Globales Denken  

23. April 2015

Schön, leise und urban: Windbäume zur Ökostromerzeugung

Jérôme Michaud-Larivière, Gründer von NewWind, mit Rotorblatt | Bild: NewWind / L’Arbre à Vent®

Jérôme Michaud-Larivière, Gründer von NewWind, mit Rotorblatt | Bild: NewWind / L’Arbre à Vent®

Ein Baum, der seine Blätter nie verliert und dazu auch noch fast geräuschlos sauberen Strom produziert: klingt erst einmal nach einer guten Sache! Es ist die Erfindung des Franzosen Jérôme Michaud-Larivière und seinem Startup NewWind.

Windkraft aus Stahl und Kunststoff

Der sogenannte „Windbaum“ ist eine 11 Meter hohe und 8 Meter breite Stahlkonstruktion, an der 72 muschelförmige Rotorblätter aus Kunststoff angebracht sind. Diese werden durch den Wind angetrieben und können sich um 360 Grad um die eigene Achse drehen. Über Kabel und Generatoren, die in den Blättern und Zweigen untergebracht sind, erzeugt der Windbaum Ökostrom. Der Baum ist recht robust konstruiert und hält Stürmen bis zu 200 Kilometern pro Stunde stand.

Die innovative Windkraftanlage hat eine maximale Produktionskapazität von 3,1 Kilowatt. Das ist zwar nicht annähernd so viel wie die Leistung der großen „Wind-Brüder“, aber es reicht aus, um beispielsweise Straßenlaternen oder elektrische Zapfsäulen für E-Autos mit Strom zu versorgen. Umgerechnet erzeugt ein Baum circa 4.600 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Ideal für die städtische Umgebung

Städte und Ortschaften sind genau das vorgesehene Zielgebiet, in dem die baumförmigen Windräder künftig „eingepflanzt“ werden sollen. Denn sie sind wesentlich platzsparender, wirken ästhetischer und können sich optisch unauffälliger in die Umgebung integrieren als herkömmliche Windräder. Der oft kritisierte Lärm der großen Windkraftanlagen ist bei den neuen Windbäumen verschwindend gering. Auch Vögel haben hier weniger zu befürchten, da die Rotorblätter wesentlich kleiner gebaut sind.

Ein erster Prototyp ist für Mai 2015 geplant – auf dem Place de la Concorde in Paris. Später sollen 40 weitere Windbäume in Frankreich aufgestellt werden, auch in Gruppen. Geht das Experiment positiv aus, soll die Serienproduktion im Sommer 2016 starten. Einziges bisheriges Manko: Ein Windbaum soll an die 30.000 Euro kosten.

 

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