Globales Denken  

26. Juni 2012

In Rio nichts Neues: Der UN-Klimagipfel 2012 Rio+20 und der Traum nach einer grüneren Wirtschaft

Rio+20 – Der Gipfel der Unentschlossenheit? | Bild: Photocase / jerckns

Rio+20 – Der Gipfel der Unentschlossenheit? | Bild: Photocase / jerckns

 

Vom 20. bis zum 22. Juni 2012 fand in Rio de Janeiro am Zuckerhut der UN-Klimagipfel, eine Konferenz über nachhaltige Entwicklung, statt.
„Green Economy“ heißt die neue Nachhaltigkeit: Der Gipfel, auf dem sich Staats-und Regierungschefs aus aller Welt getroffen haben, galt als historische Möglichkeit, neue Wege für eine nachhaltigere Welt zu definieren.

Nachhaltigkeitsgipfel Rio+20 – 20 Jahre später

20 Jahre nach dem Weltgipfel 1992 fand nun die Fortsetzung statt. Damals hat man unter anderem das entwicklungs- und umweltpolitische Aktionsprogramm Agenda 21, das als Meilenstein auf dem Weg zur Nachhaltigkeit gilt, konzipiert. Jetzt hat man, erneut in Rio unter dem Leitmotiv „Green Economy“ diskutiert, inwiefern die Ziele von damals umgesetzt werden konnten.
Themen wie die aktuelle Stadtentwicklung, Fischerei und vor allem erneuerbare Energien standen im Fokus der Debatte. Durch höhere Investitionen soll die Welt besser, grüner und fairer werden. Umso bedauernswerter, dass kaum einer der geladenen 130 Staats- und Regierungschefs aktiv an der Konferenz teilgenommen hat. Aufgrund der Schuldenkrise in Europa haben Politiker, wie zum Beispiel Angela Merkel, abgesagt. Auch Barack Obama, Wladimir Putin und David Cameron blieben fern. Eine Konferenz also, die das politische Engagement für eine nachhaltige Entwicklung erneuern soll – aber die großen Entscheidungsträger fehlen. Und auch außerhalb der politischen Ebene war der Zulauf nicht so groß wie erwartet. Die Aufbruchsstimmung von damals blieb leider aus.

Gähnen in Rio

Unglücklicherweise förderte die Konferenz in Rio keine neuen bahnbrechenden Ideen zutage. Die Abschlussdeklaration enthält kaum neue Anstöße, sondern fasst nur alte Ideen auf.
Geplant war, dass bis zu 360 Milliarden Dollar in Öko-Kraftwerke gesteckt werden und bis zu 134 Milliarden in energiesparende Häuser, Solarheizungen und in die Gebäudesanierung fließen. Ebenso sollte der Aufbau einer dezentralen Stromversorgung für die ländlichen Regionen in den Entwicklungsländern gefördert werden. Dort sind immer noch bis zu zwei Milliarden Menschen ohne Steckdose. Letzten Endes wurden aber alle Themen, die Kontroversen auslösen könnten, aus dem Abschlussschreiben verbannt.

Deutschland hat Vorreiterrolle

Die EU, die zu Anfang selbst kritisierte, dass die neue Deklaration zu wenig Substanz habe, musste schließlich selbst Zurechtweisungen hinnehmen. Immerhin habe sie die nötige Erfahrung in puncto Nachhaltigkeit, um den anderen Staaten zu zeigen, was machbar ist. Vor allem Deutschland ist ganz weit vorne, wenn es um Energiefragen geht. Besonders in den Berufsfeldern rund um Windkraft, Solarenergie und Biomasse sind hierzulande aktuell circa 380.000 Menschen tätig.

Was ist Eure Meinung zum Gipfel?

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