Zukunft Energie  

9. Dezember 2010

Schiefergas – Alternative zum konventionellen Erdgas?

Die Welt im Shale Gas-Rausch

Schieferstein | Foto: shutterstock / Stephen Bonk

Schieferstein | Foto: shutterstock / Stephen Bonk

Durch eine spezielle Bohrtechnik wird das Shale Gas, zu Deutsch Schiefergas, gewonnen. Und längst ist darüber eine Art Goldrausch bzw. Gasrausch ausgebrochen. In Amerika haben die Bohrungen Tradition seit 1821. Dort stammen schon jetzt 10 Prozent der Gasproduktion aus Shale Gas-Lagerstätten. Experten rühmen die weltweiten Schiefergasressourcen (rund 453 Billion Kubikmeter) als Übergangslösung, um mögliche Versorgungsengpässe zu puffern. Schließlich bedeutet Gasförderung im eigenen Land Unabhängigkeit von Gasimporten. Außerdem wird die unkonventionelle Gasressource durch steigende Gaspreise immer rentabler.

Aber die Gewinnung von Schiefergas ist technologisch anspruchsvoll – und umwelttechnisch nicht ganz unbedenklich. Denn um an Schiefergas heranzukommen, muss das Gestein aufwendig horizontal durchbohrt und aufgesprengt werden. Zunächst werden die erdgashaltigen Gesteinsschichten in mehreren tausend Metern Tiefe angebohrt. Hier geht es dann in horizontaler Richtung weiter.

Ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien wird unter hohem Druck in das Bohrloch gepumpt. Dadurch löst sich das Gas aus den Gesteinsporen und man kann es absaugen. Hydraulische Risse gefährden allerdings Trinkwasser und Anwohner.

In Europa hat die Suche nach diesem Gas gerade erst begonnen. In Deutschland selbst (Niedersachsen) wurden erste Erkundungsbohrungen vorgenommen, ob genug Gas für eine wirtschaftliche Förderung vorhanden ist. Weitere Areale in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg werden derzeit auf ihr Potential erforscht.

Welche Ausmaße der Gasrausch in den USA angenommen hat, dokumentiert der amerikanische Film Gasland:

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