Globales Denken  

10. Juli 2014

Fahren Rocker bald mit Strom? Die Harley kommt als E-Motorrad!

Die Elektro-Harley: Kommt so nachhaltiger Klimaschutz auf die Straßen von New York? | Bild: Project LiveWire / Ray Stubblebine

Die Elektro-Harley: Kommt so nachhaltiger Klimaschutz auf die Straßen von New York? | Bild: Project LiveWire / Ray Stubblebine

Den Fahrtwind spüren, am Stau vorbei fahren und die Freiheit auf zwei Rädern genießen – für Motorradfans ein unvergleichbares Erlebnis. Bislang war dies allerdings nur mit Benzin möglich und somit klimaschädlich. Erfreulicherweise hält der Weg zur grünen Antriebstechnologie in immer mehr Bereichen Einzug – nun auch bei Elektromotorrädern.

Seit Ende Juni 2014 testet auch der US-Motorradhersteller Harley Davidson mit seinem Project LiveWire ein umweltfreundliches Modell, das mit Ökostrom funktioniert. Der Name LiveWire setzt sich zusammen aus „lively personality“, also einer quicklebendigen Persönlichkeit und „wire“, in Anspielung auf den elektrischen Antrieb der Maschine.

Leichte und schlanke Silhouette der Elektro-Harley

Im Gegensatz zur bisherigen Zielgruppe richtet sich die Elektro-Harley nicht an die harten, wilden Jungs, sondern eher an eine jüngere Zielgruppe. Dabei soll der Leichtmetallrahmen mit einem Sitz und ohne Tank und Auspuffrohre gerade auch für Frauen attraktiv sein. Weitere Merkmale sind ein runder Hauptscheinwerfer, ein kurzes Streetfighter-Heck sowie ein sehr breiter Hinterreifen. Der Elektromotor sowie die Batterie sitzen dort, wo sich zuvor das V2-Triebwerk befand.

Der Dreiphasen-Wechselstrommotor mit Aluminium-Gehäuse wurde längs eingebaut | Bild: Project LiveWire / Harley Davidson

Der Dreiphasen-Wechselstrommotor mit Aluminium-Gehäuse wurde längs eingebaut | Bild: Project LiveWire / Harley Davidson

Der Elektromotor beschleunigt in nur vier Sekunden

Auf der technischen Seite verfügt das Modell über einen 74 PS starken Elektromotor, welcher ein maximales Drehmoment von 70 Newtonmeter erreicht und es so in vier Sekunden von null auf etwa hundert Kilometer pro Stunde schafft. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 150 Stundenkilometer. Leider erzielt der Lithium-Ionen-Akku mit seiner Kapazität von zehn Kilowattstunden nur eine Reichweite von 85 Kilometern. Danach muss er erst einmal wieder dreieinhalb Stunden laden. Dies ist allerdings an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose möglich.

Herausforderung: Harley-Sound

Eine besondere Herausforderung speziell bei Harley Davidson war der Sound. Bei anderen Modellen von Elektromotorrädern ist dieser eher nachrangig, doch gerade bei Harley gehört er zum Konzept. Denkt man an eine Harley, so hat man sofort ein laut knatterndes Fahrgeräusch im Kopf. Auch der Marketingchef Mark-Hans Richer betont, dass dieses ein wichtiger Teil des Nervenkitzels sei. Anders als bei den Verbrennungsmotoren soll der Sound der Elektro-Harley jedoch eher an die Turbinen eines Düsenjets erinnern. Das folgende Video zeigt warum:

Kann der Elektroantrieb des E-Motorrads die Kunden überzeugen?

Im Rahmen des Projekts können von den Händlern auserwählte Interessenten den Prototyp auf einer Tour entlang der Route 66 ausprobieren. So möchte Harley die Anforderungen der Kunden ermitteln. Ab 2015 wird die Tour auch auf Kanada und Europa ausgeweitet. Die Rückmeldungen sollen in die Entwicklung des Elektromotorrads einfließen, so dass es – die Annahme durch die Kunden vorausgesetzt – ab 2016 in Serie gehen könnte.

Wir sind gespannt auf das Feedback der ersten Testpersonen und die Entwicklung der nächsten Jahre. Zumal sich bis 2016 auch die Akkutechnik deutlich weiter entwickelt haben wird und somit gerade die Reichweite noch Potential bietet.

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