Globales Denken  

12. September 2013

Mit E-Motor und Biosprit durch die Lüfte: Erneuerbare Energien in der Luftfahrt

Energielieferant Mais: Sieht so der Flugzeugantrieb der Zukunft aus? | Bild: Photocase / helen

Energielieferant Mais: Sieht so der Flugzeugantrieb der Zukunft aus? | Bild: Photocase / helen

Die Zukunft der Luftfahrt soll grüner werden. Schließlich steigt ihr Anteil am globalen CO2-Ausstoß stetig an. Das selbst gesteckte Ziel der Branche lautet deshalb: den eigenen CO2-Ausstoß zu halbieren und das bis 2050. Neue Antriebsmöglichkeiten stehen dabei im Mittelpunkt der Forschung. Auf der Air Show, einer internationalen Luftfrachtmesse auf dem Flughafen Le Bourget bei Paris, wurde im Juni bereits ein Elektroflugzeug präsentiert. Den Prototyp konzipierte der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zusammen mit dem österreichischen Flugzeugbauer Diamond Aircraft sowie dem Industriekonzern Siemens.

Hybrider Antrieb erzeugt eigenen Strom

Das Mini-Flugzeug ist nur ein erster Schritt in der Entwicklung praxistauglicher Elektroantriebe. Bis dahin ist es noch ein langer Weg, denn: Mit großen Passagierflugzeugen, wie sie bei den Airlines in Betrieb sind, hat der Prototyp noch recht wenig zu tun. Vielmehr handelt es sich um einen kleineres Modell, das Platz für genau zwei Mitreisende bietet. Das E-Flugzeug ist ein Hybrid – eingebaut sind sowohl ein Verbrennungsmotor als auch ein Elektromotor.
Und so funktioniert der „elektrisierte“ Flieger: Der Verbrennungsmotor erzeugt mithilfe eines Generators Strom. Diese Energie treibt den E-Motor an, der wiederum einen Propeller in Bewegung setzt. Im Vergleich zu den derzeit effizientesten Flugzeugantrieben spart das Elektroflugzeug dadurch rund 25 Prozent Treibstoff. Dies kommt nicht nur den strengen Umweltauflagen für die Luftfahrtbranche entgegen – auch steigende Kerosinpreise machen solche Einsparungspotenziale interessant. Immerhin fließt mittlerweile ein Drittel der Gesamtkosten der Airlines in den Treibstoff für die Maschinen.

Energiepflanzen liefern alternative Kraftstoffe

Die Produktion von Biosprit ist ein weiterer wichtiger Pfeiler für einen umweltfreundlicheren Flugverkehr. Auch hierzu gibt es Auflagen, die den Airlines Druck machen: So gibt die EU beispielsweise vor, dass bis 2020 zwei Millionen Tonnen Kerosin aus erneuerbaren Quellen stammen sollen. Das entspricht 3,5 Prozent des Gesamtverbrauchs innerhalb der EU.
Verschiedene Pflanzenarten werden derzeit als Rohstoff für einen ökologischen Kraftstoff getestet, möglich wäre etwa die Verarbeitung von Zuckerrüben, Mais und weiterer Feldfrüchte zur energetischen Nutzung. Innerhalb Deutschlands ist es jedoch schwierig, geeignete Anbauflächen zu finden, ohne den Anbau von Nahrungsmitteln einzuschränken. Aus diesem Grund gibt es derzeit Überlegungen, die Energiepflanzen auf den großen ungenutzten, landwirtschaftlichen Flächen Russlands anzubauen. Eine weitere Alternative könnte auch die Erzeugung von Biosprit aus Algen oder Gas sein. Algen ließen sich in fabrikähnlichen Anlagen herstellen, Gas könnte über mehrere Zwischenschritte aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden.

Ob es sich bei diesem kleinen Ausflug in die Welt der alternativen Flugzeugantriebe tatsächlich um einen Blick in die Zukunft handelt, ist schwer zu sagen. Die ersten Erfolgserlebnisse zeigen jedoch, dass es einen Weg zur „grünen“ Luftfahrt geben könnte.

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