Globales Denken  

8. November 2013

Fairphone: Umweltbewusstes Smartphone aus recyceltem Plastik und fairer Produktion

Mehr als eine Milliarde Smartphones wurden im Jahr 2013 weltweit verkauft. Das ist eine ganze Menge. Und kaum jemand könnte sich vermutlich auch nur ansatzweise vorstellen, ohne seinen kleinen Freund zu leben. Doch lässt man sich diese Zahl mal intensiver durch den Kopf gehen, poppt fast automatisch eine wichtige Frage auf: Wie kann eine so große Menge intelligenter Handys in so kurzer Zeit produziert werden? Man denkt unweigerlich an große Fabrikhallen, in denen viele Mitarbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen und zu Hungerlöhnen arbeiten. Es ist daher umso wichtiger, genau diese Szenarien zu verhindern und für eine nachhaltige Produktion und faire Arbeitsbedingungen zu sorgen.

Konfliktfreie Rohstoffe, fair gewonnen

Auch wenn Corporate Social Responsibility hoch im Kurs steht – nur die wenigsten Unternehmen, insbesondere im Bereich der Technologie, leben es. Aber es gibt auch positive Beispiele wie das niederländische Unternehmen Fairphone. Dies hat das gleichnamige Smartphone entwickelt, das unter fairen Arbeitsbedingungen und aus konfliktfreien Rohstoffen hergestellt wurde. Heißt im Detail: eine regelmäßige Kontrolle der Produktionsstätten und ein Ausweichen auf Rohstofflieferanten, die nicht aus Krisengebieten wie Afrika stammen und mit ihrem Verkauf zum Beispiel Kriegsparteien unterstützen. Finanziert wird die Produktion durch sogenanntes Crowdfunding. Dabei spendete eine große Anzahl an Menschen, die die Fairphone-Idee unterstützen, schon vorab den Betrag für das neue Smartphone.

Die grünen Details des Fairphones im Überblick

Das Fairphone mit Android-Betriebssystem soll circa 325 Euro kosten und ist damit deutlich günstiger als beispielsweise ein iPhone. Technisch gesehen entspricht es eher dem Durchschnitt: 4,3-Zoll-Bildschirm, 8-Megapixel-Kamera und die Möglichkeit, zwei SIM-Karten aufzunehmen. Aber bei diesen Phones geht es ja auch nicht darum, ein technisches Wunder zu kreieren, sondern den sozialen Aspekt in den Vordergrund zu rücken. So wurden Zinn und Kobalt, die zusammen mit anderen Metallen mehr als ein Drittel der Smartphones ausmachen, fair gewonnen. Außerdem ist die Hülle aus recyceltem Kunststoff. Ein weiterer Pluspunkt des Gadgets: Es kann auseinandergeschraubt und somit selbst repariert werden. So fällt nur wenig Elektroschrott an und das Handy ist langlebiger.

Bisher kann das Unternehmen nicht 100-prozentig garantieren, dass alle Bestandteile ihrer grünen Smartphones fair gewonnen werden. Es kooperiert aber mit zahlreichen Initiativen und NGOs, um die Wertschöpfungskette so transparent zu gestalten wie möglich. Im Dezember sollen voraussichtlich die ersten Exemplare verschickt werden. Wir sind schon gespannt auf das Resultat! Ob sich die großen Handyhersteller dann ein Vorbild nehmen, was Fairness angeht?

Übrigens: In Verbindung mit Green Apps könnten die Fairphones dann noch grüner werden – und sogar beim Stromsparen helfen.

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie