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5. April 2011

Gas – was ist es, woher kommt es und wie viel kostet’s

Gas – und seine unendlichen Möglichkeiten | Bild: photocase | bobot

Gas – und seine unendlichen Möglichkeiten | Bild: photocase | bobot

 

Heizung, Waschmaschine, Trockner, Kochfeld, Ofen – viele Geräte, die oft elektrisch betrieben werden, können auch mit Gas laufen. Sogar Autos fahren mit Gas und das Tankstellennetz für Gasfahrzeuge wächst. Das gängigste Gas für die Energiegewinnung und Versorgung des Haushaltes ist Erdgas. Die Gaslieferung funktioniert über ein deutschlandweites, unterirdisches Netz. Bis es bei uns ankommt, hat Erdgas schon einen langen Weg hinter sich: Lassen seismische und geophysikalische Messungen das Vorkommen von Lagerstätten vermuten, wird mit einer Aufschlussbohrung ermittelt, ob Erdgas vorhanden und eine Förderung wirtschaftlich rentabel ist. Diese Probebohrungen erreichen heute Tiefen von bis zu 7.000 Metern. Und nicht immer ist man dabei erfolgreich: Trotz aller Vorarbeiten kommen auf eine erfolgreiche Bohrung durchschnittlich drei Fehlbohrungen. Im Münsterland wurden umstrittene Probebohrungen kürzlich unterbrochen. Nach der Bohrung macht es das riesige Netz von Pipelines in Europa möglich, das Erdgas bis in die Haushalte zu liefern.

Wie setzt sich der Preis beim Gas zusammen?

Wie sich die Gaspreise zusammensetzen | Quelle: 123energie.de

Wie sich die Gaspreise zusammensetzen | Quelle: 123energie.de

Der Gaspreis setzt sich aus staatlichen Abgaben, Netzentgelten, Beschaffungs- und Vertriebskosten zusammen. Bei 123energie sind 22,3 Prozent des Preises für Steuern und andere staatliche Abgaben (Umsatzsteuer, Energiesteuer und Konzessionsabgabe) reserviert. 28,7 Prozent entfallen auf die Netzentgelte, die der Staat als Regulierer beeinflusst. Die verbleibenden 49 Prozent des Gaspreises sind für die Gasbeschaffung und den Vertrieb. Vor allem die Gaspreise in Japan, den USA und Russland beeinflussen deutsche Gastarife. Die hohen Differenzen der einzelnen Gaspreise entstehen aufgrund der Einkaufsmöglichkeiten – je nachdem ob Konzerne an Lieferverträge preislich gebunden sind. Voraussetzung für das Umrüsten auf Erdgas ist eine vorhandene Hauptleitung in der Straße, an die der Hausanschluss gelegt werden kann. Einige Anbieter fördern solche Umrüstungen auf Erdgas sogar.

Die Ökobilanz von Erdgas

Erdgas verbrennt nahezu frei von Schwefeldioxid, Staub und Schwermetallen. Im Vergleich mit anderen fossilen Energieträgern verursacht Erdgas zudem die geringsten CO2-Emissionen pro Kilowattstunde (kWh). Der direkte Transport zum Verbraucher per Versorgungsnetz reduziert darüber hinaus Abgase und Lärm.

Riecht Gas?

Gas ist eigentlich geruchlos. Wenn es ausströmt, würde es unbemerkt bleiben. Darum odoriert man das Gas. Kurz gesagt: Das Gas wird zum Stinken gebracht. Die gebräuchlichsten Mittel dazu sind schwefelhaltige organische Verbindungen. Seit langem werden geringe Mengen der Schwefelverbindung Tetrahydrothiophen (THT) zur Odorierung verwendet. Da THT als Gefahrstoff eingestuft ist, haben einige Gasversorger nun reagiert und setzen andere, weniger toxische Stoffe als Odorierungsmittel ein. Forscher aus Karlsruhe und Holzminden, der Stadt der Düfte und Aromen in Niedersachsen, entwickelten sogar einen schwefelfreien Zusatz: eine Mischung aus zwei Acrylaten und einem Pyrazin. Doch manche Stadtwerke, etwa in München, zögern, ihren Kunden das neue Aroma zuzumuten. Das westfälische Münster ist sogar zum Schwefel zurückgekehrt, weil zu viele Bürger den neuen Geruch nicht identifizieren können. Hier riecht Gas wieder nach faulen Eiern.

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie