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Ein Herz für außergewöhnliches Gemüse | photocase.de, melrose
Ein Herz für außergewöhnliches Gemüse | photocase.de, melrose
24. August 2016

Krumme Gurken und gerade Bananen – Eine Chance für unperfektes Gemüse

Jahrelang haben verschiedene Verordnungen und Normen dazu geführt, dass in der Landwirtschaft etliches Gemüse und Obst aussortiert wurde und gar nicht erst in den Handel gelangte. Und auch die Verbraucher entschieden sich häufig aus Gewöhnung gegen Gemüse abseits der Norm: Die Banane zu wenig krumm, die Gurke und die Möhre nicht gerade genug und die Tomate zu runzelig. Dies führt zu einer enormen Verschwendung von Energie – Wasser, Strom und anderen Ressourcen die die Landwirtschaft benötigt, um Gemüse und Obst zu produzieren – das dann in der Tonne landet und unsere Esstische niemals erreicht. Jetzt entwickelt sich ein Gegentrend und vermeintlich „unnormales“ Gemüse erobert seinen Platz im Supermarktregal zurück.

Verschwendung in der Landwirtschaft

Laut einer groß angelegten Studie, werden in Deutschland im Jahr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet, wenn man den gesamten Weg vom Feld bis zum Endverbraucher betrachtet. Allein 1,5 Millionen Tonnen davon sind Obst und Gemüse. Bei dieser Art von Überproduktion wird natürlich etliches an Energie benötigt: So fällt z. B. ein Drittel des Wasserverbrauchs in Europa auf die Landwirtschaft. Gleichzeitig werden ebenfalls große Mengen an Treibhausgasen produziert. Die EU und die Bundesregierung haben dieses Problem erkannt und wollen die Lebensmittelverschwendung bis zum Jahr 2030 halbieren. Die deutsche Regierung startete deshalb unter anderem die Aktion „Zu gut für die Tonne“ mit einem eigenen Internetportal.

Kehrtwende – Eine Chance für Gemüse abseits der Norm

Im Laufe der letzten Jahre hat sich nun einiges verändert. Große Supermarktketten wie Penny
oder der Mutterkonzern Rewe überlassen ihren Kunden die Entscheidung für oder gegen Gemüse abseits der Norm nun selbst. Auch Aldi Nord, Edeka und andere Ketten stehen dem zeitweisen Verkauf von unperfektem Gemüse offen gegenüber. Die Discounter-Kette Penny zog nach einem 100-tägigen Test mit deformiertem Gemüse ein positives Fazit: der Verkauf ihrer unter dem Begriff „Bio-Helden – die auch mal Macken haben können“ verkauften Produkte konnte sich um 12 Prozent steigern. Und auch in den sozialen Netzwerken ist der Trend angekommen – der Instagram Kanal „Uglyfruitandveg“ zeigt nur Bilder von vermeintlich unschönen Früchten und Gemüse.

Start-Ups entdecken unperfektes Gemüse als Geschäftsidee

Da viele unserer Einkaufsentscheidungen durch Marketing und Werbung beeinflusst werden, wurden einige Kampagnen für „hässliches Gemüse“ gestartet. So zeigt „Ugly Fruits“ zum Beispiel wie schön unperfektes Obst und Gemüse aussehen kann und wirbt damit für das Unternehmen Querfeld, das krummes Gemüse verkauft. Sie wollen Lebensmittelverschwendung entgegenwirken und Bauern einen Zuverdienst ermöglichen. Ein weiteres Start-Up ist Dörrwerk, die aus dem übrig gebliebenen Obst Fruchtpapier als süßer Snack zubereiten. Das Münchener Unternehmen Etepetete bietet ebenfalls Bio-Liefergemüse in Kisten an – alle mit kleinen Makeln. Dieses Gemüse würde laut Etepetete nie den Markt erreichen. Dabei schmeckt es genauso gut wie standardisiertes Gemüse – denn ob eine Gurke spiralförmig gewachsen ist, oder eine Kartoffel die Form eines Herzens besitzt, tut dem Geschmack keinen Abbruch. Dieses Gemüse ebenfalls zu verwenden trägt sogar dazu bei, Energie zu sparen weil Ressourcen nicht unnötig verbraucht werden.
Na dann – ran an das Gemüsemesser und ein Herz für Obst und Gemüse jeglicher Natur zeigen!

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie