E-Lifestyle  

9. Juli 2015

Ökostrom und heimische Hölzer: das Wooden E-Bike

Das „E“ sieht man dem Bike gar nicht an. Motor und Steuerungseinheit verstecken sich beim Wooden E-Bike im Holzrahmen | Bild: aceteam

Das „E“ sieht man dem Bike gar nicht an. Motor und Steuerungseinheit verstecken sich beim Wooden E-Bike im Holzrahmen | Bild: aceteam

Das E-Bike ist beliebt in diesem Sommer! Immerhin vereint die stromunterstütze Variante des Drahtesels einige positive Merkmale des Fahrrads mit denen eines motorisierten Gefährts. Es lassen sich längere und schwierigere Etappen leichter bewältigen als mit reiner Muskelkraft. Sogar sogenannte „Lasten-E-Bikes“ sind inzwischen häufiger zu sehen. Hier und da lässt sich damit sogar das Auto teilweise ersetzen.


Also, eine ökologisch sinnvolle Sache?! Geht so, dachte sich der Möbelbauer Matthias Broda. Das geht doch noch einen Schritt nachhaltiger! Warum nicht einen nachwachsenden Rohstoff als Baustoff einsetzen? Klar: Räder aus Bambus mit Elektroantrieb gibt es bereits. Aber ein Rahmen aus heimischen Hölzern? Geht das auch? Inzwischen hat das „Wooden E-Bike“ seinen Siegeszug angetreten und findet weltweite Bewunderung.

Finde den Unterschied! Genau: Auch Gabel und Sattel sind aus Esche. Diese Vollholzvariante ist auf Anfrage auch erhältlich | Bild: aceteam

Finde den Unterschied! Genau: Auch Gabel und Sattel sind aus Esche. Diese Vollholzvariante ist auf Anfrage auch erhältlich | Bild: aceteam

Natürlich gut: Fahrradrahmen aus heimischem Rohstoff

Nach zwei Jahren Forschungsarbeit zusammen mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNE) ist das erste serienreife Elektrofahrrad aus Holz entstanden. Sein Rahmen ist aus Esche gefertigt; ein besonders witterungsbeständiges Holz. Batterie, Steuerung und die gesamte Verkabelung stecken übrigens dezent im 8-teiligen Hohlraum des Rahmens aus formverklebten Eschenlamellen. Einerseits sind die empfindlichen Teile damit vor Einflüssen gut geschützt; zum anderen ist das Rad auf den ersten Blick nicht einmal als Elektrofahrrad auszumachen. Die Entwickler des designgekrönten Rades wollten so viel Metall wie möglich durch das heimische Holz ersetzen – zugunsten des Product Carbon Footprints. Auf Kundenwunsch gibt es sogar die Vollholzvariante; mit Sattel und Fahrradgabel aus Eschenlamellen.

Ausritt mit Rad: Elektrofahrräder mit Extras

Das Holzfahrrad unterstützt den Radler bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde. Dabei schafft es eine Reichweite von 60 Kilometern bis es wieder Strom – oder besser natürlich – Ökostrom zapfen muss. Bis dahin nutzt das Wooden E-Bike einen integrierten Lithium-Ionen-Akku. Klar, noch schöner wär’s, wenn das Rad gar nicht aufgeladen werden müsste. Auch das gibt es, allerdings noch nicht bei einem solchen Kaliber an E-Bike-Power.

Seit diesem Frühjahr produziert das Unternehmen die ersten hundert Räder in Serie. Und dennoch ist jedes Rad ein Unikat für vermutlich zwischen 3.600 und 3.999 Euro – je nach Ausstattung. Im Vergleich mit E-Bikes aus Metall relativiert sich die Summe allerdings wieder etwas. Wer so nachhaltig unterwegs sein will, muss eben auch Einsatz zeigen.

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie