Globales Denken  

6. August 2012

Nachhaltiges Olympia 2012 – The Games Must Go Grün

Kampf der Umweltverschmutzung! Olympia 2012 will seinen CO2-Verbrauch dramatisch senken. | Photocase / iPhotos

Kampf der Umweltverschmutzung! Olympia 2012 will seinen CO2-Verbrauch dramatisch senken. | Photocase / iPhotos

 

Schneller, weiter, grüner. Die Olympischen Spiele in London glänzen in diesem Jahr nicht nur mit Rekordleistungen und olympischem Sportsgeist, sondern auch mit einem vorbildlichen Ansatz: Es sind die ersten Spiele mit dem Ziel, den CO2-Verbrauch auf ein Minimum zu beschränken. Grün und nachhaltig sollen sie sein, dazu eine Vorreiterrolle für weitere Großereignisse einnehmen; aber erfüllt das Sportereignis des Jahres wirklich alle Erwartungen?

Sieger in der Disziplin Nachhaltigkeit?

Klimawandel, Bio-Diversität, Abfall, Einbeziehung und gesundes Leben bilden die Säulen der Nachhaltigkeitsbemühungen. Mit dem CO2-Fußabdruck will London zeigen, ob die Auswirkungen auch fruchten. Ziel ist die CO2-Reduktion um 50 Prozent, wobei die Vorzeigeprojekte das Olympiastadion und Velodrom, das später zu Wohnzwecken vermietbare olympische Dorf sowie die 250 Hektar des Hauptareals sind. Ganze 45 Hektar davon werden Feuchtgebiete und spezielle Flusshabitate zugunsten der Artenvielfalt.

Insgesamt setzt sich der CO2-Verbrauch von Olympia 2012 aus über 438.000 Tonnen CO2-Äquivalenz zusammen. Dabei fällt ein Mammutanteil auf den Ausbau der Örtlichkeiten mit 188.000 Tonnen. Hinzu kommt der Energieverbrauch der Gebäude sowie die Logistik der Anreise von Athleten und Gästen.

Keine Goldmedaille für erneuerbare Energien

Dass nicht nur Dosen und Plastikflaschen recycelbar sind, beweist uns auf eindrucksvolle Weise das Olympiastadion. Nach den Wettkämpfen schrumpft die Zuschauerkapazität von 80.000 auf 60.000 Plätze und das Dachtragwerk wird zu zwei Dritteln wiederverwertet. Das alles ist aber nichts im Vergleich zu dem Basketballstadion vom Wilkinson Square: Das wird nach den Spielen fein säuberlich zerlegt und komplett zurückgebaut. Die verwendeten Rohstoffe können dann bei den nächsten Spielen in Rio 2016 wiederverwendet werden.

Als größte Schwachstelle stellt sich leider die Versorgung des Sportevents mit erneuerbaren Energien heraus. So fließen nur neun statt der geplanten 20 Prozent der benötigten Energie aus regenerativen Quellen. Auch der Bau einer großen Windturbine, die im Vorfeld errichtet werden sollte, wurde gestrichen. Dazu entpuppt sich die Schwimmhalle als kolossaler Energiefresser. Damit die CO2-Werte nicht explodieren, planen die Veranstalter, während der Wettkämpfe die Klimaanlage zu drosseln, da der Energieverbrauch schon jetzt unerwartet hoch ist. Damit steht die Veranstaltung im starken Kontrast zum aktuellen Trend, auf erneuerbare Energien zu setzen.

Ist kurz vor der Ziellinie schon Schluss?

Wie grün sind die Sommerspiele 2012? Ist es ein guter Start oder war es leider nur Augenwischerei? Immerhin ließen sich bisher über 50 Prozent CO2 einsparen, wobei die Integration von erneuerbaren Energien den Wert mit Sicherheit verbessert hätte.

Was denkt ihr? Sind die Olympischen Spiele 2012 ein Vorzeigeprojekt für künftige Großevents oder sollte man das Konzept noch einmal überdenken?

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