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11. November 2010

Rabimmel, rabammel, rabumm…

...mein Licht geht aus... Bildnachweis: ~mäxchen~ / photocase.com

...mein Licht geht aus... Bildnachweis: ~mäxchen~ / photocase.com

Milchtüte meets Pumpkin, Pappmaschee meets Eierkarton. Ob klein und rund oder eckig und mit Draht – heute ziehen sie wieder durch die Straßen, die Freunde der Laterne. Es ist Martinstag. Seit über 1600 Jahren wird im Christentum dem Tod des Heiligen Sankt Martin von Tours gedacht, der in eisiger Nacht seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Der Martinsbrauch wie wir ihn kennen geht in vielen Regionen einher mit nachgestellter Martinsszene, Martinsfeuer, Martinsgans, Martinsliedern, Laugenbrezeln, Weckmännern und dem legendären Lichterzug durch die Nacht. Was hat es eigentlich mit dem Laternenzug auf sich? Woher kommt dieser Brauch von Menschenmassen, die mit Lichtern durch die Straßen ziehen? In Bezug auf den winterlichen Martinstag wird auf vielen Portalen diskutiert.

Die Laternen waren schon im Mittelalter, als es noch keine Straßenbeleuchtung gab, gebräuchlich und dienten lediglich als Mittel zum Zweck: als Lichtquelle. Ein Metallgestell umgab eine einfache Kerze oder eine kleine Öllampe. Die Seitenflächen aus Hornplatten oder später aus Glasscheiben (im 16. Jahrhundert Gegenstand künstlerischer Ausbildung) schützten vor Wind. An dunklen Novemberabenden trugen große Menschengruppen die Ernte ins Dorf, Laternen leuchteten dabei den Weg. Liegt darin der Brauch begründet? Oder findet sich der Ursprung eher in den damaligen liturgischen Lichterprozessionen von der Kirche oder vom heiligen Grab des Sankt Martins ins Dorf zurück, also vom Heiligen, dem „fanum”, in das vor dem Heiligen Gelegene, dem „profanum“? Oder lässt sich ein Zusammenhang herstellen zum Brauch, mit einer Masse an Lichtern die bösen Geister und Dämonen zu vertreiben? Ebenso existieren die Theorien, in den heutigen Laternenumzügen lebten die Martinsfeuer weiter oder es handle sich um eine Abwandlung der Heischzüge der Besitzlosen. Klingt alles plausibel – höchstwahrscheinlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

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