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24. Juli 2014

Kunst am Mast: Die Strommasten der Zukunft sollen attraktiver werden

Strommast „Twist“ – ein Hingucker unter den stählernen Riesen | Quelle: © <a href="http://www.gridexpo.eu/" target="_blank"> GRID EXPO</a>, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Strommast „Twist“ – ein Hingucker unter den stählernen Riesen | Quelle: © GRID EXPO, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Eine Herausforderung des Klimawandels und der damit einhergehenden Energiewende ist der Ausbau des Stromnetzes. Denn: Energiegewinnung aus Windkraft im Norden Deutschlands, aus Sonnenkraft in Nordafrika oder aus Wasserkraft in Brasilien sind wichtig, um eine nachhaltige Energieversorgung zu schaffen. Doch der Ökostrom muss auch in jeden Winkel des Landes transportiert werden können. Dazu bedarf es zigtausend neuer Strommasten.

Da die herkömmlichen Masten von vielen Menschen als unansehnlich angesehen werden, sollen neue Wege gefunden werden, um die neuen Strommasten besser in die urbanen und natürlichen Landschaften einzubinden und damit wirtschaftliche und ästhetische Gesichtspunkte zu verbinden. Ziel ist es, mehr Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. In vielen Ländern gab es bereits Design-Wettbewerbe, wie zum Beispiel die „Pylon Design Competition“ in Großbritannien. Das Sieger-Modell „T-Pylon“ sowie einige andere optische Highlights internationaler Entwürfe seht Ihr hier:

Filigran: Der „T-Pylon“ des Dänen Erik Bystrup soll sich durch seine helle Farbe und filigrane Form perfekt in die Landschaft einfügen. Der 32 Meter hohe und 20 Tonnen schwere Strommast ist im Vergleich zu den bislang am häufigsten verbauten Donaumasten deutlich kleiner und leichter. Gefertigt wird dieses Modell aus Cortenstahl, wodurch es besonders wasserdicht und verschleißfrei ist und somit weniger Wartungskosten verursacht.

Quelle: © <a href="http://www.gridexpo.eu/" target="_blank"> GRID EXPO</a>, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Quelle: © GRID EXPO, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Unsichtbar: Und noch ein Modell von Erik Bystrup ging als Sieger hervor, diesmal bei einem Wettbewerb in Heia (Norwegen) im Jahre 2010. Die „Mirror Wall“ aus spiegelpoliertem Edelstahl wirft das Bild der nähreren Umgebung zurück, so dass sie mit dieser verschmilzt und fast unsichtbar wirkt. Dies würde dem Wunsch der Bevölkerung sicherlich sehr entgegen kommen.

Quelle: © <a href="http://www.gridexpo.eu/" target="_blank"> GRID EXPO</a>, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Quelle: © GRID EXPO, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Dynamisch: Aus einem anderen norwegischen Skulpturmast-Wettbewerb in Statnett (2011) stammt der „Migrant Mast“ der norwegischen Architekten Rever & Drage. Wirken sollen sie wie märchenhafte Riesen, die durch die Berge und Wälder ziehen. Sie bestehen aus Holzbeinen und Stahlrahmen, welche mit LED-Licht ausgestattet wurden, was ihnen einen besonders mystischen Charakter verleiht.

Quelle: © <a href="http://www.gridexpo.eu/" target="_blank"> GRID EXPO</a>, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Quelle: © GRID EXPO, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Schwungvoll: Die dänischen Architekten Andersen & Sigurdsson entwarfen diesen „Twist“. Der 2002 kreierte Hochspannungsmast soll eine Figur in Bewegung darstellen und dadurch die Anerkennung der umliegenden Landschaft gegenüber ausdrücken. Denn: Auch diese ist ständig in Bewegung, sei es das bloße Wiegen der Bäume oder der Lebenszyklus über die verschiedenen Jahreszeiten hinweg.

Quelle: © <a href="http://www.gridexpo.eu/" target="_blank"> GRID EXPO</a>, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Quelle: © GRID EXPO, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Träumerisch: Der „Stella Polaris“ wurde ebenfalls von dänischen Architekten entworfen. Die Idee von Kraft-Værk c/o Morten Høyer sieht aus wie das vertikal aufgestellte Netz eines Traumfängers. Das Weiß lässt den Hochspannungsmast zudem recht edel wirken. Aufgrund ihrer gebückten Haltung erscheinen die menschenähnlichen Figuren zum Fuße des Mastes diesem ergeben zu sein.

Quelle: © <a href="http://www.gridexpo.eu/" target="_blank"> GRID EXPO</a>, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Quelle: © GRID EXPO, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Windschnittig: Der 27 Meter hohe „Superstring“ des Südkoreaners Yong-Ho Shin gewann den zweiten Preis eines isländischen Wettbewerbs im Jahr 2008. Die Schleifenform ist nicht nur ansehnlich, sondern reduziert zugleich die Windlast und ist flexibel genug, um auch mit Extremwetterlagen klar zu kommen. Zudem benötigt der Mast nur wenige Bauteile, die in Stücken vorgefertigt werden und später leicht montiert werden können. Dies erleichtert die Aufstellung unter Islands extremen Bedingungen im Winter.

Quelle: © <a href="http://www.gridexpo.eu/" target="_blank"> GRID EXPO</a>, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Quelle: © GRID EXPO, ein Projekt des Think-Do-Tank THEMA 1

Menschlich: Das Modell „Land of Giants“ der amerikanischen Architekten Thomas Shine und Jin Choi wurde ebenso für die karge Vulkanlandschaft Islands entwickelt. Die „Menschen mit hochgestreckten Armen“ sollen im Gegensatz zu den eher buckelig wirkenden herkömmlichen Strommasten positiv wirken und so zu Monumenten in der Landschaft werden.

Knochig: Noch ein Modell, welches für die Landschaft Islands kreiert wurde: „Arphenotype“ stammt vom deutschen Architekten Dietmar Koering. Die organische Form soll an ein Knochengerüst erinnern und sich durch ihre leichte und strapazierfähige Struktur auszeichnen. Gefertigt wird der Strommast aus Plastikverbundstoffen, welche mit temperatur-, UV- und windfesten Harzen verstärkt werden.

Quelle: ARPHENOTYPE | c/o <a href="http://www.arphenotype.com/ target:"> Dietmar Koering </a>

Quelle: ARPHENOTYPE | c/o Dietmar Koering

Glasig: Dieser „Leuchtturm“ wurde mit buntem Plexiglas aufgepeppt und steht am Ruhrradwanderweg zwischen Bochum-Dahlhausen und Essen-Eiberg. Geschaffen hat ihn das Künstlertrio Ail Hwang, Hae-Ryan Jeong und Chung-Ki Park von der Kunstakademie Münster. Um etwas Zweckmäßiges in etwas Schönes zu verwandeln, wurde der Strommast mit Buntglasdreiecken dekoriert, die im Sonnenlicht glänzen und weithin sichtbar sind.

Kugelrund: Heide Kemper entwarf diese „Geometrische Durchdringung “. Ihre Strommastskulptur im Ruhr-Park ist bereits 1990 anlässlich eines Wettbewerbs an der FH Dortmund entstanden. Die Kugeln sollen die Dreidimensionalität des Strommastes unterstreichen und die strenge, lineare Architektur durchdringen.

Quelle: Heide Kemper | <a title="http://www.heidekemper.de" href="http://www.heidekemper.de" target="_blank">http://www.heidekemper.de</a>

Quelle: Heide Kemper | http://www.heidekemper.de

Die vorliegenden internationalen Entwürfe zeigen, dass sich Nützliches mit Schönem verbinden lässt. Der herkömmliche Strommast hierzulande ist wetterfest, stabil und kostengünstig in Bezug auf Aufbau und Wartung. Allerdings sieht er seit etwa 100 Jahren gleich aus. Und eine Augenweide ist er auch nicht gerade. Bleibt also zu hoffen, dass auch wir uns eines Tages an dem ein oder anderen tollen Entwurf erfreuen können.

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