Zukunft Energie  

27. Februar 2013

Mini-BHKW – Ein Kraftwerk für Strom und Wärme im eigenen Keller

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Ganz schön klein so ein Mini-BHKW – wir nehmen die Kleinkraftwerke unter die Lupe. | Bild: photocase/Thomas K.

Wo man nur hinblickt, der Umstieg auf erneuerbare Energien bleibt auch 2013 weltweit ein entscheidendes Thema. Während der Fokus nachhaltiger Stromerzeugung derzeit noch auf groß angelegten Anlagen wie Wasserwerken und Windparks liegt, wird auch die Energieproduktion im eigenen Haus zu einem immer stärker wachsenden Trend. Sich selbst mit umweltschonender Energie zu versorgen, ist schon längst keine bloße Wunschvorstellung mehr, sondern wird mehr und mehr Realität. Dabei stellt neben der Solaranlage auf dem Dach auch das Blockheizkraftwerk (BHKW) im Keller eine Alternative zum Strom aus den Netzen der Bundesrepublik dar. Natürlich muss der Betrieb solch stromerzeugender Heizungen an die Bedingungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern angepasst werden. Diese Kleinkraftwerke, die teilweise auch unter dem Begriff Mikro-KWK-Anlagen bekannt sind, haben deshalb die Größe einer Waschmaschine.

Stromerzeugende Heizungen

Doch wie funktioniert so ein Mini-BHKW? Die gängigen Anlagen bestehen aus zwei Komponenten, einem Verbrennungsmotor und einem Generator zur Stromerzeugung. Der Verbraucher erhält die nötigen Ressourcen, beispielsweise Erdgas, zum Antrieb wie gewohnt von einem Energiedienstleister. Nur, dass durch die Verbrennung des Gases nicht nur Wärme entsteht, sondern auch der Generator angetrieben und so eigener Strom produziert wird. Auf diese Weise versorgt der Verbraucher sich selbst – sowohl mit Heizwärme als auch mit Elektrizität. Mit dem eigenen Kraftwerk können etwa 40 Prozent des Stromverbrauchs eines Vier-Personen-Haushaltes abgedeckt werden. Die restlichen 60 Prozent werden wie gewohnt von einem Stromanbieter bezogen. Der Nutzungsgrad der Mini-BHKW liegt bei etwa 95 Prozent. Die kleinen Wunderwerke sind damit wesentlich energieeffizienter als ein Großkraftwerk und entlasten die Umwelt, weil Energieverluste beispielsweise durch den Transport zum Verbraucher entfallen. Dies ist der entscheidende Grund, warum eine Investition in die Technologie sogar staatlich gefördert wird.

Wärme mit Mehrwert

Doch was geschieht, wenn das Mini-BHKW zu viel oder zu wenig Energie für den eigenen Verbrauch produziert? Überschüssiger Strom kann in die öffentlichen Netze eingespeist werden und wird somit weiterverkauft. Die Stromvergütung ist entscheidend für die Refinanzierung des Kraftwerks. Ist zu wenig elektrische Energie vorhanden, führt die Versorgung durch den Stromanbieter zum Ausgleich. Bei der Heizenergie sieht das anders aus: Benötigt man Wärme, bezieht man diese immer über das Kleinkraftwerk. Sie kann außerdem in einem Pufferspeicher zwischengelagert werden, allerdings nur über einen kurzen Zeitraum. Wird über eine längere Zeit hinweg keine Wärme benötigt, beispielsweise im Sommer, geht die produzierte Energie verloren. Die Wirtschaftlichkeit der Mini-KWK hängt also entscheidend vom individuellen Verbrauch sowie den baulichen Gegebenheiten ab. Deshalb gilt: Man sollte genau prüfen lassen, ob sich die Investition auch wirklich lohnt. Ist dies der Fall, steht dem fröhlichen „Kraftwerkeln“ in den eigenen vier Wänden nichts mehr im Weg.

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