Globales Denken  

6. Dezember 2012

Ökostrom aus Windenergie und Fotovoltaik in China: Energiewende in Rekordgeschwindigkeit

 

Kräftiger Wind aus China in Richtung erneuerbare Energien | Bild: iStock / zhangguifu

Kräftiger Wind aus China in Richtung erneuerbare Energien | Bild: iStock / zhangguifu

 

China und Öko – das passt irgendwie nicht zusammen. Doch erstaunlicherweise: Das Reich der Mitte investiert enorm viel in den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Im letzten Jahr wurden in China mehr Ökostrom-Anlagen als Kohlekraftwerke gebaut. Zum Beispiel installierten die Chinesen in 2011 Windparks mit einer Leistung von stolzen 18.000 Megawatt. Mit über 60 Gigawatt ist China sogar noch vor den USA und Deutschland der weltweit größte Windstromproduzent!

Auch hinsichtlich der Solarindustrie ist Peking extrem ambitioniert: In der Mongolei soll innerhalb der nächsten 8 Jahre der größte Solarpark der Welt entstehen, der Strom für bis zu drei Millionen Menschen produzieren soll. Von der fortschrittlichen Solartechnologie der Chinesen profitiert nicht nur die Volksrepublik selbst, sondern auch andere Länder durch den Export.

Diese rasante Energiewende scheint dabei aber nicht aus purem Interesse an der Klimapolitik zu geschehen, sondern vielmehr aus Gründen der Unabhängigkeit von Energie-Importen und der boomenden Wirtschaft.

Lost im Windpark? Probleme beim Ausbau des Stromnetzes

Mit dem Ausbau von Solar- und Windenergie will China sich unabhängiger vom Weltmarkt machen. Die Probleme sind aber dieselben wie in Deutschland: Der Ausbau des Stromnetzes hinkt mittlerweile sogar so sehr hinterher, dass die Windturbinen ein Viertel der Zeit stillstehen und Windparks an Geisterstädte erinnern.

Eine Lösung ist daher, den grünen Strom vermehrt via HGÜ(Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung)-Leitungen quer durch das Land zu transportieren. Erst bei Einspeisung des Stroms in die kommunalen Netze wird dabei der Strom in Wechselstrom umgewandelt. Das ist eine finanzierbare Methode für lange Strecken, mit der die Stromverluste gering sind.

China im Windschatten

Trotzdem: Die entstehenden Überkapazitäten beim schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien wirft Schatten auf China: Die Preise sind extrem niedrig. Unternehmen haben Probleme, ihre Schulden zu begleichen und kostendeckend zu verkaufen. Deshalb wollen die Chinesen einen riesigen Heimat-Absatzmarkt für die Fotovoltaik schaffen – genau wie bei der Windenergie. Aktuelles Ziel sind 40 Gigawatt installierte Fotovoltaik-Leistung bis 2020. Ob diese Strategie aufgehen wird?

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