrienationen abringen konnte, werden angeblich immer öfter umgangen. Der Welthandel verlagere seine Emissionen in Entwicklungs- oder Schwellenländer, die selbst nicht an Einsparungen laut Kyoto-Protokoll gebunden sind.
Wie genau nehmen es die Unternehmen überhaupt mit dem Klimaschutz? Wie schön wäre dazu ein verlässliches Ranking. Vielleicht ja nur eine Frage der Zeit…

Stichwörter: , , , , , , , , , , , , , , ,

Kategorisiert in:

Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie