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17. Januar 2011

Rechner, Herd und Fön und die Mathematik des Stromverbrauchs

Kill Bill - Auftrag Stromrechnung?Foto: kallejipp / photocase.com

Kill Bill - Auftrag Stromrechnung?Foto: kallejipp / photocase.com

 

Wie viele Kilowattstunden Strom der eigene Haushalt insgesamt im Jahr verbraucht und wie viele Kosten dafür pro Jahr entstehen, findet jeder auf der individuellen Jahresabrechnung seines Stromanbieters. Wer alleine wohnt, für den sind das durchschnittlich um die 1.700, bei einem Zwei-Personen-Haushalt circa 2.900 Kilowattstunden (kWh). Aber wie setzt sich dieser Wert bezogen auf die elektronischen Haushaltsgeräte eigentlich zusammen? Welches der Geräte verbraucht wie viel Strom? Und welches hat somit welchen Kostenanteil an der Jahresabrechnung? Wer über die Details des eigenen Stromverbrauchs verfügt, kann entscheiden, welches Elektrogerät besser gegen ein neues, energiesparendes ausgetauscht werden sollte. Und bei welchem Gerät es sich wirklich lohnt, die Dauer oder Häufigkeit der Benutzung zu reduzieren.

Folgende Kriterien sind für die Stromverbrauchs- und -kostenrechnung eines Elektrogeräts im Jahr ausschlaggebend:

-Leistung des Geräts in Watt (W) (siehe Tabelle unten)
-Energieeffizienzklasse/Baujahr
-Laufzeit des Geräts pro Tag in Stunden (h/d)
-Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde (siehe aktueller Stromtarif), z.B. 20 ct./kWh

W x h / 1000 x 365 Tage = Höhe des Stromverbrauchs des Geräts in kWh pro Jahr

kWh pro Jahr x ct./kWh = durch das Gerät verursachte Kosten in Cent pro Jahr

Beispiele:
Ein Fön mit 2000 Watt, der täglich 5 Minuten benutzt wird, frisst im Jahr rund 58 kWh Strom und verursacht bei einem Arbeitspreis von 20 ct./kWh circa 11 Euro im Jahr.

Im Vergleich der Flachbild-TV mit nur 150 Watt, der täglich aber 2 Stunden läuft und somit im Jahr etwa 110 kWh Strom schluckt und circa 21 Euro im Jahr an Kosten verursacht.

Im Vergleich der Herd mit 4.000 Watt, der täglich eine halbe Stunde an ist und so im Jahr schon 730 kWh Strom verbraucht, was 146 Euro im Jahr ausmacht.

Watt hat wie viel Watt? Der Stromverbrauch von Haushaltsgeräten

Wie viel welches Elektrogerät leistet, steht entweder auf den Geräten selbst oder in der Gebrauchsanweisung. Hier ein paar Richtwerte im Überblick.

Lampen: 50 Watt
Laptop: 80 Watt
Kühlschrank: 120 Watt
Gefrierschrank: 150 Watt
TV Flachbildschirm: 150 Watt
PC: 250 Watt
Abzugshaube: 500 Watt
Mikrowelle: 800 Watt
Fön: 2.000 Watt
Wasserkocher: 2.200 Watt
Waschmaschine: 2.300 Watt
Staubsauger: 2.400 Watt
Wäschetrockner: 3.000 Watt
Geschirrspülmaschine: 3.000 Watt
Herd: 4.000 Watt

Mithilfe der Formeln lässt sich also ganz leicht ermitteln, wie groß das Kuchenstück des jeweiligen Elektrogeräts ist und welchen Anteil es somit am Kuchen des Jahresstromverbrauchs sowie der -kosten einnimmt. Die Formeln können allerdings nur als Richtwerte betrachtet werden, da auch die Effizienzklasse der Geräte eine Rolle spielt und die Nutzdauer der Geräte sich nicht täglich gleicht (beispielsweise durch Urlaub).

Im Netz tummeln sich einige Stromverbrauchsrechner, mit denen der Stromverbrauch der eigenen Elektrogeräte online überprüft werden kann. Ein detailreicher Rechner, bei dem auch Baujahr und Energieeffizienz angegeben werden können, ist hier zu finden.

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie

  • Pingback: Stromverbrauch - netzwelt.de Forum()

  • http://www.stromvergleich-blog.de Simon Sereda

    Guter Beitrag, aber denke ich, dass man keine wirklichen Beispielrechnungen für einzelne Geräte machen kann, da ja doch jeder Haushalt sehr unterschiedlich ist.

    • Nicole_mehr

      Hallo Simon,

      Du hast ganz recht, es spielen viele Faktoren eine Rolle, u.a. auch das Alter und die Effizienzklasse des Haushaltsgeräts, Urlaubstage im Jahr, währendessen eine Nutzung der Geräte nicht stattfindet etc. Diese kann man nicht alle in die Formel mit einbeziehen.

      Die Ergebnisse der Formel sind Richtwerte, die zeigen, bei welchen Geräten es sinnvoller ist, sparsamer zu sein als bei anderen. Wäscheleine statt Wäschetrockner spart z.B. wesentlich mehr Energiekosten als Fenster statt Abzugshaube.

  • Nicole_mehr

    Hallo Simon,

    ganz klar, es spielen viele Faktoren eine Rolle, u.a. auch das Alter und die Effizienzklasse des Haushaltsgeräts, Urlaubstage im Jahr, währendessen eine Nutzung der Geräte nicht stattfindet etc. Diese kann man nicht alle in die Formel mit einbeziehen.

    Die Ergebnisse der Formel sind Richtwerte, die zeigen, bei welchen Geräten es sinnvoller ist, sparsamer zu sein als bei anderen. Wäscheleine statt Wäschetrockner spart z.B. wesentlich mehr Energiekosten als Fenster statt Abzugshaube.

  • http://www.stromvergleich-blog.de Simon Sereda

    Ja, das ist ein guter Hinweis. Ich finde es immer unsinnig mehr Geld für Geräte mit einem sehr sparsamen Standby auszugeben, dabei aber unachtsam mit einem 4000 Watt Herd umzugehen.

  • http://twitter.com/PeterSteiner1 Peter Steiner

    Sollten Sie sich einen neuen Wäschetrockner zulegen müssen, holen Sie sich bitte einen mit einer Wärmepumpe.

    Hier haben Sie zwar zu Anfang mehr kosten, jedoch sparen Sie auf lange Sicht hin viel Energie und somit auch bares Geld!

    Viele Grüße
    Wäschetrockner Test

    • Krümelfisch

      Hallo,

      ich überlege, mir einen Trockner zu kaufen…über
      Trockner mit integrierter Wärmepumpentechnologie habe ich gelesen, dass
      diese um die  50% weniger Energie als konventionelle Trockner
      verbrauchen.

      Durch die komplexe Technik kommen wohl Störungen des
      Geräts öfter mal vor und die Trockenzeit dauert 20 Minuten länger…und
      dann eben die teuren Anschaffungskosten…

      Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Wärmepumpentrockner und Kondesationstrockner??

      • Mary L.

        Bleib doch einfach bei deiner Wäscheleine. Die kostet so gut wie nix und vebraucht null Energie :-).

        • Krümelfisch

          Sie verbraucht nur meine Energie und Zeit beim Aufhängen und Abhängen… ;-)

    • Daniel

      Das stimmt zwar schon, dass ein Trockner mit Wärmepumpe weniger Strom verbraucht, allerdings muss man das auch im Zusammenhang mit den Anschaffungskosten sehen.

      Ich überlege mir gerade, was ich mir kaufen soll, und habe zu dem Thema diese interessante Rechnung gefunden: http://www.kondenstrockner-tests.de/spart-man-mit-einem-kondenstrockner-mit-waermepumpe-geld/

      Wenn man diesen Beitrag sich einmal genau durchliest, wird klar, mit welchen Annahmen man kalkulieren muss, damit es sich rechnet. Mir zumindest erscheinen die recht unrealistisch.
      Außerdem zeigt der Autor auch auf, wie man als Unternehmen so eine Investition rechnen würde. Und da kommt nichts gutes für den Kondenstrockner mit Wärmepumpe heraus…
      Deswegen stimmt die Aussage „sparen auf lange Sicht hin … viel bares Geld“ wohl nicht.

      • 123energie

        Guten Tag,

        ob sich die Anschaffung eines Trockners mit Wärmepumpe lohnt, hängt in erster Linie vom Kaufpreis ab. Bei welchem Trockner stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis? Lassen Sie sich im Fachhandel oder bei Stiftung Warentest beraten, nicht alle guten Wäschetrockner mit Wärmepumpe kosten 800 Euro oder mehr. Es gibt viele gute Angebote. Ein günstiger Anschaffungspreis eines Wärmepumpentrockners kann durchaus bei einer Hochrechnung auf 10 oder 20 Jahre günstiger als der Kondensationstrockner ohne Wärmepumpe sein.

        Die jährlich anfallenden Kosten können auch durch andere Faktoren generell (sowohl beim Wärmepumpentrockner als auch beim Kondensationstrockner) niedriger gehalten werden als aus der angegebenen Rechnung hervorgeht.

        -Für wie viele Wäscheladungen werde ich den Wäschetrockner höchstwahrscheinlich pro Woche nutzen (evtl. dabei die Urlaubswochen herausrechnen)? (Tipp: Eine ganze Füllung ist deutlich günstiger als 2 halbe Füllungen. Bis zu 30 Prozent Energieeinsparung!)
        -Wie hoch ist der Stromverbrauch des Geräts pro Nutzung? (Fachhändler fragen)
        -Beziehe ich meinen Strom bei einem günstigen Stromanbieter? Wie hoch ist mein Arbeitspreis pro Kilowattstunde?

        Am hilfreichsten ist es, die aufgeführten Rechnungen mit eigenen Zahlen zu machen und gegenüberzustellen.

  • Anonymous

    Auch ein Trockner mit Wärmepumpe ist ein Kondensationstrockner (Feuchte Luft wird so abgekühlt, das Kondenswasser entsteht. Die abgekühlte und entfeuchtete Luft wird wieder erwärmt und als Trockenluft abgegeben.). 

    Aber hat der Trockner eine Wärmepumpe, heizt die die Luft auf. Die Feuchtigkeit der Abluft kondensiert mit dem kalten Teil der Pumpe. Das verbraucht weniger Energie. Verglichen mit konventionellen Geräten der Energie-Effizienzklasse B hat ein Wäschetrockner mit Wärmepumpentechnologie 50 % Energieersparnis. So die Theorie.

    Trocknet jemand bereits mit Wärmepumpe?

  • Schrumpelbert:)

    Ich bin wohl blöd aber ich verstehe die Rechnung leider nicht :( Ich habe ein Gerät das 12 h am Tag in Betrieb ist und dabei laut Hersteller 800 Watt verbraucht. Wieviel ist das nun umgerechnet auf 6 Monate bei einer Täglichen Laufzeit von 12 stunden ? Um ein Ergebniss wäre ich sehr dankbar :)

    • 123energie

      Guten Tag,

      die Rechnung wäre die folgende:

      800 Watt x 12 Stunden / 1000 x 182,5 Tage = 1.752 kWh Stromverbrauch Ihres Geräts in einem halben Jahr

      1.752 kWh pro Jahr x 21 Cent/ kWh = 36.792 Cent pro Jahr bzw. 367,92 Euro, die das Gerät im Jahr an Kosten verursacht

      Der genaue Arbeitspreis in Cent/kWh ist von Ihrem Stromtarif abhängig. In unserem Tarifrechner können Sie Ihren Arbeitspreis ermitteln: http://www.123energie.de/430.htm

      12 Stunden pro Tag ist ein langer Zeitraum. Um welches Gerät handelt es sich denn?

  • Schrumpelbert

    Vielen dank fuer die schnelle Antwort.
    Bei dem Gerät handelt es sich um eine spezielle Regenwald-Terrarium Lampe die jeden Tag ca 12 stunden läuft.  Nochmal danke für die Rechnung :)

    • *Heyho*

      Hi, welches Tier beherbergst du denn, wenn ich mal fragen darf? Das sind ja dann echt hohe stromkosten mit allen Geräten..insgesamt. Ich verbrauche im Jahr circa 1.000 kWh Strom insgesamt. LG

  • Bettina Mayer

    Danke für den Artikel!

    Ich interessiere mich sehr für die Tipps rund um das Thema Energiesparsamkeit.
    Ich habe eine kleine Recherche gemacht und habe rausgefunden, dass man es bei
    den Werten nicht so pauschal sagen kann. Beim Wäschetrockner hängt es von der
    Energieeffizienzklasse ab. Ich habe gelesen, dass der neue Testsieger
    Wäschetrockner von Bosch beispielsweise bis zu 51% Energie einsparen kann, vgl.
    die Infos auf: http://www.bosch-home.com/de/produkte/waschen-und-trocknen/vollwaschtrockner/freistehend-%28solo%29/WVH28540.html

    • 123energie

      Danke für die Blumen :-). Es freut uns, dass wir Sie mit unseren Blog-Themen ansprechen. Formeln zur Energieersparnis bei Haushaltsgeräten können in der Tat nur Richtlinien darstellen. Viel Spaß beim Weiteren Stöbern auf dem Blog.

  • Pascal

    Hallo zusammen
    Eine kleine Frage, da ich nicht so vom Fach bin
    In meinem Betrieb habe ich mir eine Maschine zugelegt.
    Die Maschine mit 800 Watt sollte 15h am stück an einem Akku betrieben werden
    Jetzt zu meiner Frage:
    Was für einen Akku brauche ich, dass die Maschine täglich 15h Std. am Akku läuft? Für das wechseln des Akkus würde ich natürlich gleich 2 Akkus kaufen. Gibt es so ein Akku überhaupt?
    Ich bin gespannt auf eure Antworten.
    Danke

    • 123energie

      Guten Tag,

      ein wirklich interessantes Vorhaben.

      Basiert die Idee des Akkus auf dem Fakt, dass die Maschine im Freien steht bzw. es keine Möglichkeit gibt, sie an das Stromnetz anzuschließen? Wenn keine Verbindung zum Stromnetz besteht, wie kann der zweite Akku, der gerade nicht in Gebrauch ist, aufgeladen werden?

      Um einen passenden Akku zu finden, müsste im Fachgeschäft für Industrieakkus erst einmal dargelegt werden, um welche Maschine es sich genau handelt. Darüber hinaus erhalten Sie dort Informationen, wie realistisch die Anschaffung eines
      Akkus mit einem circa 7-stündigen Einsatz (wenn zwei Akkus im Wechsel) bei einem Gerät mit 800 Watt ist (enorm hohe Leistung). Der Kostenpunkt ist sicherlich ein weiterer Aspekt.

  • Mila

    Ist schon hilfreich, um sich das alles mal vor Augen zu führen. Ich glaube, wichtig ist einfach, dass man ganz genau hinschaut und sensibler dafür wird. Gerade beim Kauf von neuen Geräten sollte man sich schon umfassend informieren und auf die Energieeffizienz achten – aber nicht nur auf das Symbol sondern auch was dahinter steht. Bei http://www.warentestbericht.de/ findet man beispielsweise viele tolle Testberichte und kann sich so schlau machen über den Verbrauch und alles weitere! Viele Grüße

    • 123energie

      Das ist genau die richtige Einstellung! Man kann mit kleinen Veränderungen im Haushalt mehr bewirken als gar nicht erst damit anzufangen.

  • Frederick Angustifolia

    Hallo ich hab mit Grad denn Beitrag durch gelesen und frag mich wie du die Minuten in Stunden um rechnest

    Weil ich Grad ernsthaft da bei bin den ganz Verbrauch meiner Geräte aus zurechnen

    • 123energie

      Guten Tag! Solange diese 3 Infos bei jedem Ihrer Elektrogeräte bekannt sind:

      -Leistung des Geräts in Watt (W) (steht auf dem Gerät oder in der Gebrauchsanweisung)
      -Laufzeit des Geräts pro Tag in Stunden (hour/day)
      -Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde (z.B. 20 ct./kWh), je nachdem wie Ihr Stromtarif ist

      Diese 3 Infos dann in folgende Formel eingeben:

      Watt x Stunden Laufzeit / 1000 x 365 Tage = Höhe des Stromverbrauchs des Geräts in kWh pro Jahr

      Wenn ein bestimmtes Elektrogerät am Tag nur ein paar Minuten läuft, dann runden Sie am besten auf eine Viertelstunde (0,25 Std.), halbe Stunde (0,5 Std.) oder 1 Std. auf.

  • 123energie

    Danke für deine Ergänzungen!