Zukunft Energie  

30. September 2014

Ökostrom aus dem eigenen Garten: Was muss bei Kleinwindanlagen beachtet werden?

Ein eigenes Windrad im Garten bringt vor allem einen Vorteil: Unabhängigkeit. Es sind jedoch einige Aspekte zu beachten, denn nicht jedes Grundstück eignet sich für den Betrieb einer Kleinwindanlage. | Bild: photocase/zweitagsfliege

Ein eigenes Windrad im Garten bringt vor allem einen Vorteil: Unabhängigkeit. Es sind jedoch einige Aspekte zu beachten, denn nicht jedes Grundstück eignet sich für den Betrieb einer Kleinwindanlage. | Bild: photocase/zweitagsfliege

In entlegenen Gebieten, in denen Strom Mangelware ist – zum Beispiel in der Mongolei oder in den Anden  – sorgen sie bereits für Licht im Dunkeln: Mini-Windräder für die Stromerzeugung in Eigenregie. Aber auch in Deutschland gibt es ein großes Wachstumspotenzial für Kleinwindanlagen. Immer mehr Verbraucher möchten ihren Strom selbst produzieren und setzen dabei auf erneuerbare Energien.

Hohe Energieerträge sichern

Als Kleinwindanlage werden Windräder mit einer Höhe bis 50 Meter bezeichnet, deren Leistung unter 100 Kilowatt liegt. Ob sich eine solche Anlage im eigenen Garten wirtschaftlich betreiben lässt, hängt von unterschiedlichen Bedingungen am Standort ab:

  • Abstand zum Gebäude: Am besten eignen sich die Mini-Windräder für weitläufigere Grundstücke: Je weiter die Anlage vom Gebäude entfernt ist, umso weniger stört der durch das Windrad verursachte Lärm. Gleichzeitig lassen sich dadurch die Windbedingungen für die Erzeugung von Ökostrom optimieren. Denn: Steht ein Gebäude in der Nähe, bildet sich eine Art Rückstau, der die Windströmung unterbricht und somit die Stromproduktion beeinträchtigt. Auf freiem, unverbautem Gelände hingegen, lässt sich eine gleichmäßige Windströmung einfacher gewährleisten.
  •  Höhe: Je höher die Windanlage, desto besser! Zwar verursacht ein hoher Mast auch größere Installationskosten, allerdings steigert er den Energieertrag erheblich. Schließlich gibt es hoch oben in der Luft nicht nur eine höhere Windgeschwindigkeit, sondern auch weniger Luftverwirbelungen.

Genehmigung der Kleinwindanlage durch das Bauamt

Kleinwindanlagen ab zehn Meter Höhe sind in allen Bundesländern genehmigungspflichtig. Bei Anlagen bis zehn Meter Höhe ist die Rechtslage uneinheitlich. So ist in Bayern, Baden-Württemberg und im Saarland keine Baugenehmigung notwendig. In weiteren Bundesländern wie Hessen, NRW oder Sachsen erfolgt die Verfahrensfreistellung nur in Ausnahmefällen – zum Beispiel für den Einsatz in Gewerbegebieten.

Für alle Weltenbummler: Wer ein Windrad auf seinem Segelschiff oder dem Wohnmobil installieren möchte, braucht keine Baugenehmigung. Diese Sonderregelung für die Anbringung an mobilen Objekten gilt in allen Bundesländern.

Anmeldung bei der Bundesnetzagentur

Ein weiterer Aspekt neben der Baugenehmigung ist die Meldepflicht: Damit Kleinwindanlagen nach dem EEG gefördert werden, müssen sie seit dem 1. August 2014 bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Die Anmeldung muss innerhalb von drei Wochen nach Inbetriebnahme erfolgen.

Fazit

Wer den Aufbau einer Kleinwindanlage im eigenen Garten plant, sollte vorher die Gegebenheiten vor Ort mit einem Windmessgerät prüfen (lassen) und sich genauestens über Kosten und mögliche Genehmigungsverfahren informieren. Einen guten Überblick über notwendige Standortgegebenheiten, Hersteller, Genehmigungsrecht aber auch Planungshilfen geben zum Beispiel der Bundesverband Kleinwindanlagen sowie der Bundesverband WindEnergie e. V..

Könntet Ihr Euch vorstellen, eine solche Kleinwindanlage im eigenen Garten zu betreiben? Oder was würde für Euch dagegen sprechen?

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