E-Lifestyle  

22. Januar 2015

Intelligent und gut vernetzt: Smartes Wohnen im Aktivhaus B10

Licht, Heizung, Elektrogeräte: Das Aktivhaus B10 stimmt alles perfekt aufeinander ab | Bild: Werner Sobek Group GmbH / Copyright Zooey Braun, Stuttgart

Licht, Heizung, Elektrogeräte: Das Aktivhaus B10 stimmt alles perfekt aufeinander ab | Bild: Werner Sobek Group GmbH / Copyright Zooey Braun, Stuttgart

Ein Haus, zwei Autos und jede Menge Energie. Das ist Smart Home vom Feinsten! Im Bruckmannsweg 10 in Stuttgart wurde im Juli 2014 ein dreijähriges Forschungsprojekt gestartet: Das Aktivhaus „B10“. Es zeigt, wie innovative Materialien, Konstruktionen und Technologien unsere Umwelt nachhaltig verbessern können.

Optisch wirkt das kompakte Gebäude mit seinen klaren Formen unauffällig und schlicht. Doch hat es auf energetischer Seite viel zu bieten. Dank eines raffinierten Energiekonzepts erzeugt das Gebäude doppelt so viel Ökoenergie wie es selbst benötigt. Dadurch ist es komplett autark und kann mit der überschüssigen Energie außerdem zwei Smart-Elektroautos, die zum Projekt gehören, und ein benachbartes Museum mit Strom und Wärme versorgen.

Ausklappbar: Die Frontseite des B10 ist Wand und Terrasse zugleich | Bild: Werner Sobek Group GmbH / Copyright Zooey Braun, Stuttgart

Ausklappbar: Die Frontseite des B10 ist Wand und Terrasse zugleich | Bild: Werner Sobek Group GmbH / Copyright Zooey Braun, Stuttgart

85 Quadratmeter Energietechnik vom Feinsten

Ausgestattet ist das 85 Quadratmeter große Haus mit einer Menge Technik: Wärmepumpe, Eisspeicher, Hausbatterie, einer großen Solaranlage und einem topmodernen Dämmsystem. Um den Wärmeverlust möglichst gering zu halten, ist der Korpus des Gebäudes auf drei Seiten geschlossen. Nur die Vorderseite ist verglast. Das spezielle Vakuum-Isolierglas dämmt dabei besonders gut.

Aber nicht nur die eigene Energieerzeugung und -versorgung machen das Home smart. Auch die Verknüpfung der verschiedenen Technikeinheiten mit den Elektrogeräten im Haus und der Ladeinfrastruktur für die E-Autos sowie das hohe Kommunikationspotenzial zwischen Haus, Fahrzeug und Besitzer tragen dazu bei. Das Haus kann zum Beispiel aktiv auf Veränderungen draußen und drinnen reagieren (kalt/warm, hell/dunkel, Witterungsverhältnisse), via App mit den Hausbesitzern kommunizieren und sogar im Laufe der Zeit deren Tagesablauf kennenlernen und sich entsprechend anpassen.

An alles gedacht: Die Fassade des Energiehauses ist mit witterungs- und UV-beständigem Textilfasergewebe bespannt | Bild: Werner Sobek Group GmbH / Copyright Zooey Braun, Stuttgart

An alles gedacht: Die Fassade des Energiehauses ist mit witterungs- und UV-beständigem Textilfasergewebe bespannt | Bild: Werner Sobek Group GmbH / Copyright Zooey Braun, Stuttgart

Effizienter Umgang mit selbsterzeugtem Ökostrom

Wie das im Alltag konkret aussieht? Verlassen die Bewohner am Morgen das Haus, schalten sich beispielsweise die Lichter im ganzen Haus automatisch aus, noch offene Fenster schließen sich und falls der Herd versehentlich noch an ist, so wird auch dieses Problem gelöst. Kurz bevor die Bewohner am Abend dann wieder zu Hause ankommen, aktiviert das B10 schon mal die Heizung oder stellt bei Bedarf die Waschmaschine an. So ist es immer schön warm und gewisse Hausarbeiten sind schon erledigt. Wenn der E-Smart dann auf die Garage zusteuert, öffnet sich das Tor und die Beleuchtung – im Innen- und Außenbereich – wird aktiviert, so wie es via App zuvor eingestellt wurde.

Freiwillige vor: Ab Sommer 2015 startet der Praxistest

Noch bis Sommer 2015 können Interessierte das Aktivhaus übrigens immer donnerstags von 15-18 Uhr besichtigen. Im zweiten Jahr werden zwei Studenten in das Haus einziehen und kostenfrei dort wohnen. Die Universität Stuttgart wertet die Daten und Messungen, zum Beispiel wie viel Energie erzeugt und wie viel verbraucht wird, kontinuierlich aus.

In zweieinhalb Jahren, nach Abschluss der Projektarbeiten, wird das Gebäude wieder vollständig abgebaut, entweder an anderer Stelle erneut aufgestellt (das dauert nur einen Tag) oder zu 100 Prozent recycelt. Denn auch das ist möglich. Unterstützung findet das Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Alle weiteren Infos zum Projekt B10 zeigt folgendes Video:

Was haltet Ihr von solch einem Konzept? Spannende Sache oder ständige Überwachung und starke Beeinträchtigung der eigenen Privatsphäre?

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