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29. August 2013

Kopter, Wassertropfen und Schneebesen: Neuheiten aus der Windenergie-Branche

Hoch hinaus: Einfachere Inspektion von Windrädern durch Kopter | Bild: HEXAPILOTS

Hoch hinaus: Einfachere Inspektion von Windrädern durch Kopter | Bild: HEXAPILOTS

 

Windenergie boomt: Windkraft ist mittlerweile die wichtigste Quelle zur Gewinnung von umweltfreundlicher Energie und macht derzeit acht Prozent am Bruttostromverbrauch in Deutschland aus. Mit der steigenden Nachfrage und dem Ausbau von On- und Offshore-Windparks wächst auch der Markt um neue Technologien zur Erzeugung von Windstrom. Wir stellen heute drei der vielversprechendsten Innovationen vor, die die Wartung bereits bestehender Windanlagen deutlich vereinfachen oder eine Alternative zu herkömmlichen Windanlagen darstellen.

Kopter für eine sichere Energiegewinnung

Die Wartung sowie Reparaturarbeiten an Windanlagen sind sehr aufwändig und für die Arbeiter immer mit einem gewissen Sicherheitsrisiko verbunden. Außerdem können lange Aufbauarbeiten von Hebebühnen und eine zeitintensive Inspektion durch Seilsteiger die eigentlichen Arbeiten verzögern. Daher hat das Unternehmen HEXAPILOTS nun einen Kopter gebaut, der die Untersuchung möglicher Schwachstellen enorm erleichtert, sodass Reparaturen gezielt vorgenommen werden können. Die Kopter können selbst bei Windgeschwindigkeiten von bis zu zwölf Metern pro Sekunde in einem Abstand von fünf bis zehn Metern stabil gehalten werden, bei schwachem Wind oder Windstille kommen sie sogar auf drei bis fünf Meter heran. Sie liefern hochauflösende Aufnahmen (24 Megapixel) der Rotorblätter. Darüber hinaus kann bei der Bildauswertung mit einem eigens konstruierten Zusatz die genaue Größe des Schadens bestimmt werden.

Strom aus Wassertröpfchen

Windenergie geht aber auch anders: Niederländische Forscher haben einen Windstromgenerator entwickelt, der mittels elektrisch geladener Wassertropfen Energie erzeugt. Dazu wird ein drei Meter hoher Rahmen aufgestellt, in dem zahlreiche Rohre waagerecht übereinander verlaufen. Diese Rohre sind mit Drüsen versehen, die regelmäßig positiv geladene Wassertropfen absondern. Weht nun Wind durch das Gerüst, entsteht elektrischer Strom, der auch ins Stromnetz eingespeist werden kann. Getestet wird das Vorhaben derzeit an der Technischen Universität in Delft.

Windige Tröpfchen: Energie aus Wasserteilchen gewinnen | Bild: Technische Universität Delft / Bas Bouwman

Windige Tröpfchen: Energie aus Wasserteilchen gewinnen | Bild: Delft University of Technology / Bas Bouwman

Energieeffiziente Windturbinen im Schneebesen-Look

Dass Windräder nicht immer groß sein müssen, zeigt nicht nur das Projekt der Niederländer, sondern auch ein Feldversuch von US-Wissenschaftlern. Diese haben nämlich horizontale Windturbinen entwickelt, die wie Schneebesen aussehen. Die zehn Meter hohen Turbinen beanspruchen deutlich weniger Platz als normale Windräder und sorgen trotzdem für einen hohen Ertrag an Energie. Das Prinzip ist simpel: Immer zwei Turbinen werden im Abstand von fünf Metern so zueinander aufgestellt, sodass sie entgegengesetzt rotieren. Daraus entsteht ein Sog, von dem beide Anlagen profitieren. Undenkbar bei großen Windanlagen.

Es gibt noch andere tolle Innovationen? Diese dürfen gerne auf unserem Blog geteilt werden.

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