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21. Mai 2013

Rebound-Effekt: wenn die Energieeffizienz ins Leere läuft

Die Kosten kommen zurück: wenn hohe Energieeffizienz zum Bumerang wird | Bild: Shutterstock/Mekt

Die Kosten kommen zurück: wenn hohe Energieeffizienz zum Bumerang wird | Bild: Shutterstock/Mekt

 

Erneuern, Senken, Optimieren. Deutschland ist im Energiesparfieber. Effizienz ist das Schlüsselwort, dabei soll mit möglichst geringem Energieaufwand ein maximaler Nutzen erzielt werden. Die logische Konsequenz: weniger Energiekosten bei gleichem Komfort. Wäre da nicht der sogenannte Rebound-Effekt. Effizientere Haushaltsgeräte, sparsamere Autos oder gedämmte Häuser führen in der Regel zu sinkenden Kosten. Diese wiederum können zu Änderungen im Nutzungsverhalten der Verbraucher hervorrufen. Etwa wenn die energieeffiziente Waschmaschine aufgrund des sparsamen Betriebs öfter angestellt wird. Dadurch wird die geplante Energieeinsparung teilweise oder sogar ganz kompensiert. Diese paradoxe Erscheinung wird als „Rebound“ bezeichnet, was übersetzt so viel bedeutet wie Wende oder Abprall.

Stromeinsparungen werden zum Bumerang

Ein gutes Beispiel ist das Verkaufsverbot der Glühlampe. Die finanziellen Vorteile, die Energiesparleuchten durch ihren geringen Stromverbrauch erzielen sowie die Gewissheit, dass diese effizienter arbeiten, können zu einem nachlässigeren Umgang mit Licht führen. So treten Rebound-Effekte auf, falls die Beleuchtungsdauer erweitert oder die Zahl der eingesetzten Lampen erhöht wird. Die tatsächliche Einsparung ist dann niedriger als erwartet.
Ersetzt ein Haushalt beispielsweise zwölf Lampen, die täglich im Schnitt zwei Stunden genutzt werden, durch Energiesparlampen, bedeutet dies auf ein Jahr hochgerechnet eine potenzielle Energieeinsparung von circa 412 kWh. Werden die Lampen jedoch aufgrund der Einsparung jeden Tag durchschnittlich zwei Stunden länger angelassen, beträgt diese am Ende des Jahres nur noch etwa 298 kWh. Es wurden also nur 72 Prozent der erwarteten Einsparpotenziale realisiert, demnach ist ein Rebound-Effekt von 28 Prozent eingetreten.

Kompensation der Energieeinsparung vermeiden

Die durch Konsumenten herbeigeführten Bumerang-Effekte belaufen sich in der Regel auf 10 bis 30 Prozent. Derzeit werden verschiedene Lösungsansätze diskutiert, um einer solchen Kompensation entgegenzuwirken. Bereits umgesetzte Maßnahmen sind die Begrenzung des CO2-Ausstoßes für Unternehmen, zum Beispiel durch den EU-Emissionshandel und die bestehende Ökosteuer für Verbraucher. Außerdem wird über die Einführung einer CO2-Steuer nachgedacht. Um das Bewusstsein der Verbraucher zu fördern, könnte eine entsprechende Aufklärung Abhilfe schaffen oder die Höhe des eigenen Verbrauchs über Smart Meter sichtbar gemacht werden.

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