Zukunft Energie  

27. Januar 2011

Hochspannungsgigant Bahn – Retter des Windstroms?

Ständig unter Strom: Die schnellen ICEs der Bahn | Foto: kaffeebeimir

Ständig unter Strom: Die schnellen ICEs der Bahn | Foto: kaffeeeinstein CC BY-SA 2.0 http://www.flickr.com/photos/kaffeeeinstein/3784761016/

Die Deutsche Bahn macht ihre Hochleistungsflotte mit Strom aus eigenen Kraftwerken mobil. Die schnellen Elektrotriebzüge, wie der ICE der Baureihe 403, erreichen bei einer Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h zum Beispiel eine Leistung von 8.000 Kilowatt. Ein unternehmenseigenes Hochspannungsnetz mit rund 25.000 Maste und einer Länge von 7.754 Kilometer transportiert die notwendige Bahnenergie durch ganz Deutschland. Zusammengelegt zu einer Bahnstrecke, könnte man damit von Bochum nach Peking reisen.

Von dieser Infrastruktur kann die deutsche Ökostrombranche bisher nur träumen. Ihr fehlen nach Schätzung der „Deutsche Energie-Agentur “ über 3.000 neue Kilometer Hochspannungsleitungen. Denn immer mehr Windkrafträder produzieren subventionierten Ökostrom an den Küsten im Norden – nur: der Strom schafft es nicht in den Süden. Das derzeitige Stromnetz ist hoffnungslos überlastet.

ZDF drehscheibe Deutschland: Achtung Hochspannung!

ZDF drehscheibe Deutschland: Achtung Hochspannung!

Bislang wurden gerade mal rund 100 Kilometer Leitungen neu verlegt. Die Bremse: Engagierte Bürger . Sie haben Angst vor den Auswirkungen der

Starkstromtrassen: Elektro-Smog und 100 Meter breite Schneisen, die sich Kilometer lang durch die Landschaft ziehen. Bürgerinitiativen entfachen Protestfeuer, marschieren, erheben Einspruch. Niemand will neue 80-Meter-Maste in seiner Nähe. Die Bundesregierung steht inzwischen nicht mehr auf der Leitung und hat das Problem erkannt. Aus der CSU kam im Herbst der Vorschlag, die Deutsche Bahn solle ihre Fernstromtrassen zur Verfügung stellen. Technisch und wirtschaftlich spricht anscheinend nichts dagegen. An ausgewählten Strecken könnte man die Bahnmaste um bis zu 15 Meter erhöhen, um neue Gleichstrom-Freileitungen mit bis zu 500 Kilovolt unterzubringen. Die Maste wären damit immerhin niedriger als 80 Meter.

Könnte die Deutsche Bahn der deutschen Ökostrombranche damit also aus der Patsche helfen? Aber wie stark wird das die Bahn beeinträchtigen? Denn schon jetzt brennen sich Funken der Hochspannungsleitung manchmal in die Aluminiumhaut des Zugdaches . Könnte sich dieses Phänomen mit einem Overlay-Netz verstärken und die Bordelektronik immer öfter lahm legen?

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft: Netzausbau

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft: Netzausbau

Stichwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Kategorisiert in:

Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie