Globales Denken  

20. Juni 2011

Frauen-Fussball-WM 2011 wird klimaneutral: Deutschland macht das „Green Goal“

Umweltmeisterschaft: Die Frauen-WM wird grün | Bild: photocase / marshi

Umweltmeisterschaft: Die Frauen-WM wird grün | Bild: photocase / marshi

 

Jeder erinnert sich noch an die Fußball-WM 2006, das deutsche Sommermärchen. Eine ganze Republik in Feierlaune! Und jetzt gibt es dank der DFB-Damen die Neuauflage, quasi das „Sommermärchen reloaded“. Denn wenn Birgit Prinz, Fatmire Bajramaj und ihre Kolleginnen am 26. Juni bei ihrem Auftakt-Match zur Fifa Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2011 auf Kanada treffen, herrscht wieder Hochspannung – und das nicht nur auf den Rängen oder vor den Fernsehern. Ohne Energie läuft in einem Fußballstadion nämlich gar nichts. Eine Partie verbraucht durchschnittlich knapp 35.400 Kilowatt-Stunden Strom: Genug um zehn Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Um sich auch abseits des Spielfeldes vorbildlich zu präsentieren, zeigt der DFB daher einem unnötig hohen Energiebedarf die rote Karte. Die Heim-WM wird nämlich grün, wahrscheinlich sogar die grünste, die es jemals gab. Der ehrgeizige Plan: Die Großveranstaltung soll völlig klimaneutral ablaufen, also ganz ohne negative Folgen für das globale Klima.

Klimafaire WM – Volltreffer für den Klimaschutz

Klar, dass bei einem Event mit weit über einer Million Besucher aus dem In- und Ausland stets mit einem erhöhten Energiebedarf gerechnet werden muss. Man denke nur an die hunderttausenden Übernachtungsgäste in den Hotels, das gesteigerte Verkehrsaufkommen oder den Energieaufwand für den Betrieb der Stadien! Das Organisationskomitee um Rekordnationalspielerin Steffi Jones setzt deshalb auf das Umwelt-Programm „Green Goal 2011“. Mit unterschiedlichen Maßnahmen in den fünf Kernbereichen Wasser, Abfall, Catering, Energie und Mobilität will man Sport und Nachhaltigkeit miteinander verknüpfen. Stadien und Verwaltungsgebäude beziehen ihre Energie zur WM ausschließlich aus regenerativen Quellen. Und um die Umwelt nicht durch ein unnötiges Verkehrsaufkommen zu belasten, dient die Eintrittskarte zu den Spielen auch zugleich als Fahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel.

Grünes Vorbild für die Bundesliga

Die Organisatoren planen aber noch weiter: Das „Green Goal“-Konzept soll nämlich nicht wie die Weltmeisterschaft pünktlich mit dem Schlusspfiff am Finaltag enden. Das Umweltprogramm soll vielmehr der Sportwelt als „grünes Erbe“ erhalten bleiben. „Dem Umweltschutz auch international für Großveranstaltungen dieser Art eine traumhafte Flanke“ zu geben, ist das Ziel der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die die Frauen-WM fördert. Auch der DFB wird sich fortan stärker mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Jede WM-Spielstätte wird ihr eigenes ausgeklügeltes Energiespar-Konzept präsentieren: In der Frankfurter Commerzbank-Arena wird der Rasen mit Regenwasser aus einer Zisterne bewässert, in Berlin wird das Stadion mit umweltfreundlicher Fernwärme beheizt und in Mönchengladbach sollen Strom sparende LED-Lampen den Energiebedarf senken. Ein Titel dürfte den Deutschen dank dieser innovativen Umwelt-Konzepte bereits vor der ersten Partie sicher sein: Umweltmeister 2011.

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