Globales Denken  

Müll im Alltag vermeiden – Dafür steht die Zero-Waste-Bewegung | Bild: photocase.de, Drachenhonig
Müll im Alltag vermeiden – Dafür steht die Zero-Waste-Bewegung | Bild: photocase.de, Drachenhonig
27. Juli 2016

Nie wieder Müll – Die Zero-Waste-Bewegung

Jeder Deutsche produziert 600 Kilo Abfall im Jahr. Die Weltbevölkerung bringt es zusammen auf 565.000 Tonnen Müll jährlich, das entspricht 3,5 Tonnen täglich! Das sind unglaubliche Mengen und eine große Belastung für die Umwelt. Anhänger der Zero-Waste-Bewegung wollen dieser Entwicklung Einhalt bieten und – wie der Name schon sagt – möglichst keinen oder wenig Müll produzieren.

Drei Faktoren stehen im Vordergrund

Ressourcenschonung, Umweltschutz und die eigene Gesundheit: diese drei Faktoren stehen im Vordergrund der Zero-Waste-Bewegung. Ein nachhaltiger Umgang mit der Umwelt und Ressourcen ist also ebenso ein Thema wie die Verbreiterung der immer größer werdenden Müllteppiche im Meer zu verhindern, Vergiftungen von Grundwasser zu reduzieren oder den direkten Kontakt mit schädlichen Stoffen in Kleidung und Lebensmitteln zu vermeiden. Menschen die diesen Lebensstil leben, möchten die Welt zu einem besseren Ort machen – ein ehrgeiziger Ansatz.

Globaler Erfahrungsaustausch – oft im Netz 

Auf der ganzen Welt – von den USA und dem Rest Nordamerikas über Asien, und natürlich auch Europa – hat sich die Zero-Waste-Bewegung formiert. Immer mehr Menschen machen sich Gedanken über ihren ganz persönlichen Beitrag zum Schutz der Zukunft unseres Planeten. Viele schreiben Blogs, um sich über ihre Erfahrungen und Tipps auszutauschen. Oft haben die Blogger in einem Bereich des Alltags angefangen ihr Leben umzustellen, sei es über nachhaltige Mode oder die Vermeidung von Plastik und sich dann immer intensiver damit beschäftigt. Bea Johnson, eine Französin die seit vielen Jahren in den USA lebt, ist Vorreiterin und Idol der Bewegung. Ihr Buch „Zero Waste Home“ ist ein viel gelobter Bestseller. Der Müll ihrer vierköpfigen Familie aus dem Jahr 2015 passte in ein kleines Einmachglas. Mit Vorträgen ist sie weltweit auf Tour und hat ihre Leidenschaft mittlerweile zum Beruf gemacht. Heute hält sie Vorträge an Universitäten, tritt in Talk-Shows als Expertin auf und berichtet regelmäßig auf ihrem Blog über ihr Leben.

Ein Alltag ohne Müll 

Natürlich gehört zunächst, wenn man sich umstellen möchte, einiges an Arbeit dazu. Viele Dinge wie Seife, Zahnputzpulver, Deo oder sogar Butter, stellen Familien die Müll vermeiden wollen selbst her. Für Deo werden z. B. Natron, Wasser, Speisestärke und Kokosöl in einem Glasflakon gemischt. So sparen sie im Jahr Berge an Plastik und Papierverpackungen. Und gerade für diese werden große Mengen Energie in der Herstellung benötigt – natürlich vor allem Strom und Wasser.

Selbst aktiv werden – mit Müllfasten einen Anfang machen 

Auch wenn sicherlich nicht jeder diesen Lebensstil so einfach komplett übernehmen kann – bereits kleine Änderungen können viel ausmachen. Man kann zum Beispiel versuchen einen Monat „Müll zu fasten“. Wir haben einige Tipps für Euch gesammelt:

  1. Auf Coffee-to-go-Becher verzichten. Eigenen Becher mitbringen oder Kaffee Zuhause trinken.
  2. Getränke für unterwegs können in Glasflaschen oder wiederverwendbare Flaschen abgefüllt werden. In Restaurants darum bitten, Getränke ohne Strohhalm servieren zu lassen.
  3. Second-Hand muss nicht altmodisch und altbacken sein. Und alte Elektrogeräte können oft in Reparaturwerkstätten wieder auf Vordermann gebracht werden.
  4. Im Supermarkt wird mittlerweile oft gefragt, ob man den Kassenbon benötigt – sollte dies nicht der Fall sein, einfach nicht ausdrucken lassen.
  5. Bewusst kein Gemüse in Plastikverpackung kaufen. Und darauf achten, dass Obst und Gemüse keine Aufkleber besitzen.
  6. Einen Monat lang keine neuen Reinigungsmittel oder Kosmetika in Plastikflaschen kaufen – sondern aufbrauchen was im Bad und Vorratsschränken steht.
  7. Zum Einkaufen immer einen Jutebeutel im Auto oder in der Nähe der Haustür parat haben – so muss nicht auf Plastiktüten zurückgegriffen werden. Aber auch Plastiktüten lassen sich mehrfach verwenden.
  8. Generell sollte man vermeiden, viel unterwegs zu essen. Denn Fast-Food ist leider meistens in Plastik oder Papier verpackt, das dann weggeworfen werden muss.
  9. Viele Wegwerf-Produkte im Haushalt können durch langlebige Produkte ersetzt werden, z. B. Küchenpapier durch Mikrofaser-Tücher, Wattepads durch Stoffalternativen, Putzschwämme durch waschbare Lappen etc.. Plastik- und Alufolie sind generell nicht nötig um Lebensmittel aufzubewahren.
  10. Und zu guter Letzt: Nicht entmutigen lassen, wenn der Freundes- oder Bekanntenkreis mit Argwohn oder Spott auf die Bemühungen reagiert oder das eigene Engagement wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirkt! Bereits kleine Veränderungen machen in der Summe viel aus!

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie