Zukunft Energie  

4. Oktober 2012

(K)ein grünes Paradies – Der Traum von der nachhaltigen Luxus-Insel

 

In Österreich werden jetzt Inseln gebaut. Groß, grün und in fast jedem erdenklichen Gewässer könnten sie später mal schwimmen. Bei einer Breite von 20 und einer Länge von 37 Metern ist es möglich, dort auf 1.000 Quadratmetern über drei Etagen zu wohnen. Die Grazer Firma Orsos Island produziert diese schwimmenden Immobilien, die Anfang 2014 auf den Markt kommen sollen. Ziel ist es, eine Hotelkette mit 40 bis 50 Inseln aufzuziehen. Auch Anfragen von Privatleuten gibt es bereits.

Regenerative Stromgewinnung inklusive

Auf der Insel selbst können zwölf Leute wohnen, sie bietet aber Platz für bis zu 80 Personen. Die Gäste können dann im Kinosaal relaxen oder im Whirlpool sitzend auf den Sonnenuntergang im Meer schauen. Für aktivere Bootsbesitzer sind auch Garagen für Jetskis vorhanden. Die Kombination von einer Luxusimmobilie und einer qualitativ hochwertigen Yacht ist mit einem Kaufpreis von circa 5 Millionen Euro für die Standardausstattung auf jeden Fall alles andere als ein Schnäppchen.

Autark und umweltschonend dank erneuerbarer Energien

Für den Leiter der Firma Orsos Island, Gabor Orsos, hat das Luxus-Eiland vor allem zukunftsweisende und nachhaltige Funktionen. Die Insel hat keinen Motor, sondern bleibt an einem ausgewählten Standort im Meer oder im See. Für die Stromerzeugung gibt es auf dem Dach des Oberdecks bis zu 160 Quadratmeter Solartechnik sowie Windgeneratoren, die auf dem Deck verteilt stehen. Die Heizung basiert auf einer Wärmerückgewinnung aus Meerwasser und sogar das Trinkwasser wird in der eigenen Aufbereitungsanlage gereinigt. Somit könnte man monatelang auf dem Wasser bleiben ohne Kontakt zur Außenwelt. Für diejenigen, die dann doch irgendwann Hunger bekommen, gehören zwei Motorboote standardmäßig zur Ausstattung.

Energiesparendes Vorzeigeprojekt oder Greenwashing?

Spätestens jetzt stellt sich die Frage: Ist das ganze Projekt wirklich so grün? Da die Insel unbeweglich ist, muss sie nämlich zuerst mit einem Frachtschiff ins Meer verschifft und von dort mit Schleppboot in die erwählte Lagune gebracht werden. Allein der Transport ist demnach alles andere als umweltfreundlich. Auch die serienmäßigen Motorboote werden momentan noch mit fossilen Brennstoffen betankt. Was ist mit der Herstellungsweise und den verwendeten Produkten? Gerade diese Informationen würden für die Energiebilanz der Inseln eine wichtige Rolle spielen.

Was haltet Ihr vom grünen Paradies im Wasser? Und vom Preis einmal abgesehen, würdet Ihr Euch Orsos Island kaufen?

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