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Der Herbst klopft an | Bild: Photocase / christophe papke
Der Herbst klopft an | Bild: Photocase / christophe papke
21. September 2016

Gewusst wie – einheizen und lossparen

Wenn die Tage kürzer und die Blätter bunter werden, ist der optimale Zeitpunkt gekommen sich auf die kühlere Jahreszeit vorzubereiten. Sinkende Temperaturen bedeuten auch, dass man die Heizung wieder hochdrehen muss – diese sollte jedoch vorab gewartet werden, so kann man bares Geld sparen. Die wichtigsten Tipps haben wir für Sie zusammengestellt.

Luft ablassen und Staub den Kampf ansagen

Über die Sommermonate hat sich Luft in den Heizkörpern gesammelt. Dreht man die Heizung jetzt auf, kann sich das heiße Wasser, das die Heizungen durchströmt, nicht optimal verteilen. Daher ist es unabdingbar, die Heizungen im Herbst zu entlüften. An den meisten Heizkörpern befindet sich seitlich ein kleines Ventil. Mit einem passenden Ventilschlüssel oder einer dafür geeigneten Zange kann das Heizungsventil vorsichtig aufgedreht werden. In einer kleinen Schüssel kann das beim Entlüften herauslaufende Wasser aufgefangen werden. Mit speziellen Bürsten sollte Staub hinter Heizkörpern entfernt werden, da dieser die Wärmeabgabe behindern kann. Alternativ kann von oben mit einem Fön hinter die Heizung gepustet werden – ein unter der Heizung platziertes feuchtes Handtuch hilft den Staub einzufangen.

Ein Fall für den Experten

Von einem Fachmann sollten jährlich die Abgaswerte geprüft werden. Nur so kann eine lange Lebensdauer der Heizungsanlagen gewährleistet werden. Bei der Prüfung wird die Elektronik getestet und eventuell verschlissene Teile ausgetauscht. Auch Ruß auf Düsen oder Brenner der Heizungsanlage behindert einen optimalen Heizvorgang, daher sollte der Heizkessel gelegentlich gereinigt werden. Eine verrußte Heizung lässt den Energieverbrauch in die Höhe schnellen. Dies gilt natürlich für Öl- und Gasheizungen gleichermaßen – wobei die Gasverbrennung im Gegensatz zu Öl CO2-arm ist.

Alles im Fluss

Besonders empfehlenswert ist ein „hydraulischer Abgleich“, der durch einen Fachmann durchgeführt werden kann. Durch lange dünne Rohre fließt weniger Heizungswasser, als durch kurze, dicke Rohre. Räume die direkt neben dem Heizzentrum liegen erwärmen sich dadurch oftmals schneller, als z. B. Räume die unter dem Dach liegen. Heizungen der Räume die nah am Kessel liegen erhitzen sich dafür oftmals zu sehr. So wird unnötig Heizungsenergie verschwendet. Ein Fachmann kann durch die richtige Einstellung des Heizsystems genau dies vermeiden. Hierbei wird der Energiebedarf eines Hauses ermittelt, die Wasserdurchflussmenge am Heizkörper reguliert und an den Bedarf der einzelnen Zimmer im Haus angepasst. Es sollte immer exakt die richtige Wassermenge mit der richtigen Temperatur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein – dann kann effizient geheizt werden. Der Staat fördert den hydraulischen Abgleich mit einem Zuschuss im Wert von 30 Prozent  der Gesamtnettokosten.

21° Celsius sind die goldene Mitte

Es empfiehlt sich, tagsüber die Heizung nicht komplett herunterzudrehen und sie dann abends auf höchster Stufe einzuschalten. Die Temperatur in den beheizten Räumen sollte möglichst konstant bleiben – so spart man Energie. Oft reicht es aus, nur die Aufenthaltsräume stärker zu beheizen, in Schlafräumen ist eine niedrigere Temperatur ausreichend und fördert einen erholsamen Schlaf. Die optimale Raumtemperatur liegt in Aufenthaltsräumen bei rund 21° Celsius und in Schlafräumen bei 16° Celsius. Zum lüften reichen oft kurze „Stoßlüftungen“ in denen alle Fenster für zehn Minuten geöffnet werden, sodass sich die Luft austauschen kann. Länger „gekippte“ Fenster sollten besonders in der kalten Jahreszeit vermieden werden, sonst heizt man im wahrsten Sinne des Wortes „aus dem Fenster“.

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